Pussy Riot: Paul McCartneys Appell hat nicht geholfen

23.05.2013 20:25 Uhr

Die inhaftierte Maria Aljochina von der russischen Punkband Pussy Riot kommt nicht auf Bewährung vorzeitig frei. Ein Gericht in der Stadt Beresniki am Ural lehnte am Donnerstag eine Entlassung ab, wie die Agentur Interfax meldete.

Aus Protest gegen ihren Ausschluss von der wichtigen Verhandlung ist die 24-Jährige im Hungerstreik. Zuvor hatte Ex-Beatle Paul McCartney (70) in handschriftlichen Briefen das Gericht um Gnade für Aljochina sowie die ebenfalls inhaftierte Nadeschda Tolokonnikowa (23) gebeten.

Aljochina kündigte Berufung gegen das Urteil an. Die Lagerleitung warf der Mutter eines kleinen Sohnes schlechtes Benehmen vor. Die prominente Bürgerrechtlerin Ljudmila Alexejewa kritisierte die Gerichtsentscheidung als „Verletzung der Menschlichkeit“.

„Meine persönliche Meinung ist, dass eine weitere Einkerkerung von Maria schädlich für sie und die gesamte Situation wäre, die natürlich von Menschen auf der ganzen Welt verfolgt wird“, heißt es in einem Brief McCartneys, den Anhänger von Pussy Riot im Internet veröffentlichten.

In einem zweiten Brief bat der Brite auch um Milde für Tolokonnikowa. „Ich glaube, dies wird den Geist des Fair Play zeigen, für den das russische Volk bekannt ist, und eine Situation erleichtern, die immer schwieriger wird für uns alle, die wir an Mitgefühl und Gerechtigkeit interessiert sind“, schrieb der Superstar in einem zweiten Brief.

McCartney hatte bereits vor dem umstrittenen Prozess im August 2012 Pussy Riot seine Unterstützung zugesichert. Die Frauen waren nach einem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu je zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Eine dritte Aktivistin, Jekaterina Samuzewitsch (30), war überraschend auf Bewährung freigelassen worden. (dpa)

Foto: Federico Gambarini