Promille-Prinz Marcus von Anhalt: Homophobie-Skandal wird persönlicher Supergau

Prinz Marcus: Der Homophobie-Supergau ist sein Ende
Prinz Marcus: Der Homophobie-Supergau ist sein Ende

Sat.1

12.04.2021 23:10 Uhr

Die neue Staffel des Sat.1-Trash-Formats „Promis unter Palmen“ ist mit einem lauten Knall gestartet und lässt nicht nur die Berliner Draq Queen Katy Bähm, sondern auch die Zuschauer geschockt und sprachlos zurück. Schuld daran ist zu einem sehr großen Teil Promille-Protz-Prinz Marcus von Anhalt.

Es waren Szenen, die kaum zu ertragen waren. Schon gleich zu Beginn der Staffel fällt vor allem einer unangenehm auf: Marcus Prinz von Anhalt. Der 54-Jährige sorgte von der ersten Sekunde an nicht nur für Kopfschütteln bei den Zuschauern, sondern auch bei den „Promis unter Palmen„-Teilnehmern.

Wie die Axt im Wald

Wie der berühmte Elefant im Porzellanladen wütete der falsche Prinz, der sich 2006 von Frédéric von Anhalt und Zsa Zsa Gabor adoptieren ließ, durch die Villa. Dabei nannte er Patricia Blanco fett, ätzte gegen Henrik Stoltenbergs Körper und fand im Haus offensichtlich nur eine Person gut: sich selbst. Schon nach wenigen Minuten zeichnete sich ein Bild von gnadenloser Selbstüberschätzung beim schwäbelnden Protz-Prinzen ab. Sympathisch machte ihn dieses Verhalten definitiv nicht!

Und als wären die erstem Kennenlern-Minuten mit den anderen Promis nicht schon Fremdscham genug, folgten auch noch homophone, sexistische und transphobe Kommentare. So berichtete der ehemalige Rotlicht-Unternehmer stilsicher von seinem Sexleben: „Ich hab schon alles ge****, was es gibt auf der Welt. In der Not frisst der Teufel auch Fliegen.“ So habe er sich in seiner Jugend unbemerkt auch mit einem „Ladyboy“ vergnügt.

„Du machst Sex mit Männern?“

Und auch bei Henriks Vorstellung sprang Marcus mit Anlauf ins Fettnäpfchen. „Ich komme aus Köln“, erklärte der Politiker-Enkel im Gespräch, woraufhin ihn Marcus fragte: „Aber du bist nicht schwul?“ Als dann auch noch wenig später Drag Queen Katy Bähm zur Gruppe dazustieß, konnte der ehemalige Metzger seine Geisteshaltung nicht mehr verstecken. Auch hier kam die obligatorische „Bist du homosexuell?“-Frage. „Du machst Sex mit Männern?“, versicherte er sich eifrig bei der Perücken-Stylistin.

„Du fällst hier echt mit der Tür ins Haus“, wiegelte die 28-Jährige recht souverän die übergriffige Frage danach ab, ob die „Queen of Drags„-Teilnehmerin im Bett denn „mehr der Mann oder die Frau“ sei. Es wurde aber noch schlimmer: Ein paar Drinks später entlud sich über der ehemaligen „Promi Big Brother„-Teilnehmerin ein Schwall homophober Kommentare, wie man ihn wohl noch nie im deutschen Fernsehen gesehen hat.

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Prinz Marcus: „Aber du bist doch eine Schwuchtel“

So bezeichnete Marcus Katy im Gespräch plötzlich als „Schwuchtel“ und ließ ihn unaufgefordert wissen, dass er es „ekelig“ findet, „wenn sich zwei Männer küssen. Und das ist Fakt und da stehe ich zu. Basta!“ Katy könne seiner Meinung nach Travestiekünstler sein, „aber, du musst eine Frau ficken und keinen Mann.“ Problematische Einstellung Olé!

Er sei nicht kompatibel für die Welt, so sein Erklärungsversuch, als sich ein sichtlich geschockter Willi Herren in die verbale Flatulenz des offensichtlich schwulenfeindlichen Protz-Prinzen einschaltet. „Das ist ein No-Go! Das sagst du nicht!“, verteidigt Herren die gesamte LGBTQ-Community, während Marcus noch einmal nachlegt: „Schwulsein ist nicht normal.“ Autsch! Das hat gesessen!

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„Besoffensein ist dafür keine Entschuldigung!“

Nicht nur, weil der Suff-Prinz ungeniert seine gestrigen Einstellungen im Fernsehen teilt, sondern viel eher, weil bis aus Willi Herren und Kate Merlan der Großteil der Promis nur dumm vor sich hinschaut, anstatt Zivilcourage zu beweisen und einzugreifen. Das wäre in dieser Situation nämlich angebracht gewesen.

„Das geht gar nicht! Da muss ich einfach in die Bresche springen.“ Und wie der ehemalige „Lindenstraße„-Star richtig in das aufgewühlte Geschehen ruft: „Leute, so was darf man nicht totschweigen!“ Das sieht auch Katy Bähm so, die sehr treffend zusammenfasst: „Besoffensein ist dafür keine Entschuldigung!“ Insgesamt bleibt beim Sehen dieser Szenen der traurige Eindruck, dass erschreckend wenige der Promis eine klare Haltung zu diesem homophoben Angriff zeigten. Dieser Eindruck wurde bei der Nominierungszeremonie – bei der Marcus zur Eliminierung stand – weiter untermauert.

Bei wem liegt die Verantwortung?

Anstatt dieses Verhalten anzuprangern, nominierten einige Promis lieber Patricia Blanco. Anscheinend befürchtete man, sonst nicht mehr die Sommer bei Marcus auf Ibiza verbringen zu können. Das wäre natürlich auch schade … Eben so enttäuschend ist auch, dass der Sender anscheinend keine Konsequenzen für das Verhalten zog oder den Vorfall irgendwie einordnete. Zumindest gab es während der Show ein kurzes Statement auf Twitter:

Insbesondere nachdem Sat.1 im letzten Jahr schon die erste Staffel wegen eines Mobbing-Skandals um die Ohren flog, hätte man eigentlich gedacht, dass der Sender nun endlich die Verantwortung für die eigenen Inhalte übernimmt und eingreift. Doch vermutlich muss sich Sat.1 keine Sorgen mehr um Prinz Marcus machen, denn diese Aktion dürfte ihn – ähnlich wie im Vorjahr Bastian Yotta – ins Abseits katapultiert haben.

Denn einen wirklichen Mehrwert – bis auf einen gekauften Titel – hat der kasslerrote Ex-Metzger bisher noch in kein Format gebracht. (DA)