Freitag, 26. April 2019 13:41 Uhr

Prinz William am Tatort des Anschlags

Prinz William (l) begrüßt in der Al-Noor-Moschee ein junges muslimisches Gemeinschaftsmitglied neben Jacinda Ardern (2.v.r), Premierministerin von Neuseeland. Foto: Joseph Johnson

Sechs Wochen ist es her, dass bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch 50 Menschen getötet wurden. Jetzt ist Prinz William zu Besuch. Er sieht in der Reaktion der muslimischen Gemeinde ein Beispiel für die Welt.

Prinz William am Tatort des Anschlages

Der britische Prinz William am Canterbury Earthquake National Memorial – einem Denkmal für die Opfer des Erdbebens in Christchurch im Februar 2011. Foto: Martin Hunter

Der britische Prinz William hat die Muslime der neuseeländischen Stadt Christchurch für ihre Haltung nach dem Terrorangriff vor sechs Wochen gelobt. Bei einem Besuch in der Al-Nur-Moschee, die Ziel des Anschlags war, sagte der britische Thronfolger am Freitag: „Sie haben gezeigt, wie man auf Hass antworten muss – mit Liebe. Mögen die Kräfte der Liebe immer stärker sein als die Kräfte des Hasses.“

Rede vor 160 Überlebenden

William sprach vor etwa 160 Überlebenden des rassistisch motivierten Anschlags und Hinterbliebenen von Todesopfern. Seine Rede begann er mit einigen Worten in der Sprache von Neuseelands Maori-Ureinwohnern und dem arabischen Gruß „Salam aleikum“ („Friede sei mit Euch“). Insgesamt wurden bei dem Angriff auf zwei Moscheen am 15. März während der Freitagsgebete 50 Menschen getötet. Mehrere Dutzend wurden verletzt. Manche liegen noch immer im Krankenhaus.

Prinz William am Tatort des Anschlages

Prinz William (l) begrüßt in der Al-Noor-Moschee ein junges muslimisches Gemeinschaftsmitglied neben Jacinda Ardern (2.v.r), Premierministerin von Neuseeland. Foto: Joseph Johnson

Besuch im Krankenhaus

Zum Auftakt seines zweitägigen Neuseeland-Aufenthalts hatte der zweite in der britischen Thronfolge am Donnerstag in Auckland ein fünf Jahre altes muslimisches Mädchen in der Klinik besucht, das erst diese Woche aus dem Koma aufgewacht war. Auch in Christchurch stattete William Verletzten einen Besuch ab. Zudem ließ er sich auch die zweite Moschee zeigen. Ausdrücklich lobte er Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern für „außerordentliche Führungskraft“ nach dem Anschlag.

Prinz William am Tatort des Anschlages

Prinz William im Gespräch mit Imam Gamel Fouda während des Besuchs der Al-Noor-Moschee. Foto: Tracey Nearmy/Pool Reuters/AP

Als mutmaßlicher Täter sitzt ein 28 Jahre alter Rassist und Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslang Gefängnis. Mitte Juni hat er seinen nächsten Termin vor Gericht. Offen ist noch, wann der Prozess beginnen wird. Der Fall hat auch eine weltweite Debatte ausgelöst, wie künftig verhindert werden kann, dass solche Taten im Internet gezeigt werden.

Für William (36) war dies bereits der dritte Besuch in Neuseeland. Seine Großmutter Queen Elizabeth II. (93) ist offizielles Staatsoberhaupt des Pazifikstaats. (dpa/KT)

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