Samstag, 8. September 2018 16:52 Uhr

Preview „Der Vorname“: Darf ich mein Kind „Adolf“ nennen?

Mit „Der Vorname“ inszenierte Erfolgsregisseur Sönke Wortmann ein Abendessen im Freundes- und Familienkreis fürs Kino, das zum handfesten Streit über Kindererziehung, Jugendfreundschaften und Liebesbeziehungen ausartet.

Preview "Der Vorname": Darf ich mein Kind "Adolf" nennen?

Foto: Constantin Film Verleih GmbH

Eine amüsant-entlarvende Gesellschaftskomödie mit einer exzellenten deutscher Besetzung: Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters, Justus von Dohnányi und Janina Uhse spielen die Hauptrollen. In einer Nebenrolle ist Iris Berben zu sehen. Die Komödie startet am 18. Oktober in den deutschen Kinos.

Darum geht’s

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken.

Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären.

Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

Preview "Der Vorname": Darf ich mein Kind "Adolf" nennen?

Foto: Constantin Film Verleih GmbH

Der Name ist Programm!

Der Name ist Programm! Der deutsche Aphoristiker Wilhelm Schwöbel schrieb mal: „Am Vornamen der Kinder erkennt man den Geist der Eltern.“ Alle Lehrer, die den Satz „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“ prägten, dürften Schwöbel unumwunden zustimmen. Eine Studie der Universität Oldenburg besagt, dass Lehrer beim beliebtesten Jungennamen des Jahres 1991, nämlich Kevin, schnell einen verhaltensauffälligen Schüler aus einem kulturfernen Haushalt erwarten.

Preview "Der Vorname": Darf ich mein Kind "Adolf" nennen?

Foto: Constantin Film Verleih GmbH

Was würden diese Lehrer, aber auch der Rest der Gesellschaft wohl sagen, wenn ein Kind im frühen 21. Jahrhundert den Namen Adolf erhielte? Adolf – wie der Diktator und Nationalsozialist Adolf Hitler, der sechs Millionen Juden umbringen ließ und den Zweiten Weltkrieg mit 50 Millionen Todesopfern anzettelte. Diese ungewöhnliche und dennoch legitime Frage stellten sich die französischen Autoren und Regisseure Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte. Die unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten auf die Frage, ob man ein Kind Adolf nennen soll, ließen sie in ihr Theaterstück „Le Prénom“ einfließen. Das feierte 2010 in Paris Premiere, war ein großer Erfolg und wurde kurz darauf verfilmt, ebenfalls von Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte.

Kammerspiel mit genialen Dialogen

Der Kölner Produzent und Meduienmanager Marc Conrad, der übrigens 1983 seine Karriere bei RTL plus begann, war überzeugt, dass die Prämisse des Films auch und vor allem in Deutschland das Potenzial zum Kinohit hat, wenn ein deutscher Regisseur die Geschichte mit deutschen Schauspielern und deutschen Eigenarten inszeniert.

Preview "Der Vorname": Darf ich mein Kind "Adolf" nennen?

Foto: Constantin Film Verleih GmbH

Für Sönke Wortmann schloss sich durch dieses Filmprojekt ein Kreis: „Ich stieß schon früh durch den französischen Film auf das gleichnamige Theaterstück und überlegte ernsthaft, es auf einer deutschen Bühne zu inszenieren. Ich mochte die genialen Dialoge und die Dramaturgie, bei der sich ein harmonisches Abendessen zum absoluten Desaster entwickelt. Leider kam ich zu spät, denn das Residenztheater in München hatte das Stück gerade auf seinen Spielplan gesetzt.“

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