Rosa von Praunheim: „Ich habe schon mit 20 meine Beerdigung gefeiert“

Rosa von Praunheim: "Ich habe schon mit 20 meine Beerdigung gefeiert"

© IMAGO / Photopress Müller

21.02.2021 20:42 Uhr

Rosa von Praunheim verbringt gerne Zeit am Grab seiner Frau Mutter auf dem Friedhof in Berlin-Wilmersdorf. Pläne für die eigene Beerdigung hat er auch schon.

Der heute 78-Jährige plauderte in einem durchaus lebensbejahenden Gespräch mit Andreas Kurtz, Kolumnist der „Berliner Morgenpost“, über seine Mutter. Die verschied im stolzen Alter von 98 Jahren.

„Ich hatte ihr immer gedroht, dass ich eine Hand von ihr auf dem Schreibtisch haben und sie ausgestopft in meinen Flur stellen möchte“. Mutti hatte deshalb lieber selbst vorgesorgt für ihre letzte Reise. „Das fand sie alles nicht gut und hat dann hinter meinem Rücken ein Beerdigungsinstitut beauftragt.“

Mutti Gertrud hatte einen schönen Tod

Der in Riga geborene Autor, Regisseur und Aktivist der LGBTQ-Bewegung wurde von Gertrud Mischwitzky kurz nach seiner Geburt adoptiert.

Von Praunheim, der gerade an einem neuen Roman „Hasenpupsiloch“ und seinem Musical „Bettwurst“ arbeitet, erinnert sich noch sehr genau an Mutters letzten Tag: „Ich verabschiedete mich, um kurz aus dem Haus zu gehen, da spielte sie gerade mit ihrer Betreuerin Schach. (…) Dann kam ich zurück und mein Freund sagte, dass Mutti gestorben ist.“

Seine Mutter hatte die letzten 15 Jahre bei ihm gelebt und er glaube, dass sie einen sehr schöner Tod gehabt hatte. „Ihr war schlecht, dann kam ein junger, hübscher Arzt und der hat sie sterben lassen. Er hat sie Gott sei Dank nicht ins Krankenhaus gebracht.“

Sein Ende hatte er mit einem Krokodil geplant

Über sein eigenes Ende dachte von Praunheim in den letzten Jahrzehnten immer wieder mal nach, wie er im Gespräch mit Andreas Kurtz verriet: „Ich habe schon mit 20 meine Beerdigung gefeiert und Leute dazu eingeladen. Das fand ich sehr reizvoll. Mit 40 wollte ich mir ein Krokodil anschaffen und mich lebend vor meinen Freunden von dem Krokodil fressen lassen. Das war ein Traum.“

Jetzt hat er diese theatralischen Pläne etwas heruntergefahren, aber: „Ich plane sehr pompös meine Beerdigung auf dem alten St. Matthäus Friedhof in der Großgörschenstraße, wo auch Rio Reiser und die Brüder Grimm liegen, von denen ja einer schwul gewesen sein soll.“

Allerdings wusste von Praunheim schon gerne mehr über den Zeitpunkt seines Endes. Eine Wahrsagerin habe ihm gedroht, er hätte noch zweieinhalb Jahre zu leben. „Da war die aber ziemlich besoffen und jetzt ist meine Hoffnung, dass sie in zweieinhalb Jahren stirbt.“