07.07.2020 20:00 Uhr

Oberstaufen: Erholsames Funkloch im Oberallgäu

Wer Erholung vom Corona-Stress braucht, sollte sich einen Ort ohne Handyempfang und mit viel Platz suchen, um anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. Oberstaufen im Oberallgäu bietet Natur pur - und ein amtlich bestätigtes Funkloch.

Oberstaufen Tourismus

Wer das Glück hat, nicht direkt von der Corona-Pandemie betroffen zu sein, lässt sich in der Regel einer von zwei Gruppen zuordnen: diejenigen, die den Lockdown und die immer noch anhaltenden Einschränkungen vor allem als Entschleunigung erfahren und auf einmal viel Zeit für Renovierungsarbeiten, Sport oder ausgedehnte Ausflüge in die Natur haben. Oder diejenigen, die versuchen, Beruf im Homeoffice einerseits und Familie samt Homeschooling und Kinderbetreuung anderseits in den Griff zu bekommen.

Wenn dann noch die Breaking News zur aktuellen Pandemie-Lage auf das Smartphone rasselt und sich die Corona-Warn-App über mangelnde Bluetooth-Verbindung beschwert, ist der Corona-Stress perfekt. Gut, dass es auch in Deutschland immer noch Orte gibt, an denen das Smartphone mangels Empfangs mal Zwangspause hat – wie zum Beispiel in Oberstaufen im Oberallgäu, einer Region, die laut Bundesnetzagentur ein einziges großes Funkloch ist. Und gut, dass man diese Orte dank gelockerter Regelungen mittlerweile wieder besuchen kann, denn der Corona-gestresste Großstädter findet dort genau das, was er an einem langen Wochenende sucht: Ruhe.

Oberstaufen: Allgäuer Alpen für Einsteiger

Der Ort liegt am Rande der Allgäuer Alpen, noch weit entfernt von den meist über 2.600 Meter liegenden Gipfel des zentralen Hauptkamms, aber schon umringt von familientauglichen Bergen und mit entsprechend beeindruckendem Ausblick. Zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten locken mit den mittlerweile wieder geöffneten Wellnesseinrichtungen, um nach einem Tag in den Bergen oder auf dem Fahrrad zu entspannen.

Wer es vor allem natürlich, aber dafür eher einfach möchte, der findet unter den zahlreichen Bauern- bzw. Ferienhöfen der Region bestimmt die richtige Unterkunft. Vor allem Familien dürften sich hier wohlfühlen, meistens liegen Spielplätze auf dem Gelände und für die Kinder gibt es die Möglichkeit, sich mit großen und kleinen Tieren anzufreunden.

Entspannen mit Kontakt zur Natur

Deutlich luxuriöser, aber fast ebenso naturnah übernachtet man in Haubers Naturresort. Das 4-Sterne-S-Hotel bietet zwar alle in der Kategorie zu erwartenden Annehmlichkeiten, aber Hotelchef Klaus Hauber legt auch großen Wert auf nachhaltige Aspekte: Das „Bergfrühstück“ im Freien mit Blick auf die hoteleigenen Wälder, das Heubad mit Heu der eigenen Bergwiese oder eine 500-Bäume-Pflanzaktion, bei der auch Hotelgäste zum Spaten greifen können, sind nur einige Punkte auf dem stets gut gefüllten Wochenplan.

Auf der Nachhaltigkeits-Agenda des Unternehmens stehen außerdem eine Hackschnitzelanlage für die Wärmeversorgung sowie Photovoltaik für umweltfreundlichen Strom. Gebadet wird wahlweise im Außenpool oder im Natursee, an dessen Rand sich die kleine, aber feine Saunalandschaft befindet. Der Honig am Buffet stammt von den hoteleigenen Bienenvölkern, die meisten Produkte, die die Küche verlassen, sind regional und/oder bio.

Golfen, spazieren, wandern

Vom Hotel oder dem etwas unterhalb gelegenen Ortskern lassen sich zahlreiche Aktivitäten planen oder starten. Direkt hinter der Hotelanlage liegt Loch Nummer 11 von insgesamt 18 der malerisch gelegenen Golfanlage Oberstaufen-Steibis. Wer lieber einen gemütlichen Spaziergang ohne Golftasche macht, erreicht in knapp einer halben Stunde die Hompessenalpe, wo Besucher von Mai bis Oktober vormittags bei der Herstellung des Bio-Käses zuschauen können – und das Ergebnis natürlich verkosten dürfen.

Etwas anspruchsvoller, aber immer noch für eine gemütliche Halbtageswanderung geeignet sind die südlich von Oberstaufen gelegenen Hündlekopf (1.112m) sowie Östlicher und Westlicher Imberg (1.325 bzw. 1.304m), die aber allesamt auch bequem mit Seilbahnen erreichbar sind und mit gemütlichen Hütten zur Einkehr locken. Gut sichtbar dahinter thront dann der Hochgrat – mit 1.832 Metern eher etwas für geübte und körperlich fitte Wanderer. Zu beiden Seiten des Gipfels laden, wie an einer Schnur aufgefädelt, zahlreiche weitere Gipfel zwischen 1.500 und 1.700 Meter zu Tagestouren ein.

Wem selbst Funkloch, Wellness und Wandern zu wenig Auszeit vom Alltag sind, der kann sich auch knapp eine halbe Stunde westlich von Oberstaufen ins Kloster Wangen begeben. Die Mönche im „Franziskanerklösterle“ laden gegen Spende ein, eine Woche lang mit ihnen zu leben. Beten, arbeiten und Stille inklusive. Und selbst im Rhythmus des Klosterlebens bleibt genug Zeit, um die abwechslungsreiche und erholsame Umgebung des Oberallgäus zu erkunden.

(jmk/spot)

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