05.01.2021 16:52 Uhr

Norwegen: Rettungskräfte geben nach Erdrutsch Hoffnung auf

Lange hatten die Einsatzkräfte gehofft, auch Tage nach dem heftigen Erdrutsch noch Überlebende etwa in Lufteinschlüssen finden zu können. Nun verlässt die Retter im verschneiten Katastrophengebiet die Zuversicht. Drei Menschen gelten noch immer als vermisst.

Terje Pedersen/NTB/dpa

Knapp eine Woche nach dem Erdrutsch in Norwegen mit mindestens sieben Toten haben die Rettungskräfte ihre lange gehegte Zuversicht aufgegeben, Überlebende der Katastrophe finden zu können.

Mit großer Trauer müsse sie nun mitteilen, dass man keine Hoffnung mehr darauf habe, Menschen lebend im Unglücksgebiet zu entdecken, sagte die regionale Polizeichefin Ida Melbo Øystese. Der Einsatz, der bislang als Rettungsaktion gegolten hatte, trete nun in eine neue Phase ein. Dabei werde es nun darum gehen, die Leichen der drei verbliebenen Vermissten zu finden.

„Die vergangene Woche haben wir alles getan, um Leben zu retten“, sagte die Polizistin. „Wir haben alle Gebiete untersucht, in denen man sich es vorstellen konnte, dass jemand überleben könnte. Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand.

Aber diese Naturkatastrophe hat erhebliche Kräfte gehabt.“ Die Obduktionsberichte der bisher gefundenen Todesopfer zeigten, dass diese sehr schnell ums Leben gekommen seien. Dies unterstreiche, welche Kräfte auf ihre Körper eingewirkt hätten, sagte Melbo Øystese. Ein Überleben sei angesichts dessen kaum möglich gewesen.

Zu dem Erdrutsch in Ask in der Kommune Gjerdrum rund 40 Kilometer nordöstlich von Oslo war es am frühen Morgen des 30. Dezembers gekommen. Er hatte sich auf mehreren hundert Metern Länge und Breite in der kleinen Gemeinde ausgebreitet und mehrere Häuser zerstört. Mindestens zehn Menschen waren bei dem Abgang verletzt worden, rund 1000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

In der Folge des Erdrutsches wurden zehn Menschen vermisst. Seit dem Neujahrstag hatten die Rettungskräfte sieben Todesopfer gefunden und identifiziert. Unter ihnen war ein zweijähriges Mädchen mit seinem Vater und seiner schwangeren Mutter sowie vier weitere Tote im Alter von 29 bis 69 Jahren. Bei den drei Vermissten handelt es sich um zwei Erwachsene und ein 13-jähriges Mädchen.

Auch nach mehreren Tagen hatten die Rettungskräfte bis zuletzt ihre Hoffnung unterstrichen, die restlichen Vermissten lebend finden zu können. Nach einem Alarm mussten sich die Retter am Dienstag jedoch vorübergehend aus der Risikozone zurückziehen, weil es einen neuen, kleineren Abgang gegeben hatte. Verletzt wurde dabei niemand.

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