Montag, 4. November 2019 14:23 Uhr

Popstar Angelika Mann: „Die DDR hat mich depressiv gemacht“

imago images / Raimund Müller

DDR-Sängerin Angelika Mann hat jetzt kritisch über ihre Zeit als Künstlerin in der DDR gesprochen. „Es war irgendwann so, dass man depressiv wurde“, sagt „die Lütte“ im Interview mit dem Nachrichtenportal t-online.de.

Die nur 1,49m kleine Sängerin und Schauspielerin hatte 1984 einen Ausreiseantrag gestellt und den sozialistischen Arbeiter- und Mauernstaat ein Jahr später verlassen hatte.“Ich habe schon meine Meinung gesagt und war nie ein Mitläufer“, stellt Mann klar, die bereits 1976 die sogenannte Biermann-Erklärung unterzeichnet hatte. Gegen den Regime-Kritiker wurde unter anderem ein Auftrittsverbot verhängt.

„Ich fand das entsetzlich und wir waren sofort dabei. Da hat man dann wirklich Stellung bezogen, ja klar.“ Auch dem Druck der DDR und den Folgen für ihre Karriere mit abgesagten Auftritten habe sie standgehalten: „Es ging schon an die Existenz. Ich habe es nicht zurückgenommen.“

„Es hat nur noch genervt“

„Wir Musiker haben uns unsere Nische geschaffen“, sagt die 70-Jährige über das Leben als Künstlerin in der DDR. Trotzdem sei es nur noch darum gegangen, „Klamotten aus dem Westen zu haben, eine Anlage aus dem Westen zu haben, möglichst im Westen zu spielen, Westgeld zu haben. Das hat dann irgendwann furchtbar genervt und man hat sich im Kreis gedreht.“ Musiker seien davongelaufen, wenn andere Bands mit Auftritten im Westen gelockt haben. So sei sie depressiv geworden. „Das war der Grund für mich zu sagen: ‚Jetzt gehe ich, es ändert sich nichts!'“ Bei ihrer Ausreise 1985 habe sie dennoch ganz schön schlucken müssen.

Angelika Mann war an der Seite des Songwriters, Komponisten und Bandleaders Reinhard Lakomy bekannt geworden. (KT)

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