Sonntag, 10. November 2019 21:35 Uhr

Roman Polanski: Das Wichtigste über die neuen Vergewaltigungsvorwürfe

Polanski weist Vergewaltigungsvorwürfe zurück. Foto: Stanislaw Rozpedzik/PAP/dpa

Eine französische Schauspielerin wirft dem Regisseur Roman Polanski vor, sie vor Jahrzehnten vergewaltigt zu haben. Die Enthüllungen überschatten die Frankreich-Premiere seines jüngsten Films.

Wenige Tage vor der Premiere seines jüngsten Films sind gegen Roman Polanski (86) neue Vergewaltigungsvorwürfe öffentlich geworden. Die französische Schauspielerin und Fotografin Valentine Monnier beschuldigt in einem Medienbericht den polnisch-französischen Regisseur, sie 1975 als 18-Jährige in der Schweiz vergewaltigt zu haben. Der polnisch-französische Regisseur („Rosemaries Baby“, „Der Pianist“) weist die Anschuldigungen zurück.

Polanski will sich juristisch wehren

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf Polanskis Anwalt Hervé Temime berichtete, erwägt der Regisseur juristische Maßnahmen gegen die Veröffentlichung dieser Aussagen. Der Vorfall sei verjährt und der Justiz nie zur Kenntnis gebracht worden, erklärte Temime zuvor auch der Tageszeitung „Le Parisien“, die die Enthüllungen von Monnier am Freitag veröffentlicht hatte.

In der Tageszeitung beschreibt die 63-Jährige detailliert den Vorfall. Sie sei der Einladung einer Bekannten von ihr in das Chalet von Polanski in Gstaad gefolgt. Bereits am Skilift hätte er ihr ein sexuelles Angebot gemacht, erzählte sie. Wieder zurück im Chalet hätte er sie in sein Stockwerk gerufen und nackt empfangen.

„Extreme Gewalt“?

Er sei von extremer Gewalt gewesen, führte sie in dem Artikel weiter aus. Er habe sie geschlagen, bis sie aufgegeben habe. In Briefen hatte sich Monnier in den vergangenen zwei Jahren auch an mehrere Instanzen und Personen gewandt, darunter die französische Präsidentengattin Brigitte Macron. Deren Büro bestätigte der AFP am Samstag die Existenz zweier Briefe.

Der Film „J’accuse“ (auf Englisch „An Officer And A Spy“) kommt an diesem Mittwoch in die französischen Kinos. Das Drama handelt von dem jüdischen französischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 in Paris zu Unrecht wegen angeblichem Landesverrat verurteilt wurde. Die Dreyfus-Affäre war einer der größten Justizirrtümer Frankreichs. Für die Großproduktion von mehr als 20 Millionen Euro wurde Polanski auf dem diesjährigen Filmfestival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Davor kam es dort zu Kontroversen. Polanski sah sich in den vergangenen Jahren mit mehreren Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Bis heute kann der Filmschaffende nicht in die USA einreisen, weil dort eine auf das Jahr 1977 zurückgehende Ermittlung gegen ihn läuft. (dpa/KT)

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