Ohne Schuhe: Deshalb ist Barfußwandern so gesund

SpotOn NewsSpotOn News | 13.06.2022, 15:30 Uhr
Das Barfußwandern hat viele gesundheitliche Vorteile. (ncz/spot)
Das Barfußwandern hat viele gesundheitliche Vorteile. (ncz/spot)

Jacob Lund/Shutterstock.com

Als moderne Menschen sind wir es kaum noch gewohnt, ohne Schuhe zu laufen. Doch eigentlich sind wir dafür gemacht, barfuß zu gehen. Gerade beim Wandern kommt man der Natur ohne Schuhe ganz nah. Wie gesund ist das Barfußwandern?

Kaum etwas bringt einen der Natur näher als das Wandern ohne Schuhe. Was anfangs für viele etwas befremdlich klingt, hat viele Vorteile. Denn eigentlich sind Menschen dafür gemacht, barfuß zu laufen: Unsere Fußsohlen haben eine ähnliche Sensorik wie die Handinnenflächen und brauchen Impulse. Unvorbereitet sollte man eine solche Wanderung allerdings nicht antreten.

Barfußwandern: Das sind die Vorteile

Das Barfußwandern stimuliert den Tastsinn der Fußsohlen und schafft einen intensiven Kontakt zur Natur. Man spürt feuchtes, kühles Gras, sonnengewärmte Steine, raschelndes Laub ganz intensiv, watet durch Matsch und säubert die Füße anschließend in Pfützen. Das sorgt auch für ein starkes allgemeines Körperbewusstsein, in dem die Füße Informationen über die Umgebung aufnehmen.

Das Wandern ohne Schuhe kräftigt die Muskulatur, Bänder und Gelenke der Füße und der Knöchel und verbessert die motorischen Fähigkeiten. Der Körper kann sich freier und natürlicher bewegen. Zudem erhöht es die Durchblutung in den Beinen und kann so etwa helfen, Venenleiden vorzubeugen. Der direkte Kontakt mit dem Boden sorgt auch dafür, dass sich verklebte Faszien lösen. Moderne Wanderschuhe können falsche Sicherheit vermitteln, da sie fast zu schnelles Bergauf- und ablaufen, sowie springen ermöglichen. Mit der Zeit schadet das Knien, Hüfte, Rücken und Beingelenken. Beim Barfußwandern geht man automatisch langsamer und konzentrierter.

Wanderschuhe erleichtern durch dicke Sohlen zwar den Aufstieg, allerdings wirken sie sich längerfristig schlecht auf die Haltung aus und verkürzen die Achillessehne. Zudem kann es beim Barfußwandern nicht zu Blasenbildung oder unangenehmen Reibungen kommen. Die Füße bilden eine natürliche Hornhaut und die Füße werden weniger empfindlich.

Die richtige Vorbereitung auf das Barfußwandern

Bevor man zu einer Wanderung ohne Schuhe aufbricht, sollte man den Fuß zunächst an das Barfußsein gewöhnen. So kann man zunächst zu Hause oder beim Sport barfuß herumlaufen, dann einen kurzen Spaziergang ohne Schuhe versuchen. Barfußwanderungen sind viel kürzer als normale Wanderungen. Gerade zu Beginn müssen sich die Füße erstmal Schritt für Schritt an die Natur gewöhnen, kurze Strecken sind ratsam. In vielen Wandergebieten gibt es sogenannte Barfußpfade, auch für Kinder.

Anfangs kann es nicht schaden, die Wanderschuhe im Rucksack zu haben, falls man merkt, dass es doch zu viel für die Füße ist. Zwar hat das Barfußwandern viele gesundheitliche Vorteile, allerdings birgt es auch Gefahren: auch wenn man in der Natur unterwegs ist, ist es wichtig auf Scherben am Boden zu achten. Zudem sollte man auf Dornen, spitze Steine oder Tiere aufpassen. Wer barfuß wandern geht, sollte für den Notfall immer Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel und eine Pinzette im Rucksack haben. Zudem kann es nicht schaden, die Füße mit einem Insektenschutzmittel einzusprühen.