Dienstag, 12. November 2019 22:08 Uhr

Samantha Gold: Vom Grazer Tuntenball in die neue Heidi-Klum-Show

© ProSieben/Boris Breuer

Samantha Gold (35) ist nicht nur das jüngste Mitglied der „Olivia Jones“-Familie, sondern wird auch bald Teil der neuen ProSieben-Show „Queen of Drags“ sein. Richtige Miss-Titel hat die Teilnehmerin der Sendung mit Heidi Klum (46) und Bill Kaulitz (30) auch schon: 2015 gewann die Wahl-St.Paulianerin den „Grazer Tuntenball“, 2017 wurde sie zur „Miss Tuntenball Deutschland“ gekürt.

Das verlieh der Dragqueen ihren Goldstatus und war ihr Startschuss für ihre Karriere. Heute wird Samantha, die eigentlich Bernd heißt, drei bis vier Mal pro Woche als Drag gebucht. Außerdem arbeitet sie unter anderem als Host in der Bar und im Show Club von Olivia Jones (49). Im Gespräch mit dem ausstrahlenden Sender erzählte die Show-Teilnehmerin von ihrem Weg zur Dragqueen und vielem mehr.

Samantha Gold: Vom Grazer Tuntenball in die neue Heidi-Klum-Show

© ProSieben/Boris Breuer

Welche Geschichte steckt hinter Deinem Drag Queen Namen?
Früher meinten meine Lehrer und Freunde schon, dass ich mit meinen blonden Haaren aussehe wie ein Engel, es aber faustdick hinter den Ohren habe, wie ein Teufelchen; deswegen: Samantha: Samantha von Sex and the City, verrucht, sexy und Gold: elegant, glamourös, Glitzer

Erzähle uns von Deinem Leben als Drag Queen: Seit wann bist Du Drag? Hast Du Vorbilder? Was fasziniert Dich an der Drag-Kunst?
Vorbilder habe ich nicht wirklich. Erste Erfahrungen als Drag Queen habe ich bei einer verrückten Familienfeier 2014 gemacht, wo die Männer sich als Frauen und die Frauen sich als Männer verkleidet haben. Da war die die Leidenschaft ist entfacht. 2014 war ich das erste Mal beim Grazer Tuntenball. Dort wurde ich ein Jahr später, 2015, vor 2.500 Gästen zur Miss Tuntenball gekürt. 2016 habe ich dann erste Erfahrungen in Hamburg als Drag Queen gemacht. 2017 wurde ich beim Dresdner Tuntenball zur Miss Tuntenball Deutschland gekürt. Im gleichen Jahr habe ich auch angefangen, bei Olivia Jones zu arbeiten und bin seitdem fixer Teil der Olivia Jones Familie. Ein weiteres Highlight war in dem Jahr, dass ich Host vom Electric Circus, einer LGBT-Party in Hamburg, sein durfte.

Wer oder was inspiriert Dich?
Ich mache immer das, wozu ich Lust habe. Ich will mich durch die Drag Kunst selbst entfalten und niemanden imitieren. Vorbilder habe ich eher im Bezug darauf, was jemand erreicht bzw.
geschaffen hat.

Was ändert sich (charakterlich) für Dich, wenn Du in Dein Outfit schlüpfst? Wer bist Du vorher, wer dann? Welchen Reiz hat für Dich das Spiel mit den Geschlechtern?
Samantha liebt das Rampenlicht, die Bühne, ist offen und geht auf Menschen positiv zu. Wenn ich nicht in Drag bin, bin ich eher schüchtern, zurückgezogen und ein Familienmensch.

Samantha Gold: Vom Grazer Tuntenball in die neue Heidi-Klum-Show

© ProSieben/Boris Breuer

Was muss eine „Queen of Drags“ Deiner Meinung nach alles mitbringen? Und warum glaubst Du, hast Du den Titel verdient?
Sie muss eine würdige und authentische Repräsentantin von Drag Queens sein, eine tolle Show liefern und das Publikum ins Herz schließen.

Was ist Deine Paradedisziplin als Drag Queen?
Live-Gesang, authentisch sein und Menschen mit meiner Kunst erreichen.

Wo siehst Du Dich als Drag Queen? Einzelkämpfer*in oder Teamplayer? Peagant-Queen oder Performer? Fun-Girl oder Drag-Aktivist*in?
Ich bin Teamplayer, aber doch auch Diva. Mich macht die Mischung aus Schönheit und Performance aus. Außerdem bin ich eine Plus Size Queen. Es geht mir darum, zu zeigen, dass Plus Size Drag Queens, sowie Frauen und Männer auch schön sein können und sich entfalten wie sie sich fühlen und wie sie sind. Es gibt keinen Platz für Bodyshaming! Meine Message: „Lebe einzigartig – sei so wie du bist!“ Ich möchte keine Diskriminierung in der Community.

Welche Message möchtest Du den Zuschauern mitgeben?
Ich liebe es, meinen Traum zu leben und – getreu meinem Motto „lebe einzigartig“ – täglich Menschen mit meiner Kunst zu begeistern und Mut zu machen. Ich fühle mich nicht als etwas Besonderes, ich bin einzigartig – so wie jeder Mensch einzigartig ist! Ich habe eine Kunstfigur erschaffen, die für Gleichberechtigung, eine moderne Gesellschaft und Diversity steht. Und trotzdem sind mir Traditionen und Brauchtum wichtig. Das ist für mich kein Widerspruch. Es macht große Freude, diese beiden gegensätzlichen Wege in meinem Leben miteinander zu kombinieren.

Außerdem möchte ich den Zuschauern die Message „Kein Bodyshaming!“ mitgeben. Jeder ist einzigartig und soll so akzeptiert werden. Besonders in der Community ist es oft schwierig, sich seinen Platz zu erkämpfen, wenn man nicht der vorgegebenen „Schönheit“ aus den Medien entspricht – wir schreien immer laut für Toleranz, Akzeptanz und Gleichberechtigung, aber werden genau dort auch oft angefeindet und aus den eigenen Reihen heraus diskriminiert. Dafür ist kein definitiv kein Platz – und dafür kämpfe ich! Durch meine Teilnahme bei „Queen of Drags“ möchte ich Menschen auch in eine andere Welt entführen, sie staunen lassen und den Alltag hinter sich lassen. Ich möchte das Publikum erreichen und etwas verändern!

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