03.11.2020 15:30 Uhr

RTL lässt Michael Wendler eiskalt abblitzen

Da hat sich Michael Wendler schwer verkalkuliert. Seinen Arbeitgeber RTL schwer verunglimpft, einseitig aus laufenden Verträgen ausgestiegen und fast 5 Millionen Euro an kommenden Honoraren in den Sand gesetzt. Nun folgte eine Entschuldigung. RTL reagiert kurz und knapp.

imago images / Future Image

Schlagersänger Michael Wendler hatte sich in der Nacht zum Dienstag bei Instagram mit einem vor Tagen angekündigten, längeren Videostatement zurückgemeldet. Die neue Erklärung kommt drei Wochen nach seinen harschen Äußerungen zur Corona-Krise in einem Video.

Darin sprach er nicht nur über die US-Wahl, sondern auch über verloren gegangene Werbepartnern, seine arme junge Frau Laura, die nun wie er fast ohne Einnahmen dasteht – und er entschuldigte sich bei RTL.

Hier zunächst ein Auszug aus der teils reumütigen Erklärung des 48-Jährigen:

RTL lässt den Michael Wendler eiskalt abblitzen

Screenshot: Michael Wendler/Instagram

Neue Schelte gegen die Medien

„Es ist wirklich absurd, was ich teilweise in den deutschen Medien über mich lesen muss. Es wird darüber berichtet, dass ich ein Corona-Leugner sei, ein Verschwörungstheoretiker, ein Aluhutträger. Alles Begriffe, die ihr wahrscheinlich kennt von Menschen, die Maßnahmen der Regierung anzweifeln. Das alles trifft nicht zu. Ich bin überhaupt kein Verschwörungstheoretiker oder Corona-Leugner. Nein, ich kann euch hier und jetzt sagen: Das Coronavirus gibt es. Das gibt es auch schon viele viele Jahre. Das hat uns schon die ganze Zeit über begleitet. Ich werde es mit Sicherheit nicht leugnen. Das wäre auf jeden Fall falsch. Und das habe ich übrigens auch nie getan. Ihr könnt mich auf jeden Fall einen Corona-Realist nennen oder auch einen Pandemie-Maßnahmen-Skeptiker. Aber mit Sicherheit bin ich kein Aluhutträger oder Verschwörungstheoretiker.“

Laura Müller wird in Sippenhaft genommen

„Ich muss an dieser Stelle mal sagen, was ich äußerst schlimm empfand, ist, das, was meiner Frau Laura widerfahren ist, die ja wirklich mit mir als meiner Person und meiner Aussage nichts zu tun hat. Sie hat tatsächliche nahezu alle ihre Firmen verloren. Sie ist ja praktisch selbstständig als Influencerin und die Firmen haben sich nahezu alle von ihr distanziert. Das kann ich wirklich überhaupt nicht verstehen. Nur als Beispiel: Wenn der Ehemann eine Bank ausraubt, dann muss die Ehefrau doch auch nicht in den Knast. Das ist hier praktisch passiert. Ich kann die Firmen nicht verstehen, die sich von meiner Frau distanziert haben, nur weil sie glauben, dass sie ähnlich denkt wie ich. Ich muss hier ganz klar sagen, das tut Laura nicht. Laura ist ein eigenständiger Mensch. Laura hat ihre eigene Meinung, die hat sie auch vertreten, übrigens auch in einem Post. Sie ist eine junge Frau, die völlig unpolitisch ist und zu den Maßnahmen der Regierung zu Corona keine große eigene Meinung hat. Das muss man doch eben auch akzeptieren.“

