Mittwoch, 29. August 2018 12:21 Uhr

Outing des Monats: Maike Johanna Reuter von „Alles was zählt“

Maike Johanna Reuter, Star der RTL-Soap „Alles was zählt“ outet sich als bisexuell. Im Interview mit ihrem Sender spricht die Schauspielerin über ihr Outing, was ihr an Frauen oder Männern besser gefällt und warum sie den Begriff „bisexuell“ nicht mag. Hier ein Auszug.

Outing des Monats: Maike Johanna Reuter von "Alles was zählt"

Foto: MG RTL D / Willi Weber

Du hast in Deinem Podcast erstmals öffentlich darüber gesprochen, dass du Männer und Frauen magst – wie war das für dich?
Natürlich ist es jedes Mal ein kleines Outing, wenn man jemandem davon erzählt. Da ich aus dem Thema aber nie ein Geheimnis gemacht habe, fiel es mir nicht schwer, davon zu erzählen. Außerdem haben Ricarda (mit der ich „Busenfreundin – der Podcast“ ins Leben gerufen habe) und ich den Podcast ja nicht gemacht, um uns zu outen. Das war eben eine logische Folge davon, dass wir über das Thema „Frauen lieben Frauen“ sprechen.

Welche Reaktionen hast du nach dem Podcast bekommen – von Fans, Kollegen und Freunden?
Meine Kollegen und Freunde wussten alle schon länger Bescheid. Und die Reaktionen der Fans waren durchweg positiv. Ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass es egal sein sollte, zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt und dass es da kein „normal“ und „unnormal“ gibt.

Bist du schon mal wegen deiner Bisexualität angefeindet worden?
Ich habe in meinem Leben schon öfter Homophobie mitbekommen, sowohl an mich als auch an Freunde gerichtet. Die Leute sind oft überrascht, wenn sie davon erfahren, weil sie glauben, dass es – gerade in Großstädten – so etwas in Deutschland gar nicht mehr gibt. Aber Homophobie existiert leider immer noch, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

Outing des Monats: Maike Johanna Reuter von "Alles was zählt"

Foto: MG RTL D / Daniel Wolters

Wann hast du es deiner Familie und deinen Freunden erzählt– und wie haben sie reagiert?
Es gab nie ein richtiges „Outing“ – meine Freunde und Familie wussten irgendwie schon immer Bescheid. Negative Reaktionen kamen da überhaupt nicht. Die allerbeste Reaktion kam vor ein paar Jahren von meiner Cousine. Sie sagte einfach nur „aha“. Mehr nicht. Sie hat mir damit so wunderbar signalisiert, wie egal es ist, welches Geschlecht man mag.

Was gefällt dir an Frauen, was an Männern besser?
Schwierige Frage. Das ist wie Katzen und Hunde zu vergleichen. Das sind nun mal verschiedene Wesen, die sich auch nicht alle über einen Kamm scheren lassen. Zum Glück.

Warum magst du das Wort „bisexuell“ nicht?
Ich lasse mich nicht gern in Schubladen stecken. Und mit der Bezeichnung „bisexuell“ befinde ich mich plötzlich in eben so einer. Ich glaube, man kann nie richtig ausschließen, in wen man sich mal verliebt – ganz unabhängig davon, wie die bisherigen Beziehungen aussahen.

 

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