Genussvolles Highlight im FrankenlandRundgang durch Rothenburg: Mehr als Maultaschen und Gemäuer

Die Geschichte Rothenburgs reicht bis ins Jahr 960 zurück. (kms/spot)
Die Geschichte Rothenburgs reicht bis ins Jahr 960 zurück. (kms/spot)

saiko3p/Shutterstock.com

SpotOn NewsSpotOn News | 27.10.2022, 19:43 Uhr

Von Schlösschen bis zum Hexenhaus, von Schneebällen bis zum Federweißen: Rothenburg ob der Tauber bietet Abwechslung und jede Menge zu entdecken - ein Rundgang.

Wenn die ersten Turmspitzen und Bergfriede über den Wipfeln des Taubertals auftauchen, hat man den ersten Schritt zur Zeitreise ins Mittelalter bereits getan. Rothenburg ob der Tauber versprüht einen unvergesslichen Zauber und nimmt Besucher mit auf einen kulinarischen Trip.

Wer Romantik sucht, wird sie in Rothenburg finden, wer der ruhelosen Gegenwart entfliehen möchte, kommt im Schatten der 42 trutzigen Türme des Mauerrings zur Ruhe. Die erste Siedlung im Taubertal entstand schon 960, 1142 kam die Reichsburg dazu. 1274 wurde Rotheburg von König Rudolf von Habsburg zur Reichsstadt erklärt.

Federweißer und Zwiebelkuchen versprechen Genuss

Die 1.000-jährige Geschichte erleben Urlauber am besten auf einer der allabendlichen Nachtwächter-Touren durch die verwinkelten Gassen, vorbei an kunstvollen Fachwerkhäusern. Ein Muss ist auf alle Fälle die St.-Jakobs-Kirche mit dem Heilig-Blut-Altar. Was etwas makaber anmutet, ist ein echtes Stück Geschichte von Bildschnitzer Tilman Riemenschneider (1460-1531). Themen der figürlichen Gestaltung sind der Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl und der Ölberg. Bereits im Mittelalter pilgerten Scharen deswegen zur gotischen Kirche.

Zur Stärkung bietet sich nun ein Stopp in einer der vielen Weinstuben an, die jetzt im Herbst Federweißen und lauwarmen Zwiebelkuchen anbieten. Wer danach noch Platz hat, kann einen Schneeball probieren. Das Zuckergebäck aus Mürbeteig ist aber nicht jedermanns Sache, da die Spezialität bisweilen doch etwas trocken ist und die Gefahr birgt, sich am übermäßigen Puderzucker zu verschlucken.

Vom Schloss zum Hexenhäuschen

So gestärkt geht es weiter in den Burgarten, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Altstadt und das Taubertal mit dem Topplerschlösschen hat. Dies war das Domizil eines berühmten Bürgermeisters der Stadt, der unter mysteriösen Umständen in den Verliesen des Rathauses zu Tode kam. Das Schlösschen ist mit Möbeln des 16. bis 19. Jahrhunderts bestückt und kann besichtigt werden, doch zurück zum Garten: An der Stelle des heutigen Burggartens stand einst die Reichsburg der Hohenstaufen, ein Erdbeben zerstörte die Anlage 1356.

Von dort aus geht es mal auf, mal unterhalb des Mauerrings zur Spitalbastei. Das Rondell aus dem 16. Jahrhundert ist mit zwei Zwingern und sieben Toren das mächtigste Festungswerk der Stadt. Etwas versteckt liegt dort das Haus des Spitalbereiters, das aussieht wie ein Hexenhäuschen und als Küche für das Spital und Wohnung diente. Heute ist es ein Treff für Alt und Jung.

"Über allen Gipfeln ist Ruh', in allen Wipfeln spürest Du"

Über die Stadtmauern hinaus bietet sich ein Ausflug durch das Taubertal an – per pedes oder auf dem Fahrrad. Wanderwege führen um Rothenburg herum und etwa auf die Frankehöhe. Da sich in der Gegend diverse Jakobswege kreuzen, trifft man unterwegs sicher auf den ein oder anderen Pilger. Mit dem Drahtesel bietet sich eine Tour auf dem Taubertal-Radweg oder dem Altmühltal-Radweg an, die hier ihren Startpunkt haben. In luftige Höhen geht es für Groß und Klein im Rothenburger Kletterwald in die Wipfel des Taubertals.