Mittwoch, 30. Oktober 2019 12:50 Uhr

„Queen Of Drags“: Heidi Klum verteidigt ihre Show

Foto: ProSieben/Martin Ehleben

Über kaum eine Show im deutschen Fernsehen wurde im Vorfeld soviel diskutiert wie über Heidi Klums neue Castingshow „Queen of Drags“ (ab 14.11., 20.15 Uhr bei ProSieben). Darin kämpfen zehn talentierte Männer um eben diesen Titel.

Doch wo liegt das Problem? Viele aus der LGBTQ-Community befürchten eine fragwürdige Darstellung der Protagonisten als Freakshow.

Da Drag ein wichtiger Teil der queeren Kultur ist, fürchten sie einen Ausverkauf und können zudem auch nicht nachvollziehen warum Heidi Klum und Bill Kaulitz in der Jury sitzen, obwohl scheinbar keiner der beiden eine queere Identität hat oder bekannt dafür ist sich eben für die Community einzusetzen. So gab es einen Aufschrei in der Szene.

„Queen Of Drags“: Heidi Klum verteidigt ihre Show

(v.l.n.r.) Bill Kaulitz; Heidi Klum; Conchita Wurst. Foto: ProSieben/Martin Ehleben

„Es geht um leben und leben lassen“

Ähnlich wie bei  „RuPauls Drag Race“ kämpfen die Teilnehmerinnen um die Krone und ein Preisgeld von 100.000 Euro. Allerdings sollen auch Themen wie Homophobie und Ausgrenzung thematisiert werden. Klum ist überzeugt, mit der Show Aufklärung zu fördern: „Wenn Kinder unsere Show anschauen, können ihre Eltern ihnen anschließend erklären, was eine Drag oder ein Transgender ist.“

Doch wie engagiert sich Klum für die LGBTQI-Community? „Ich unterstütze sie, wo ich nur kann – und überlege mir etwa eine Show wie diese, um sie auf die große Bühne zu bringen.“

„Queen Of Drags“: Heidi Klum verteidigt ihre Show

Foto: ProSieben/Martin Ehleben

„Bemalte Brüste, die frei baumeln“

Ihre wichtigste Aufgabe sei es, vier weltoffene Kinder großzuziehen, „denn es geht um leben und leben lassen. Meine Kinder haben durch meinen Job und das Leben in L.A. schon viele Leute kennengelernt, die anders sprechen, aussehen und verschiedene Hautfarben haben. Sie haben ja selbst unterschiedliche Hautfarben und Freunde, von denen beide Eltern Väter oder Mütter sind.“

Außerdem, so die 46-Jährige, sei es ihr wichtig, stets offen über alles zu sprechen: „Wir besuchen fast jedes Jahr die Gay Pride Parade. Meine Kinder kennen das ihr Leben lang – es ist für sie nichts Besonderes, eine Frau zu sehen, deren bemalte Brüste frei baumeln, während sie auf dem Fahrrad fährt. Ich bin schon sehr offen, aber meine Kinder sind noch offener. Es ist an uns Eltern, die nächste Generation zu ändern, weil sich sonst niemals etwas ändern wird.“

Aber kann eine TV-Show überhaupt zum Kampf gegen Diskriminierung beitragen? Klum: „Ja, indem die Menschen, die durch unsere Sendung in die Welt der Drags hineinschnuppern, mehr Verständnis für sie entwickeln. Ich hoffe, dass besonders die Eltern der Drags ihre Herzen öffnen. Denn viele fanden es nicht gut, dass sich ihre Söhne gern verwandeln.“

Außerdem ist Klum erschüttert, dass die Selbstmordrate bei homosexuellen Jugendlichen hoch sei: „Manche der Jugendlichen werden mit 13 aus dem Elternhaus geworfen. Leider wird viel zu wenig über dieses Riesenthema gesprochen, weil sich niemand traut, die Büchse der Pandora zu öffnen.“

Das komplette Exklusiv-Interview mit Heidi Klum und der restlichen Jury – sowie Gespräche mit den zehn Queens über ihre Kunst und ihre persönlichen Erfahrungen mit Homophobie gibt es auf goldenekamera.de.

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