24.10.2020 13:00 Uhr

Schon in der Übergangszeit? Wann und wie wir heizen sollten

Der Oktober bringt bereits teilweise eisige Temperaturen mit sich. Doch macht es Sinn, schon im Herbst die Heizung voll aufzudrehen?

Budimir Jevtic / Shutterstock.com

Menschen in Winterschuhen, warmen Jacken und mit Schals um den Hals sind auch schon im Oktober kein seltener Anblick. nicht nur draußen, auch in den eigenen vier Wänden macht sich die Kälte bereits bemerkbar. Wer friere, der könne die Heizung bereits einschalten, sagt Roxanna Pelka, Haushaltsexpertin von „Helpling“, einem Online-Portal für haushaltsnahe Dienstleistungen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt die Expertin „kleine Tricks, mit denen sich das Heizen ein wenig hinauszögern lässt. Zum Beispiel den Backofen offen stehen lassen, nachdem man ihn benutzt hat.“

Wer es nachts kuschelig warm haben möchte, dreht schon im Oktober die Heizung im Schlafzimmer auf. Macht es Sinn, nur einen bestimmten Raum zu beheizen, oder sollten wir gleich alle Räume beheizen?

Roxanna Pelka: Das hängt ganz von persönlichen Vorlieben ab und insbesondere davon, wie die Wohnung geschnitten ist. In Wohnungen mit großen Räumen macht es Sinn, Türen geschlossen zu halten, da sich die Wärme sonst verliert. Grenzen kleine Räume aneinander, können Sie Nebenräume gleich mitheizen. Spannend ist auch, dass in verschiedenen Räumen verschiedene Temperaturempfehlungen gelten: 20 bis 22 Grad Celsius im Wohnzimmer, 22 bis 24 Grad Celsius im Badezimmer und 15 bis 18 Grad Celsius im Schlafzimmer. Ich persönlich heize im Schlafzimmer gar nicht, sondern verwende lieber eine Winterdecke.

Worauf ist beim Heizen selbst zu achten?

Pelka: Alle Heizkörper sollten in der Wohnung ausreichend Freiraum haben und nicht von Möbelstücken verdeckt sein. Was viele nicht wissen: Heizungen müssen regelmäßig entlüftet werden. Dafür können Sie den Heizkörper mit einem speziellen Schlüssel öffnen, sodass die Luft entweichen kann.

Zudem sollten Sie die Heizkörper regelmäßig reinigen. Der Heizkörper lässt sich in der Regel mit wenig Spülmittel und einem dünnen Lappen säubern. Für die Rillen vom Heizkörper eignet sich ein Borstenpinsel besonders gut. Um auch den Innenraum zu entstauben, legen Sie ein feuchtes Handtuch unter den Heizkörper und blasen Sie von oben Luft mit einem Föhn hinein.

Auf welcher Stufe sollte die Heizung stehen, um möglichst viel Energie zu sparen?

Pelka: Viele Leute drehen die Heizung komplett herunter, wenn sie das Haus verlassen und denken, so Energie sparen zu können. Das ist ein Trugschluss! Das Wiederaufheizen des komplett abgekühlten Raumes verbraucht enorm viel Energie. Besser ist es, die Temperatur im Raum konstant zu halten – also die Heizung besser auf eine niedrige Stufe stellen, anstatt sie komplett auszuschalten.

Was Sie außerdem machen können, um nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel zu schonen, ist regelmäßiges Stoßlüften. Die Fenster für mehrere Minuten komplett öffnen, um die vertrocknete Luft durch frische zu ersetzen. Im Gegensatz zum angekippten Fenster können Sie so den Wärmeverlust reduzieren. Kippen Sie die Fenster, riskieren sie sogar ausgekühlte Wände und Schimmelbildung.

Vorhänge können zudem verhindern, dass die Wärme entweicht. Insbesondere bei weniger gut isolierten Altbauten können Sie durch geschlossene Vorhänge konstanten Wärmeverlust vermeiden. Um die Fenster zusätzlich abzudichten, können Sie eingerollte Wolldecken auf die Fensterbänke legen.

Wie lässt sich trockene Heizungsluft verhindern?

Pelka: Bei Heizkörpern können Sie auf feuchte Tücher zurückgreifen. Legen Sie diese einfach auf die Heizkörper. So verdunstet das Wasser und erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum. Ein smarter Tipp: Anstelle von Tüchern können Sie auch Ihre feuchte Wäsche, wie zum Beispiel Bettlaken oder Handtücher, auf den Heizkörpern verteilen. Das ist nicht nur effizient, sondern befeuchtet auch gleichzeitig die Luft.

Zimmerpflanzen können bei trockener Heizungsluft ebenfalls helfen. Diese setzten bei der Fotosynthese nämlich Feuchtigkeit frei.

(sob/spot)