Donnerstag, 1. März 2018 16:50 Uhr

„Red Sparrow“ mit Jennifer Lawrence: Ein Spionage-Thriller, der keiner ist

Jennifer Lawrence spielt eine clevere Ballerina in einem Möchtegern Spionage-Thriller namens „Red Sparrow“. Der läuft seit heute in den Kinos.

"Red Sparrow" mit Jennifer Lawrence: Ein Spionage-Thriller, der keiner ist

Foto: Twentieth Century Fox

Dominika Egorova (Jennifer Lawrence, 27, „American Hustle“) ist eine Primaballerina am Bolschoi-Theater in Moskau. Obwohl sie ein Bühnenstar ist, lebt sie mit ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung in einer gesichtslosen Satellitensiedlung am Rande der Stadt. Die Wohnung wird vom Bolschoi gestellt, ebenso wie die medizinische Betreuung von Dominikas Mutter. Luxus sieht anders aus. Die Tänzerin hat einen Unfall. Und damit beginnen die Probleme, denn das Bolschoi füttert halt keine Invaliden durch.

Dominika ist eine Schönheit, sie hat Glamour, gepaart mit Killer-Instinkt und sie hat einen Onkel. Ivan Egorov (Matthias Schoenaerts, 40, „Der Geschmack von Rost und Knochen“, „Das Dänische Mädchen) arbeitet beim russischen Geheimdienst und wirbt seine Nichte erfolgreich an, ebenfalls für die Regierung zu arbeiten. Jeder Beruf braucht eine Ausbildung. Dominika landet in einem hässlichen Drill-Camp, geleitet von Matron (Charlotte Rampling, 72, „The Verdict“). Die Auszubildenden werden „Sparrows“, Spatzen, genannt.

Die Rekruten sollen lernen zu verführen, aber eigentlich werden sie erst gebrochen und dann gedrillt, so dass eigentlich nur Selbsthass herauskommen kann. Womit wir bei Punkt 2 wären: es gibt kein Selbst, kein Ego; es gibt nur Mütterchen Russland, der einzige zählt nichts – nur der Volkswille. Der Geheimdienst braucht aber Individuen, die sich „der Sache“ ohne Aufzumucken in den Dienst stellen. Natürlich geht es in einem Agentenfilm immer um die Frage, wer wen verrät und warum – und wenn kein Verrat begangen wurde, wird halt trotzdem gefoltert. Auftritt der Sadisten, ausschließlich russische. Die frischgebackene Geheimagentin wird auf den amerikanischen CIA-Agenten Nate Nash (Joel Edgerton, 43, „The Gift“) angesetzt und soll herausfinden, wer der wichtigste amerikanische Maulwurf in der russischen Politik ist.

"Red Sparrow" mit Jennifer Lawrence: Ein Spionage-Thriller, der keiner ist

Foto: Twentieth Century Fox

Jennifer Lawrence als Dominika agiert zwischen den Geheimdienstwelten wie auf Messers Schneide. Ihre Ausgangsmotive scheint sie manchmal zu vergessen, es gibt keine Orientierung. Ist sie loyal? Wer verrät hier wen? „Red Sparrows“ versucht den Geist der Kalten Krieger heraufzubeschwören, jenes Spiel alter Männer, die an ihren Posten kleben, in hässlichen Büros sitzen und an Sex mit Abhängigen denken.

Fazit: Jennifer Lawrence ist wunderbar, wie immer, die Story von „Red Sparrows“ ist – nun ja – durchwachsen. Es bleibt ein krasses schwarz-weiß Bild, dass aus Russen, Chauvis, Sadisten und Fetischliebhaber besteht. Und natürlich haben Amerikaner ausnahmslos ein Herz aus Gold. (Katrin Wessel)

"Red Sparrow" mit Jennifer Lawrence: Ein Spionage-Thriller, der keiner ist

Foto: Twentieth Century Fox

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