Polizisten-Prozess: Heimliche Videos und Kinderpornografie-Vorwurf

Illustration - Ein Jurist nimmt das Strafgesetzbuch aus dem Regal. In Bayern muss sich ein junger Polizist unter anderem wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften vor einem Gericht verantworten.
Illustration - Ein Jurist nimmt das Strafgesetzbuch aus dem Regal. In Bayern muss sich ein junger Polizist unter anderem wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften vor einem Gericht verantworten.

Oliver Berg/dpa

06.07.2021 04:38 Uhr

Vier Frauen und eine Jugendliche soll er heimlich gefilmt haben: Deshalb steht ein 26-jähriger Polizist in Bayern wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs vor Gericht.

Ein junger Polizist soll Frauen und eine Minderjährige heimlich gefilmt sowie Missbrauchsabbildungen besessen haben. Nun muss er sich unter anderem wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften vor einem Gericht in Bayern verantworten. Für den Prozess gegen den heute 26-Jährigen sei nur ein Sitzungstag geplant, wie das Amtsgericht Lichtenfels mitteilte. Neben den heimlichen Aufnahmen wird ihm der Besitz von etwa 400 kinderpornografischen Bildern und Videos zur Last gelegt.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg soll der Mann vier Frauen und eine Jugendliche zum Beispiel in einer Wohnung heimlich gefilmt haben. Vorgeworfen wird ihm hier die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Die Taten fanden demnach 2015 und 2016 statt. Der Mann war zu der Zeit im Polizeidienst beziehungsweise in der Ausbildung zum Polizeibeamten.

Der 26-Jährige darf derzeit keinen Polizeidienst leisten. Außerdem läuft gegen ihn ein Disziplinarverfahren, wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilte. Wegen des Strafverfahrens sei dieses aber derzeit ausgesetzt.

Der Mann saß nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Herbst 2019 für zwei Monate in Untersuchungshaft. Da er bei der frühesten Tat noch nicht 21 Jahre alt war, ist das Jugendschöffengericht zuständig. Aus Platzgründen weicht man von Lichtenfels in einen Saal des Landgerichts Coburg aus.