Donnerstag, 28. Februar 2019 21:14 Uhr

Schwesta Ewa: Haftstrafe bestätigt

Premiere of "Familiye" at Cinemaxx Potsdamer Platz Berlin Featuring: Schwesta Ewa Where: Berlin, Germany When: 26 Apr 2018 Credit: AEDT/WENN.com

Rapperin Schwesta Ewa verdiente ihr Geld nicht nur mit Musik. Junge Verehrerinnen gingen unter ihrer Regie anschaffen – und mussten Wutausbrüche und Schläge über sich ergehen lassen. Vor Gericht zeigt sie sich sehr zahm und auch mit Baby. Rettet sie das vor dem Gefängnis?

Schwesta Ewa: Haftstrafe bestätigt

Foto: AEDT/WENN.com

Die Rapperin Schwesta Ewa (34) muss wegen Straftaten im Rotlichtmilieu möglicherweise noch einmal ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte am heutigen Donnerstag eine zweieinhalbjährige Haftstrafe, die das Frankfurter Landgericht 2017 gegen die Sängerin verhängt hatte. Damit ist die 34-Jährige rechtskräftig verurteilt.

Über die Vollstreckung der Strafe muss jetzt die Staatsanwaltschaft Frankfurt entscheiden. Schwesta Ewa saß bereits knapp acht Monate in Untersuchungshaft. Inzwischen hat sie ein kleines Baby. Vielleicht hat sie deshalb Glück?

In dem Prozess ging es um mehrere „Prostitutionsreisen“, die Schwesta Ewa mit jungen Verehrerinnen aus ihrer Clique unternommen hatte. Das Geschäftsmodell sah so aus, dass die Rapperin, die früher selbst als Prostituierte gearbeitet hatte, alles organisierte. Anschaffen gingen die Frauen. Die Einnahmen wurden geteilt – am Finanzamt vorbei.

Unzählige Ausraster

Die Musikerin hatte zugegeben, auf diesen Reisen in verschiedene Städte vier Prostituierte bei etlichen „Ausrastern“ geschlagen und getreten zu haben. Einer der Frauen soll sie in einem Wutanfall mit einem Stöckelschuh eine blutende Wunde am Ohr zugefügt haben. Das Landgericht hatte Schwesta Ewa, die bürgerlich Ewa Malanda heißt, deshalb unter anderem wegen 35-facher Körperverletzung und Steuerhinterziehung zu der Gefängnisstrafe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft und eine der Frauen hatten mit ihren Revisionen erreichen wollen, dass Malanda auch wegen Zuhälterei und Menschenhandels verurteilt wird. Sie habe sich bewusst junger Frauen bedient, die Schulden bei ihr hatten und keinen anderen Weg sahen, diese zu tilgen, sagte die Anwältin der Nebenklägerin. Die Frauen hätten auch Vorgaben gehabt, wie viel sie am Tag verdienen mussten.

Allerdings hatten alle vier Frauen ausgesagt, dass sie sich aus freien Stücken zur Prostitution entschlossen hätten. Der BGH hielt den Freispruch in diesen Punkten daher für rechtsfehlerfrei.

U-Haft wird angerechnet

Die acht Monate U-Haft werden auf die Haftstrafe angerechnet. Abgesessen werden normalerweise auch nur zwei Drittel der Zeit. Unter besonderen Umständen kann das auf die Hälfte verkürzt werden. Nach dieser Rechnung müsste Malanda etwa ein halbes bis ganzes Jahr ins Gefängnis. Es gibt aber auch die Möglichkeit des offenen Vollzugs.

Die Rapperin hatte ihre kleine Tochter in einer Tragetasche mit in den Gerichtssaal gebracht. Das Angebot des „letzten Worts“ schlug sie aus und wollte den Richtern nichts mehr sagen. Auch ihre Verteidiger beschränkten sich darauf, die Anträge der Gegenseite zurückzuweisen. Eigene Forderungen stellten sie nicht mehr.

Das merkte auch der Vorsitzende Richter Rolf Raum bei der Verkündung an: „Die Angeklagte hat sich ja selber gegen das Urteil gar nicht mehr richtig gewehrt.“ Nach der Verhandlung am Vormittag hatte sich Malanda vor Journalisten recht zuversichtlich gezeigt: „Ich glaub, ich hab ein gutes Gefühl. Hat sich doch gut angehört“, sagte sie. (dpa/KT)

Das könnte Euch auch interessieren

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren