04.12.2020 21:30 Uhr

Romain Grosjean berichtet über die Sekunden in der Feuerhölle

Es waren Minuten, in denen er verzweifelt um sein Leben kämpfte: Vor wenigen Tagen schockte Formel-1-Fahrer Romain Grosjean mit einem Horror-Crash. Jetzt erzählt er, wie er selbst den unmittelbaren Moment nach dem Aufprall erlebte.

imago images / Motorsport Images

Es sind Bilder des Schreckens! Der Formel-1-Fahrer Romain Grosjean (34) war am letzten Sonntag beim Großen Preis von Bahrain kurz nach seinem Start mit 221 Kilometern pro Stunde in eine Leitplanke gekracht. Sein Auto wurde dabei völlig demoliert und ging in Flammen auf. Wie durch ein Wunder überlebt der 34-Jährige den Unfall und kann das Krankenhaus bereits nach drei Tagen wieder verlassen. Wie er selbst den Horror-Crash erlebt hat, erzählt Grosjean jetzt in einem emotionalen Instagram-Beitrag.

Romain Grosjean berichtet über die Sekunden in der Feuerhölle

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„Ich bin dem Tod begegnet“

Auf Instagram lässt der Rennfahrer seine Fans und Follower an seinem Genesungsprozess teilhaben. Auch ein Bild des schrecklichen Unfallszenarios teilt Grosjean. Dazu schreibt er: „Ich bin dem Tod begegnet, und das ist das schlimmste Gefühl, das ich je hatte aber ich bin am Leben und werde von nun an jede Sekunde und jeden kleinen Gewinn viel besser genießen.“

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Quälende Minuten in der Feuerhölle

Die Momente nach dem schrecklichen Aufprall sind Grosjean ganz genau in Erinnerung geblieben: „Es waren 28 Sekunden im Feuer, es hat sich aber viel länger angefühlt. Als ich rauswollte, habe ich mir den Kopf gestoßen. Ich habe mich wieder gesetzt und gedacht: Ich warte, ich habe mich irgendwie überschlagen. Ich warte, bis mir jemand hilft. Ich habe das Feuer erst nicht gesehen. Ich drehte mich nach links und habe mir wieder den Kopf gestoßen. Aber ich habe dann überall Feuer gesehen. Da war keine Zeit, zu warten. Ich musste an Niki Lauda denken. Ich dachte, es kann nicht so enden, es kann nicht mein letztes Rennen gewesen sein. Niemals. Ich habs immer wieder probiert, aber ich steckte fest. Mein Fuß steckte fest.“, erklärt er in einem Interview.

Die Folgen des schweren Unfalls

Die Wunden sind noch nicht verheilt, da kehrt Grosjean an den Ort des Unglücks zurück – nur vier Tage nach dem tragischen Unfall. Am linken Fuß trägt er eine Schiene, seine verbrannten Hände stecken in dicken Bandagen. Der Rennfahrer hatte Glück im Unglück, denn der Unfall hätte durchaus tödlich ausgehen können. „Mein linker Knöchel ist verknackst, mein linkes Knie angeschlagen, ich habe ein paar nette Prellungen an meiner linken Schulter, Pobacke und Unterarm. Mein linker Daumen ist nicht nur leicht verknackst, sondern auch die ganze Hand böse verbrannt.“, erklärt der 34-Jährige seine Verletzungen in einem Interview.

Grosjean vielleicht schon bald wieder hinterm Steuer?

Grosjean möchte auf jeden Fall noch mal auf die Rennstrecke zurückkehren: „Mit diesen Bildern will ich meine Karriere nicht beenden.“ Beim vorletzten Saisonlauf in Bahrain wird der zweifache Familienvater aussetzen und durch den Brasilianer Pietro Fittipaldi ersetzt. Bislang ist jedoch unklar, ob Grosjean zum Saisonfinale in Abu Dhabi in der kommenden Woche wieder hinterm Steuer sitzen wird. „Mir ist das Rennen wichtig, aber ein Rennen ist nicht so wichtig wie der Rest meines Lebens.“ Sollte er sich nicht rechtzeitig erholt haben, hat er bereits einen genauen Plan: „Ich werde jedes Formel-1-Team anrufen und bitten, ob sie mir im Januar einen privaten Test ermöglichen mit 10, 15 Runden nur für mich selbst.“ (AB)