Donnerstag, 21. November 2019 10:37 Uhr

Prinz Andrew will zu Epstein-Skandal aussagen

imago images / ZUMA Press

Wegen der Vorwürfe im Missbrauchsskandal um den toten US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein (66), zieht sich die Schlinge um den Hals von Prinz Andrew, Herzog von York, (59) immer weiter zu. Mittlerweile hängt nun die Rolle des zweitältesten Sohns der Queen als aktives Mitglied der Königsfamilie in der Schwebe – Doch das könnte erst der Anfang sein.

Immer tiefer gerät der britische Prinz Andrew in den Strudel des Missbrauchsskandals um Jeffrey Epstein. Nachdem er ankündigte, seine Aufgaben als Mitglied der Königsfamilie vorerst ruhen zu lassen, dürfte der Druck auf den Prinzen steigen, bei den US-Ermittlungsbehörden auszusagen. Dies stellte Andrew nun erstmals uneingeschränkt in Aussicht.

Zur Vorgeschichte

Anfang August diesen Jahres nahm sich Geschäftsmann Epstein in einem New Yorker Gefängnis das Leben. Dutzende minderjähriger Frauen soll er missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben, so die Vorwürfe. Prinz Andrew war über viele Jahre hinweg mit dem US-Multimillionär befreundet und so auch regelmäßiger Gast auf dessen Anwesen. Von den vorgeworfenen Taten des Freundes will der britische Prinz jedoch nichts mitbekommen haben.

Eines der Opfer, Virgina Giuffre (35), erinnert sich jedoch daran, als 17-Jährige mehrmals zum Sex mit dem zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. gezwungen worden zu sein. Diese Vorwürfe weist der aber weit von sich. Ein Foto, das zeigt das Mitglied der englischen Königsfamilie aber mit der damals Jugendlichen im Londoner Haus der Partnerin Epsteins, Ghislaine Maxwell (57), wie er den Arm um ihre entblößte Hüfte gelegt hat. Das kann sich der 59-jährige wohl nicht erklären, wie er behauptet haben soll.

Es folgte ein Interview mit dem Sender ‚BBC‘, das für ihn eigentlich zum Befreiungsschlag werden sollte. In diesem wirkte er unbeholfen, sagte, er könne sich nicht an die Partnerin seines Freundes erinnern, die damals noch Roberts mit Nachnamen hieß. Allerdings wisse er noch genau, dass er an dem betreffenden Abend in einem Pizzarestaurant nahe London gewesen sei.

Rückzug angekündigt

Möglicherweise könnte Prinz Andrew nun bald von Beamten des „FBI“ befragt werden. Dies forderte unter anderem die amerikanische Opferanwältin Gloria Allred (78), die mehrere der Opfer Epsteins vertritt, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Sollte der Prinz bei seiner Aussage vereidigt werden, würde er, sollte er eine Falschaussage machen, Gefahr laufen, sich strafbar zu machen.

Bei deinem BBC-Interview vor wenigen Tagen hatte der Herzog von York einer Aussage nur unter Vorbehalt zugestimmt, schon am Mittwochabend gab er den Widerstand in einer Mitteilung auf. Demnach bereue er weiterhin und uneingeschränkt seine Verbindung zu dem Geschäftsmann und habe zutiefst Mitgefühl mit den Opfern, so der Vater von den Prinzessinnen Beatrice of York (31) und Eugenie Brooksbank (29). „Selbstverständlich bin ich bereit, mit jeder zuständigen Ermittlungsbehörde zusammenzuarbeiten, wenn es notwendig sein sollte.“, hieß es dort weiter.

Gleichzeitig gab er so auch seinen vorläufigen Rückzug von den Aufgaben als Mitglied der britischen Königsfamilie bekannt. Es sei ihm klar geworden, „dass die Umstände meiner früheren Verbindung zu Jeffrey Epstein zu einer enormen Störung geworden sind für die Arbeit meiner Familie und die wertvolle Arbeit in den Organisationen und Vereinen, die ich mit Stolz unterstützt habe“, schrieb der Ex-Mann von Sarah Ferguson (60) weiter.

Daher habe er seine Mutter, die Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien, gebeten: „auf absehbare Zeit“ von seinen Aufgaben zurücktreten zu dürfen.“ Die Queen habe ihm diesen Wunsch gewährt. Andrew war in den vergangenen Tagen immer stärker unter Druck geraten. Viele große Sponsoren entzogen Projekten, für die der Zweitgeborene als Schirmherr fungierte, ihre Unterstützung. Darunter auch namhafte Unternehmen wie ‚BT‘ (British Telecommunications), die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ‚KPMG‘ und die Bank ‚Standard Chartered‘. Der Druck, in den USA auszusagen, dürfte weiter wachsen. Medienberichten zufolge hat Virginia Giuffre dem ‚BBC‘ unterdessen bereits ein Interview zu ihren Vorwürfen gegen den Blaublüter gegeben. [dpa/KT]

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