„Poison Garden“: Dieser Garten ist zum Sterben schön

Der "Poison Garden" von Alnwick liegt in Northumberland im Nordosten Englands. (kms/spot)
Der "Poison Garden" von Alnwick liegt in Northumberland im Nordosten Englands. (kms/spot)

Jiri Vondrous/ Shutterstock.com

17.04.2021 12:30 Uhr

"Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat", besagt ein persisches Sprichwort. In diesem grünen Idyll ist das mit dem Sterben gar nicht so weit hergeholt.

Schmetterlinge, eine bunte Blütenpracht, das Summen der Bienen und ein Totenkopf am Tor… Der Giftgarten von Alnwick entspricht nicht unbedingt den Grünanlagen, die man von der englischen Landschaftskunst gewohnt ist. Schön ist er allemal, aber er hat auch Killer-Potential.

Ein Totenkopf am Tor sagt alles

Die Batman-Schurkin Poison Ivy, gespielt von Uma Thurman (50, „Batman & Robin“) würde sich hier ganz wie zu Hause fühlen. Schließlich ist ihr Namensgeber, der Giftefeu, nur eine von hundert Giftpflanzen, die sich durch den „Poison Garden“ von Alnwick ranken. Nicht umsonst steht am Eingang das Schild: „Diese Pflanzen können töten.“

Die Gründerin des Gartens, Herzogin Jane Percy von Northumberland, war der Meinung, man müsse sich auch auf die tödliche Wirkung von Pflanzen konzentrieren und nicht nur auf die heilsame. Die Menschheit hat sich schließlich immer schon für diesen Aspekt der Flora interessiert: Man denke da zum Beispiel an Sokrates und den Schierlingsbecher.

Schlendern? Ja, aber nur unter Aufsicht

Gemütlich flanieren und entspannt bummeln lässt sich in der Anlage natürlich nur unter Aufsicht, beziehungsweise zusammen mit einem Guide. Das dient nicht allein der Sicherheit der Besucher, sondern sorgt gleichzeitig auch für Aufklärung. Wie giftig ist eine Pflanze? Wann ist sie tödlich? Was muss ich beachten? All diese Fragen werden im wohl gefährlichsten Garten der Welt beantwortet.

Und wer genug von Tollkirsche, Fingerhut, Goldregen und Rizinus hat, geht einfach ein paar Schritte weiter in den Rosengarten von Alnwick mit rund 3.000 verschiedenen Arten. Gefährlich ist es dort nicht mehr, mal abgesehen von ein paar Dornen vielleicht.