11.03.2020 22:20 Uhr

Plácido Domingo: Vorwürfe einer Untersuchung zufolge „glaubwürdig“

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Die Indizien mehren sich, dass Opernstar Plácido Domingo sich nicht korrekt verhalten hat. Die schweren Anschuldigungen gegen den Starsänger wegen sexueller Übergriffe sind einer von der Oper Los Angeles beauftragten Untersuchung zufolge glaubwürdig.

In zehn Fällen sei Plácido Domingo vorgeworfen worden, „unangemessenes Verhalten“ an den Tag gelegt zu haben, heißt es in dem am Dienstag von dem Opernhaus veröffentlichten Bericht.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Plácido Domingo (@placido_domingo) am Jul 21, 2019 um 1:25 PDT

44 Personen befragt

Die Anschuldigungen seien wegen der Ähnlichkeiten in den Berichten „glaubwürdig“ – auch wenn der Grad des Unbehagens, über den die Frauen berichtet hätten, unterschiedlich sei. Nach den Vorwürfen war das ehemalige Mitglied der ‚Drei Tenöre‘ bereits im Oktober letzten Jahres als Chef der Oper in Los Angeles zurückgetreten. Einige Frauen hätten berichtet, sie hätten sich nicht unwohl gefühlt, andere dagegen hätten beschrieben, ein „beträchtliches Trauma“ erlitten zu haben, hieß es weiter.

„Einige Individuen gaben an, dass sie sich wegen Herrn Domingos Wichtigkeit und seines Rangs entmutigt gefühlt hätten, über den Missbrauch zu berichten“, hieß es weiter. In der sechs Monate dauernden Untersuchung einer Anwaltskanzlei waren den Angaben zufolge 44 Personen, darunter auch Domingo selbst, befragt worden. Darüber hinaus sammelte das Ermittlungsteam etwa 500 000 Dokumente und prüfte mehrere 1000 davon im Zusammenhang mit den Anschuldigungen eingehend.

Plácido Domingo: Vorwürfe Untersuchung zufolge „glaubwürdig"

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Opernhäuser reagieren

Domingo habe in dem Gespräch alle Anschuldigungen zurückgewiesen und behauptet, alle Interaktionen seien einvernehmlich erfolgt, hieß es in der Veröffentlichung. Seine Aussagen hätten aber nicht aufrichtig gewirkt. Der spanisch-mexikanische Sänger hatte sich Ende Februar bei den Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der #MeToo -Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. Er übernehme die volle Verantwortung für sein Handeln, sagte er dort.

Eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) hatte zuvor die Vorwürfe zahlreicher Sängerinnen bestätigt. Am Dienstag hatte die Deutsche Oper Berlin die geplanten Auftritte des 79-jährigen Starsängers abgesagt. Nach Domingos persönlicher Entschuldigung wegen sexueller Übergriffe habe das Haus sich zur Absage entschieden, hieß es. Mehrere andere Opernhäuser hatten Domingo bereits zuvor wegen der Vorwürfe aus dem Programm genommen. (dpa/KT)