Donnerstag, 9. August 2018 19:15 Uhr

Oscars: Neue Kategorie erhitzt die Gemüter

Die Oscar-Akademie reagiert auf die anhaltende öffentlich Kritik, die dem Komitee unter anderem „Snobismus“ bei der Auswahl der besten Filme vorwirft.

Oscars: Neue Kategorie erhitzt die Gemüter

Foto: A.M.P.A.S.

Ab 2019 soll es eine neue Sparte geben, nämlich „Popular Film“. Darin sollen die größten Publikumshits gewürdigt werden, wobei noch unklar ist, welche Kriterien dabei greifen werden. Prompt sieht sich die Academy einer neuerlichen Welle der Kritik gegenüber, und zwar aus den eigenen Reihen…

Hollywood läuft Sturm

So reagierten zahlreiche Filmschaffende und Filmkritiker entsetzt auf die Ankündigung. Schauspieler Rob Lowe etwa schrieb auf Twitter: „Wirklich, diese ‚best pop movie‘-Kategorie ist die schlechteste Idee der Akademie, seit sie mich gebeten haben, mit Schneewittchen zu singen.“

„Variety“-Redakteurin Meredith Woerner äußerte sich via Twitter ähnlich und sprach von „einem RIESIGEN Rückschritt für die Filmbranche“.

Das „Time Magazine“ kritisierte, dass so die „großen Geldverdiener“ geehrt würden – „als wäre Geld in Hollywood nicht eine eigene Auszeichnung.“

Inhaltliche Erwägungen wenig glaubwürdig

„Variety“ zufolge ist ohnehin eine ganz andere Erwägung ausschlaggebend für die geplante Neuerung: Seit Jahren bereits sinken die Quoten der weltweiten Ausstrahlung. 2018 verfolgten 26,5 Millionen Zuschauer die Verleihung im Fernsehen. 1998, als der Blockbuster „Titanic“ bei den Oscars abräumte, waren es mehr als doppelt so viele, nämlich 55,2 Millionen.

Oscars: Neue Kategorie erhitzt die Gemüter

Foto: A.M.P.A.S.

Wie „Variety“ berichtet, übten Verantwortlich des in den USA ausstrahlenden Senders „ABC“ massiv Druck auf die Oscar-Akademie aus, entsprechend nachzubessern. Dementsprechend sollen auch die weiteren geplanten Änderungen – die Show soll künftig maximal drei Stunden dauern, bestimmte Preise werden schnell während der Werbepausen weitergereicht – die Publikumswirksamkeit erhöhen.

Zudem soll die Preisgala früher im Jahr stattfinden – nicht erst zum traditionellen Termin Ende Februar, sondern 2020 bereits am 9. Februar. In einer Mitteilung an Mitglieder der Filmakademie schrieb der Vorstand, diese Neuerungen seien am Dienstagabend von dem Gremium beschlossen worden. (CI/dpa)

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