Reicher als König Charles III.Premier Rishi Sunak und Akshata Murthy: Familie, Vermögen und Herkunft

Der neue britische Premierminister Rishi Sunak und seine Frau Akshata Murthy ziehen Ende der Woche in 10 Downing Street ein. (ili/spot)
Der neue britische Premierminister Rishi Sunak und seine Frau Akshata Murthy ziehen Ende der Woche in 10 Downing Street ein. (ili/spot)

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SpotOn NewsSpotOn News | 25.10.2022, 13:04 Uhr

Der neue britische Premierminister Rishi Sunak und seine Frau Akshata Murthy ziehen Ende der Woche in 10 Downing Street ein. Das Paar soll reicher als König Charles III. sein.

Er schreibt Geschichte: Rishi Sunak (42) ist die erste farbige Person und der erste praktizierende Hindu, der das Amt des britischen Premierministers bekleidet. Außerdem ist Sunak mit 42 Jahren jünger als alle seine Vorgänger – außer der damals 24-jährige William Pitt the Younger (1759-1806). Und der neue Premier soll sogar reicher sein als König Charles III. (73). Was ist über diesen ungewöhnlichen Nachfolger von Liz Truss (47) bekannt?

Ausbildung am Privatinternat

Sunak wurde am 12. Mai 1980 in der südenglischen Hafenstadt Southampton als Sohn indischer Eltern geboren, die aus Ostafrika nach Großbritannien gezogen waren. Laut "The Guardian" war sein Vater Allgemeinmediziner und seine Mutter führte eine eigene Apotheke. Als ältestes von drei Kindern besuchte Sunak das private Internat Winchester College, dessen Besuch jährlich 43.335 Pfund (umgerechnet etwa 49.762 Euro) kostet. Rishi Sunak war Schulsprecher und hat in den vergangenen Jahren mehrfach über 100.000 Pfund (etwa 114.830 Euro) an die Schule gespendet.

Große Liebe an der Uni und Traumhochzeit in Indien

Sunak studierte anschließend Politik, Philosophie und Wirtschaft an der Universität Oxford. Nach einem erstklassigen Abschluss erwarb er einen Master of Business Administration (MBA) an der Stanford Universität. An dieser Hochschule lernte er auch seine spätere Frau, Akshata Murthy (42), kennen.

Sie ist die Tochter des indischen Milliardärs N. R. Narayana Murthy, der oft als der Bill Gates (66) Indiens bezeichnet wird und ein Softwareunternehmen gegründet hat. Berichten zufolge hält seine Tochter Anteile an dem Unternehmen, die etwa 700 Millionen Pfund (etwa 804 Mio. Euro) wert sind.

Die ehemalige Modedesignerin Murthy und ihr Bruder Rohan sind laut "Mail Online" größtenteils von ihren Großeltern väterlicherseits aufgezogen worden, da die Eltern ihre Karrieren verfolgten. Nach dem Schulabschluss zog Murthy in die USA, wo sie am Claremont McKenna College in Kalifornien einen Abschluss in Wirtschaft und Französisch machte und am Fashion Institute of Design and Merchandising in Los Angeles studierte. Danach wechselte sie zum MBA-Studium an die renommierte Stanford University.

Rishi Sunak und Akshata Murthy heirateten 2009, vier Jahre nach dem ersten Kennenlernen, in ihrer indischen Heimatstadt Bengaluru. Zu der zweitägigen Zeremonie waren 1.000 Gäste geladen. Vier Jahre lang lebten sie in Indien und zogen 2013 nach Großbritannien. Ihr 7 Millionen Pfund (etwa 8 Mio. Euro) teures Stadthaus in Kensington ist nur eine von mehreren Immobilien, die sie besitzen. Die beiden Töchter, Krishna und Anoushka, machten das Familienglück komplett.

In einem Interview mit der "Times" im August gab Sunak einen kleinen Einblick in seine Ehe. Er und Murthy seien wie Pech und Schwefel. Den größten Unterschied gebe es bei der Hausarbeit. "Ich bin unglaublich ordentlich, sie ist sehr unordentlich", sagte er. "Ich bin viel organisierter, sie ist spontaner. Sie wird mich nicht dafür lieben, dass ich das sage, aber ich will ehrlich sein, sie hat es nicht so mit dem Aufräumen … überall Kleider … und Schuhe … oh Gott, Schuhe", so der Politiker.

Seine Freunde stammen "nicht aus der Arbeiterklasse"

Bereits als Student erzählte Rishi Sunak laut "Guradian" Dokumentarfilmern, dass er Freunde habe, die Aristokraten seien, Freunde, die zur Oberschicht gehörten, und Freunde, die zur Arbeiterklasse gehörten, bevor er sich besann und korrigierte: "Nun, nicht aus der Arbeiterklasse".

Bemerkenswert ist auch seine große Leidenschaft für ein US-amerikanisches Erfrischungsgetränk. Sunak "sammelt Coca-Cola-Dinge", wie er zwei Schülern erzählte, bevor er zugab: "Ich bin süchtig nach Coca-Cola, ich bin total süchtig nach Coca-Cola", um dann, als die Schüler kicherten, klarzustellen: "Coca-Cola-süchtig, nur fürs Protokoll".

Finanziell ist es kompliziert

Im April dieses Jahres stellte sich heraus, dass Murthy im Vereinigten Königreich keinen Wohnsitz hat, was bedeutet, dass sie im Gegenzug für die Zahlung einer jährlichen Gebühr von 30.000 Pfund (etwa 34.450 Euro) keine Steuern auf ihre internationalen Einkünfte zahlen muss. Ohne diesen Status hätte sie im Vereinigten Königreich mehr als 20 Millionen Pfund (23 Mio. Euro) an Steuern auf diese Einkünfte zahlen müssen, wie berichtet wurde. Nach einem öffentlichen Aufschrei kündigte ihr Sprecher an, dass sie im Vereinigten Königreich Steuern auf ihre Einkünfte im Ausland zahlen werde, um den politischen Druck auf ihren Ehemann zu verringern.

Nichtsdestotrotz wird das gemeinsame Vermögen von Sunak und Murthy auf 730 Millionen Pfund (etwa 838 Mio. Euro) geschätzt – und damit doppelt so viel wie das geschätzte Vermögen von König Charles III. und Königsgemahlin Camilla (75) in Höhe von 300 bis 350 Millionen Pfund (etwa 344 bis 402 Mio. Euro).

Politischer Sprint an die Spitze

Rishi Sunak hat es in nur sieben Jahren vom Abgeordneten zum Premierminister gebracht – schneller als jeder andere Premierminister der Neuzeit. David Cameron (56) schaffte es in neun Jahren – aber auch hier hält der oben bereits genannte Pitt der Jüngere mit nur zwei Jahren den Gesamtrekord.

Sunaks Weg an die Spitze verlief nicht immer reibungslos. Nachdem er in einer Abstimmung der Tory-Mitglieder am 5. September gegen Liz Truss verloren hatte, wurde erwartet, dass er sich aus der Politik zurückziehen würde – und das tat er dann auch, indem er am Tag, nachdem Truss Premierministerin wurde, das letzte Mal im Unterhaus sprach.

Doch als Truss strauchelte, war Sunak mit der Unterstützung seiner Anhänger, die er während der Sommerkampagne gesammelt hatte, bereit zu übernehmen …