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Dienstag, 12. Februar 2019 20:35 Uhr

Roberto Saviano nach Morddrohungen mit Personenschutz auf der Berlinale

Drehbuchautor Roberto Saviano stellte seinen Film "La Paranza dei Bambini" in Berlin vor. Foto: Ralf Hirschberger

Der Mafia-Kritiker Roberto Saviano weiß, was ständige Bedrohung bedeutet – ein Thema auf der Berlinale, die seine Roman-Verfilmung über die Lage der Jugend in Süditalien zeigt.

Roberto Saviano nach Morddrohungen mit Personenschutz auf der Berlinale

Drehbuchautor Roberto Saviano stellte seinen Film „La Paranza dei Bambini“ in Berlin vor. Foto: Ralf Hirschberger

Allen Drohungen zum Trotz will Anti-Mafia-Autor auch künftig weiter schreiben und sich keinesfalls einschüchtern lassen. „Ich bin gelassen, ich werde weiter erzählen“, sagte der unter Personenschutz lebende italienische Journalist am Dienstag auf der Berlinale. Im Wettbewerb stellte der 39-Jährige die Verfilmung seines Romans „La Paranza dei Bambini (Piranhas)“ vor. Auch der dritte und letzte deutsche Beitrag ging am Dienstag ins Rennen um die Bärenpreise.

Roberto Savianos Sicherheit ist immer wieder Thema, unter anderem weil Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega im vergangenen Jahr damit gedroht hatte, den Personenschutz, den Saviano wegen Todesdrohungen erhielt, auf den Prüfstand stellen zu lassen.

„Personenschutz ist kein Privileg“

Der Autor, international bekanntgeworden mit seinem Buch „Gomorrha“ über die Mafia in Neapel, ist einer der schärfsten öffentlichen Kritiker der italienischen Regierung. Auch auf der Berlinale ging er den Innenminister scharf an und bezeichnete die politische Lage in Italien als „sehr ernst“.

Mit Blick auf seine eigene Situation sagte Saviano: „Personenschutz ist kein Privileg, er ist ein Drama.“ Auch andere Journalisten in Italien seien in einer ähnlichen Situation. Generell sei die Lage für Berichterstatter in Europa bedrohlicher geworden, sagte er mit Blick auf die Morde an Journalisten auf Malta und in der Slowakei. Für diejenigen, die über Europa schreiben, sei es „kein sicheres Terrain mehr“.

In der Roman-Verfilmung, die am Dienstagabend Premiere am Potsdamer Platz feiern sollte, erzählt Regisseur Claudio Giovannesi mit Laiendarstellern das Leben von Nicola und seinen Freunden. Die 15-Jährigen leben in Sanità, einem Viertel von Neapel, wo sie in die Spirale von Gewalt, Drogen und organisierter Kriminalität geraten.
(dpa/KT)

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