Ralph Fiennes: Selbst Lord Voldemort verteidigt J.K. Rowling

Gentleman Ralph Fiennes ist von der heutigen Streitkultur entsetzt (stk/spot)
Gentleman Ralph Fiennes ist von der heutigen Streitkultur entsetzt (stk/spot)

Landmark-Media/imagecollect.com

18.03.2021 17:04 Uhr

Ausgerechnet "Harry Potter"-Bösewicht Lord Voldemort hat liebe Worte für J.K. Rowling gefunden. Schauspieler Ralph Fiennes äußerte sich nun zu dem Skandal um die Autorin.

Mit ihren Aussagen, die viele Personen als transphob wahrgenommen haben, brachte „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling (55) Mitte des vergangenen Jahres zahlreiche Menschen gegen sich auf. Schauspieler Ralph Fiennes (58), der in der erfolgreichen Romanverfilmung Bösewicht Lord Voldemort verkörpert, hat sich nun im Gespräch mit der britischen Tageszeitung „The Telegraph“ auf Rowlings Seite geschlagen und dabei die heutige Streitkultur scharf kritisiert.

Er verstehe zwar, dass Debatten manchmal hitzig werden können, gerade bei sensiblen Themen: „Aber ich kann den Zorn gegen sie nicht verstehen.“ Er empfinde „dieses Zeitalter der Beschuldigung und den Drang zum Verdammen irritierend.“ Es sei nach wie vor wichtig, andere Ansichten zuzulassen, so Fiennes: „Der Grad an Hass, den Menschen Meinungen entgegenbringen, die von ihren eigenen abweichen, und die gewalttätige Sprache anderen gegenüber ist verstörend.“

Das war vorgefallen

Rowling hatte sich im Juni 2020 über einen Artikel mit der Überschrift „Meinung: Das Erschaffen einer gleichberechtigteren Nach-Covid-19-Welt für Menschen, die menstruieren“ via Twitter echauffiert. Damals schrieb sie: „‚Menschen, die menstruieren.‘ Ich bin mir sicher, dass es mal ein Wort für diese Leute gegeben hat. Helft mir mal auf die Sprünge. Wumben? Wimpund? Woomud?“

Natürlich spielte sie damit auf das englische Wort „Women“, zu Deutsch „Frauen“, an. Viele User aus der LGBTQ-Gemeinde sahen dies als taktlos an und warfen Rowling daraufhin vor, transphob zu sein. Und auch die „Harry Potter“-Stars Emma Watson (30), Rupert Grint (32) und Daniel Radcliffe (31) kritisierten die Autorin für ihre Worte.