Oberammergau: Text-Proben „mit vielen Fragezeichen“

dpadpa | 06.01.2022, 21:42 Uhr
Erste Leseprobe für die 42. Passionsspiele.
Erste Leseprobe für die 42. Passionsspiele.

Angelika Warmuth/dpa

Mitte Mai sollen die Passionsspiele zum 42. Mal aufgeführt werden. Die erste Leseprobe läuft unter strengen Corona-Regeln.

Nach fast zweijähriger Corona-Zwangspause hat das oberbayerische Oberammergau die Proben zu seinem Passionsspiel neu aufgenommen. Spielleiter Christian Stückl hatte gut 110 Darsteller mit Sprechrolle zur Leseprobe geladen – unter strikten Corona-Regeln mit Abstand und Tests.

Es sei eine erste Probe mit „sehr vielen Fragezeichen“, sagte Stückl. Gerade lässt die Omikron-Variante die Infektionszahlen wieder steigen – und für Theater gelten Beschränkungen der Zuschauerzahlen. Eine Planung sei derzeit kaum machbar, sagte Stückl. Es sei nicht abzusehen, was zum geplanten Premierentermin am 14. Mai gelten werde. Im März werde man entscheiden, wie es weitergehe. „Wir müssen jetzt einfach mal loslegen und schauen was rauskommt.“ Im Frühjahr 2020 hatte Stückl die Passion wegen der Pandemie um zwei Jahre verschoben.

Rollen doppelt besetzt

Einige Stühle blieben bei der Probe leer. Mancher war verhindert – und ein Apostel kurierte gerade seine Corona-Infektion aus. Die Darsteller – jede Hauptrolle ist doppelt besetzt – starten dennoch mit Zuversicht. „Es ist wichtig, dass wir jetzt loslegen“, sagte „Jesus“ Frederik Mayet. Auch der zweite Jesus-Darsteller Rochus Rückel und Andrea Hecht, eine der beiden Marien, hoffen auf die Premiere.

Vor der Probe schwor Stückl die Darsteller auf die Corona-Regeln ein. Alle mussten einen Corona-Antigen-Test machen. „Das machen wir bei jeder Probe. Das ist verpflichtend.“ Darüber hinaus gilt 3G: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss regelmäßig PCR-Tests vorlegen.

Die Passion geht auf ein Pest-Gelübde von 1633 zurück. Die Oberammergauer versprachen damals, alle zehn Jahre das Spiel aufzuführen, wenn niemand mehr an der Seuche sterbe – was der Legende nach eintrat.