Entschuldigung bei RTL

„Ich habe mich zu den Medien geäußert und habe Gleichschaltung vorgeworfen. Ich muss das ein bisschen revidieren. Es gab in letzter Zeit einige Berichte, die mich sehr erfreut haben, es gab auch kritische Berichte zur Pandemie und zu den Corona-Maßnahmen – auch bei ARD, ZDF und WDR. Ich muss mich bei RTL hier an dieser Stelle entschuldigen. Ich habe RTL wahrscheinlich ziemlich Unrecht getan, indem ich auch RTL mit in dieses Boot gezogen habe. RTL war bislang der einzige Sender, der sich um ein Interview mit mir bemüht hat, um klarzustellen, warum ich so denke, wie ich denke. Das ist sehr lobenswert. Ich habe von meiner Seite her das unterbunden. RTL war sogar hier in Amerika vor meiner Haustür und hat sich bemüht, ich habe das abgelehnt. Das war eigentlich ein großer Fehler. Das tut mir leid an dieser Stelle. Und ich entschuldige mich in aller Form bei RTL. Ich möchte das auf jeden Fall zurücknehmen. Die Gleichschaltung, das war der falsche Ausdruck, und dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen.“

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„Ich habe kein Zuhause in Deutschland“

„Die Entwicklung, die stattgefunden hat in der letzten Zeit, deutete ja daraufhin, dass es wieder in die Richtung (neuer Lockdown, die Red.) geht. Ich hatte RTL schon früh informiert, dass ich bei DSDS aussteige, wenn ich das Gefühl habe, dass das wieder passiert. Man hat das verneint und es ist wieder passiert. Es kam zu Reiseverboten, es gab Hotelschließungen. Es gibt jetzt den zweiten Lockdown. Und das alles bestätigte nur, dass ich mit meiner Annahme richtig lag, denn nochmal: Ich habe kein Zuhause in Deutschland, ich lebe in den USA. Und für mich ist es natürlich dann als Musiker und und Medienmensch auch schwer, irgendwo unterzukommen, wenn Hotels auf einmal schließen. Das alles hat mich eben dazu bewogen, meine Teilnahme bei DSDS vorläufig dementsprechend einzustellen, in der Hoffnung, dass es dann bald irgendwie weitergeht. Das hat sich jetzt zerschlagen, denn RTL hat sich da ja leider früh positioniert. Vielleicht hätte man das ja verhindern können, indem man mit RTL spricht. Das habe ich leider verpasst. An dieser Stelle nochmal: Das war ein Fehler von mir.“

„Ich will wieder zurück nach Deutschland“

„Ich habe auch das Gefühl, dass alles gut wird. Ich will euch da auch gar nicht in die Angst treiben und das wiederholen, was schon allein die Politiker mit uns machen. Denn Angst ist immer ein schlechter Begleiter, immer, und Hoffnung immer einer sehr sehr guter. Ich bin guter Hoffnung, dass am Ende alles gut wird. Also, wir schaffen das zusammen. Ich bin an eurer Seite. An dieser Stelle muss ich meinen Fans auch nochmal ganz eindeutig sagen, das, was in der Presse steht, stimmt nicht immer. Ich komme natürlich zurück nach Deutschland. Ich bin auch nicht auf der Flucht, sondern ich bin wieder – vielleicht auch noch dieses Jahr oder Anfang nächsten Jahres – zurück in Deutschland. So Gott will, wird es dann auch wieder Konzerte geben. Ich arbeite auf jeden Fall weiter und mache meine Musik für euch. Bis die Zeiten wieder etwas normaler werden, dann auch nur noch das.“

Das sagt RTL

RTL wollte dazu auf Anfrage von klatsch-tratsch.de keine Stellung nehmen, aber ein kurzer Tweet des Senders stutzte ihn am Dienstagmittag auf das zurück was Wendler nach einem tiefen Fall, ist: ein armes Würstchen, dass nun versucht, wieder Quote zu machen. „Es gibt gerade so viel wichtige Themen wie #Wien, #Corona, #ElectionDay… Wendlers Instagram-Story gehört nicht dazu“, heißt es in dem Post vom Dienstagmittag.

Kann man nur hoffen, dass der Sender dem gefallenen Star keine Plattform mehr bietet, auch nicht in Shows wie denen von Pocher oder „Exklusiv“, die vor allem auf Quote abzielen.

Übrigens: Aufwiegler und Demagoge Wendler postet auf Telegram, dem wohl am meisten durch die User selbst zensierten Social-Media-Kanal, fleissig weiter sein Verschwörungsgedöns.

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