Donnerstag, 5. Dezember 2013 18:10 Uhr

„Oldboy“: Heftige Gewaltorgien im düsteren Remake mit Josh Brolin

Kultregisseur nimmt sich Kultfilm vor: Spike Lee hat den südkoreanischen Klassiker ‚Oldboy‘ für das US-Kino neu inszeniert. Herausgekommen ist ein schonungsloser und düsterer Action-Thriller mit Josh Brolin.

"Oldboy": Heftige Gewaltorgien im düsteren Remake mit Josh Brolin

Filme aus Europa und vor allem Asien sind oft der Stoff aus dem Hollywood-Träume sind – nur nicht in der Originalfassung. Hits wie die Stieg-Larsson-Trilogie ‚Millennium‘ oder das Horrorwerk ‚The Ring‘ werden von der US-amerikanischen Filmschmiede regelmäßig neu für das heimische Publikum aufgegossen. Nun nahm sich ‚Malcolm X‘-Regisseur Spike Lee des Kultfilms ‚Oldboy‘ von 2003 an.

In dem Remake spielt Josh Brolin die Hauptfigur Joe Doucett. Der Werbemanager wacht nach einer durchzechten Nacht zwar mit einem Brummschädel, aber nicht in seinem Bett auf. Stattdessen liegt er in einem als Hotelzimmer getarnten Raum auf, der die nächsten 20 Jahre sein Gefängnis sein wird. Einen Ausweg gibt es nicht. Doucett weiß nicht, wer ihn entführt hat und warum. Die einzige Brücke zur Außenwelt ist ein Fernseher. Aus den Nachrichten erfährt er, dass seine Frau ermordet wurde und er als Täter gesucht wird.

Gefangen zwischen Telegymnastik und Hilflosigkeit stählt er seinen Körper und schreibt Tagebuch. Bis er eines Tages freikommt. Er steckt in einem neuen Anzug, hat ein Smartphone in der Tasche und einen Beutel voll Geld. Doucett versucht das Rätsel seiner Entführung zu lösen und beginnt einen blutigen Rachefeldzug. In der jungen Sozialarbeiterin Marie (Elizabeth Olsen) findet er Hilfe, den Schlüssel seines geheimnisvollen Kidnappings in dem mysteriösen Adrian Pryce (Sharlto Copley). Dieser verspricht ihm Antworten.

Doch die Suche danach wird mit jedem Schritt eine brutalere Reise in Doucetts Vergangenheit. Denn in Freiheit beginnt der Albtraum erst.

"Oldboy": Heftige Gewaltorgien im düsteren Remake mit Josh Brolin

Das Original aus dem Jahr 2003 stammt von dem südkoreanischen Regisseur Park Chan-wook. Dem Film liegt eine Geschichte aus einer Manga-Comicreihe zugrunde. Park Chan-wooks Werk wurde von Kritikern gefeiert, 2004 beim Filmfestival in Cannes mit dem Großen Preis der Jury geadelt und hat heute unter Cineasten Kultstatus erreicht.

Spike Lee, der mit seinem Biopic ‚Malcolm X‘ einst im Wettbewerb der Berlinale lief, hatte nun mit einem geschätzten Budget von 30 Millionen US-Dollar deutlich mehr Mittel zur Verfügung. Das Drehbuch für die US-Fassung schrieb Mark Protosevich, der schon mit ‚I Am Legend‘ und ‚The Cell‘ bewiesen hat, dass er düstere Stoffe umsetzen kann.

"Oldboy": Heftige Gewaltorgien im düsteren Remake mit Josh Brolin

Auch wenn größere Namen wie Will Smith, Daniel Craig und Steven Spielberg im Vorfeld gehandelt wurden, liest sich die finale Besetzung mit Josh Brolin (‚True Grit‘) als wortkargem Eigenbrötler, der sinnsuchenden Elizabeth Olsen und Samuel L. Jackson als skrupellosen Folterknecht immer noch prominent. Doch will der Funke nicht überspringen zwischen ausufernden Gewaltorgien und der blutigen Schnitzeljagd in Doucetts eigener Lebensgeschichte.

Der Action-Thriller, der versucht, eine moralische Linie zwischen Rache, Selbstjustiz und Selbstmord zu finden, wird schwer den Status des Originals erreichen. (Roland Hindl, dpa)

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