Segelschulschiff „Gorch Fock“ verlässt Werft für Probefahrt

Die Gorch Fock verlässt die Lürssen-Werft. Das Schulschiff der Bundesmarine soll eine zweitägige Testfahrt auf der Weser und der Nordsee absolvieren.
Die Gorch Fock verlässt die Lürssen-Werft. Das Schulschiff der Bundesmarine soll eine zweitägige Testfahrt auf der Weser und der Nordsee absolvieren.

Markus Hibbeler/dpa

01.09.2021 18:51 Uhr

Sechs Jahre hat es gedauert, nun geht die „Gorch Fock“ wieder auf Fahrt. Das Marineschulschiff ist umfangreich generalüberholt worden.

Das sanierte Marineschulschiff „Gorch Fock“ ist nach fast sechs Jahren in der Werft erstmals wieder aus eigener Kraft auf Fahrt gegangen. Angetrieben von der Maschine legte der Großsegler bei der Bremer Lürssen-Werft ab.

Nach einer zweitägigen Probefahrt auf der Weser und der Nordsee wird die „Gorch Fock“ am Donnerstag in Wilhelmshaven erwartet. Am dortigen Marinearsenal soll die Endausrüstung des Dreimasters erfolgen, bevor die Bundeswehr ihn am 30. September offiziell wieder zurückerhält.

Defekt kurz nach Abfahrt entdeckt

Kurz nach der Abfahrt musste die „Gorch Fock“ allerdings von zwei Schleppern in Schlepp genommen werden. Die Besatzung hatte ein defektes Regelventil entdeckt, das für die Frischwasserversorgung des Antriebsdieselmotors sorgt. Um das Ventil während der Probefahrt zu wechseln, wurde die Maschine vorerst gestoppt und die begleitenden Schlepper übernahmen. „Für genau solche Vorgänge werden im Schiffbau Werftprobefahrten durchgeführt“, teilte ein Werftsprecher mit. Nach der Reparatur sollte das Schiff die Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen.

„Wir sind unglaublich stolz darauf, dieses besondere Schiff nun auf die Zielgerade gebracht zu haben und in wenigen Wochen unserem Kunden zu übergeben“, sagte Lürssen-Geschäftsführer Tim Wagner. Am Ufer der Weser verfolgten Schaulustige die erste Fahrt des 63 Jahre alten Schiffes. „Wir freuen uns auf die erste Seefahrt im Rahmen der Werftprobefahrt und die ersten richtigen Eindrücke auf dem „neuen“ Schiff“, sagte Kapitän Nils Brandt.

Die Lürssen-Werft hatte seit Herbst 2019 als zweite Werft an der „Gorch Fock“ gebaut. Der vorherige Auftragnehmer, die Elsflether Werft, hatte Insolvenz anmelden müssen. In ihre Regie fielen die enormen Kostensprünge, die den Preis für die Generalüberholung von geplant 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro hochgetrieben haben.

Die Marine bildet auf der „Gorch Fock“ ihren Offiziersnachwuchs in seemännischem Handwerk aus. Die Sanierung hatte im Dezember 2015 begonnen. Nach fast sechs Jahren soll das Schiff am 4. Oktober in seinen Heimathafen Kiel zurückkehren.