Schwimmer nach 2 1/2 Stunden unterm Eis reanimiert – nun doch tot

Eisschwimmer nach 2 1/2 Stunden unterm Eis reanimiert - nun doch tot

Beispielfoto: © Bernsten/Shutterstock

11.02.2021 14:15 Uhr

Eisbaden ist derzeit total im Trend - doch das kann auch fatal enden. Einer bezahlte das in Berlin jetzt mit dem Leben. Man fand ihn unter einer Eisdecke direkt am flachen Ufer.

Vier Schwimmer hatten sich am Mittwochmorgen in Berlin an einem Teich getroffen, um in dem nur zweieinhalb Meter tiefen Wasser zu baden.

Die zwei Männer (43, 44) und zwei Frauen (21, 55) haben sich Berichten zufolge öfter zum Eisbaden getroffen. Am Mittwochmorgen sollen sie zwei Löcher in die Eisdecke eines zugefrorenen Karpfenteichs im Ortsteil Alt-Treptow geschlagen haben, um gegen 8:45 Uhr unter dem Eis von einem Loch zum anderen zu tauchen. Doch der 43-Jährige tauchte nicht mehr auf, trieb unter Eis.

52 Rettungskräfte vor Ort

Schon um 8.52 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, Rettungstaucher stiegen ins Wasser, eine Drohne mit einer Wärmebildkamera schwebte über dem kleinen See. Zweieinhalb Stunden später wurde der nur mit einer Badehose bekleidete Mann unterm Eis treibend, wenige Meter vom Ufer entfernt gesichtet. Der Mann konnte reanimiert werden, kam extrem unterkühlt in eine Spezialklinik. Eine der beiden Frauen und zwei Passanten versuchten zuvor, den Eisbader zu retten. Die Männer verletzten sich dabei leicht.

Nach Informationen der Berliner Polizei sei der Mann am Mittwochabend aber in der Klinik gestorben, obwohl unmittelbar nach seinem Auffinden und beim Transport „Puls und Vitalfunktionen noch da“ waren.

Gehirn stirbt nach 30 Minuten unter Wasser ab

Kardiologe und Notfallmediziner Prof. Dietrich Andresen, Chef der Deutschen Herzstiftung erklärte zu den Risiken des Eisbadens gegenüber dem Blatt: „Beim Eisbaden kann es aufgrund der Kälte zu einem kurzzeitigen Herzstillstand kommen. Der Badende wird bewusstlos und geht unter. Wenn das Herz wieder einsetzt, ist er meist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen.“

Zwar werde bei Kälte der Kreislauf heruntergekühlt, was zur Erhöhung der Überlebens-Chancen beitrage. „Doch das Gehirn stirbt durch den Sauerstoffmangel etwa nach dreißig Minuten ab.“ Andresen weiter: „Dass bei dem Verunglückten noch Puls vorhanden war, grenzt an ein Wunder.“