23.02.2019 22:40 Uhr

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Foto: Dorith Mous / A.M.P.A.S.

Am 24. Februar ist wieder die „Nacht der Nächte“ und die diesjährigen „Oscars“ werden verliehen. Da lohnt es sich doch mal, dass man sich die goldene Trophäe und die Geschichte drumherum genauer ansieht.

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Foto: Richard Harbaugh/ A.M.P.A.S.

Die längst unter dem Spitznamen „Oscar“ etablierte Verleihung des „Academy Award of Merit“ (engl. für „Verdienstpreis der Akademie“) findet ja  seit 1929 jährlich statt. Ins Leben gerufen wurde der Preis von dem ehemaligen „Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Studios“-Präsidenten, Louis Burt Meyer.

Die Idee des Awards

Der Award wird in einer aufwändigen und glamourösen Zeremonie in momentan über 30 verschiedenen Kategorien vergeben. Da werden prinzipiell die Filme des Vorjahres in verschiedenen Rubriken ausgezeichnet. Aufgrund der ziemlich schwierigen Zugangsvoraussetzungen dominieren zumeist Produktionen aus den USA. Die Preisträger erhalten jeweils eine kleine Statue, die einen vergoldeten Ritter mit einem Schwert auf einer Filmrolle darstellt.

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Ein Oscar aus dem Jahr 1942. Foto: Todd Wawrychuk/ A.M.P.A.S.

Entworfen wurde der „kleine Mann“ von Cedric Gibbons (†1960), dem damaligen Art Director der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Studios. Eine schlichte Urkunde schien den Gründern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences damals einfach nicht würdig genug, somit beauftragten sie Gibbons einen Entwurf der Statuette anzufertigen. Für nur 500 Dollar Budget entstand dann der Ritter mit Schwert auf einer Filmrolle, der heute weltberühmt ist.

Die Figur ist heute 34 cm groß und besteht aus einer massiven Hartmetall-Legierung , unter anderem Zinn, Kupfer und weiteren Metallen, und wiegt etwa 3,9 kg. Also kein Leichtgewicht. Außerdem ist er mit einer dünnen 24-karätigen Schicht Gold überzogen, worauf man in Weltkriegszeiten verzichtet hatte. Mit der Vergoldung ist die begehrte Statue heute etwa 300 US-Dollar wert, natürlich nichts im Vergleich zu dem ideellen Wert.

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Foto: Dorith Mous / A.M.P.A.S.

Früher Handarbeit, heute 3D-Drucker

Übrigens sind seit 1950 alle Gewinner dazu verpflichtet zuzustimmen, dass weder sie noch ihre Erben die Trophäe verkaufen, ohne den Award vorher der Academy zum Rückkauf anzubieten. Wird beispielsweise ein Oscar von einem Gewinner verweigert, bleibt der im Besitz der Academy und der Gewinner bzw. dessen Erben gehen leer aus.

Seit 1983 wird die Fertigung des „Oscars“ durch die Academy bei der „R. S. Owen Company“ in Chicago beauftragt. Früher entstand der „Preis der Preise“ in der Gießerei in reiner Handarbeit. Heute wird die Trophäe mittels eines 3D-Druckers gefertigt. Lediglich der letzte Feinschliff wird heute noch von Menschenhand übernommen.

Bei der Verleihung steht auf dem Sockel der Statue übrigens erstmal nichts. Erst unmittelbar nach der Verleihung wird der Namen des Preisträgers, die Oscar-Kategorie und der Filmtitel auf einem Messingschildchen eingraviert. Schließlich sollen die Preisträger bis zur Verleihung geheim bleiben.

Der Spitzname „Oscar“ wird eigentlich erst seit Mitte der 1930er Jahre verwendet. In den Anfängen wurde die Statuette ausschließlich bei ihrem offiziellen Namen „Academy Award of Merit“ genannt. Wer den Spitznamen „Oscar“ geprägt hat, ist heute nicht mehr sicher zu sagen, im groben gibt es aber vier Personen, die immer wieder als potenzielle Taufpaten genannt wurden.

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Foto: Dorith Mous / A.M.P.A.S.

Disney, Davis oder Herrick?

So soll die ehemalige Vorstandssekretärin der Akademie, Margaret Herrick, beim Anblick der Statue gesagt haben: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“. Auch in den Aufzeichnungen der Akademie wird sie oft als offizielle Namensgeberin angegeben.

Auch Schauspielerin Bette Davis wird oft mit der Namensgebung in Verbindung gebracht. So heißt es, sie soll immer wieder betont haben, die Statue erinnere sie an ihren ersten Mann Harmon Oscar Nelson Jr.

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Foto: Dorith Mous / A.M.P.A.S.

Außerdem behauptete auch noch Filmkolumnist Sidney Skolsky, er wäre der Namensgeber gewesen.

Zuletzt käme wohl noch Walt Disney in Frage. Angeblich soll er mitbekommen haben, wie die Akademie über einen Namen für die Statue nachdachte und ein Mann vorschlug ihn „Oscar“ zu nennen. Walt Disney soll angenommen haben, dass dies nun der offizielle Name sei und soll sich daraufhin bei der Auszeichung 1934 für seinen „Oscar“ bedankt haben.

Oscars: Alles über den kleinen Kerl aus dem 3D-Drucker

Foto: Dorith Mous / A.M.P.A.S.

Galerie

„And the Oscar goes too..“

Bis heute wird von der Academy immer wieder betont, dass „Oscar“ nicht die offizielle Bezeichnung des Awards ist, dennoch ist auch dieser Name seit 1979 markenrechtlich durch die Academy geschützt.

Die diesjährige „Oscar-Verleihung“ findet am Sonntag in Los Angeles statt. Übertragen wird das ganze Spektakel auch bei uns im TV- ab 23:50 Uhr live und in Farbe vom roten Teppich auf ProSieben.

Oscar-Preisträger Christoph Waltz kontrolliert sein Schild. Foto: Darren Decker/ A.M.P.A.S.