16.06.2020 16:45 Uhr

Sind Mundschutzmasken der Grund für unreine Haut?

Vor allem Frauen haben in Corona-Zeiten das Gefühl, vermehrt Pickel zu bekommen. Ob das an den Atemschutzmasken liegt? Eine Dermatologin klärt auf.

[M] BLACKDAY/Shutterstock.com/Droemer HC

Unter ihnen ist es warm, feucht und stickig: Je höher die Temperaturen steigen, desto unangenehmer wird es, die vielerorts noch immer obligatorischen Schutzmasken zu tragen. Zumal zahlreiche Trägerinnen vermehrt über Pickel und unreine Haut klagen. Auch Make-up-Artistin Elke Kim, die bereits mit TV-Stars wie Jenke von Wilmsdorff (54) oder Daniela Katzenberger (33) zusammengearbeitet hat, meint: „Ich bin keine Ärztin und darf keine Gesundheitsaussage machen, jedoch meine Intuition sagt mir, dass es bestimmt auch einen negativen Einfluss auf das Hautbild hat.“

Die Nachrichtenagentur spot on news hat bei Dermatologin und Autorin Dr. med. Yael Adler (46, „Darüber spricht man nicht“) nachgefragt.

Stimmt es, dass sich das Tragen einer Atemschutzmaske negativ auf das Hautbild auswirken kann?

Dr. med. Yael Adler: Professionelle Masken, die im Krankenhaus oder in der Arztpraxis verwendet werden, führen in der Regel zu keinen Hautproblemen. Wer aber eine bestehende Hauterkrankung hat, kann unter einer Maske unter Umständen eine Verschlechterung seines Hautbildes erleiden. Das betrifft vor allem Patienten mit Rosacea, perioraler Dermatitis – der sogenannten Stewardessen-Krankheit -, Neurodermitis und fettigem Ekzem. Das sind Hautentzündungen, die die durch übermäßige Feuchtigkeit und zum Teil auch gestaute Wärme verschlechtert werden können.
Auch die selbst genähten Social-Masken, die man zum Einkaufen nur kurz trägt und bald wieder auszieht, verursachen meist keine Hautprobleme. Werden sie länger getragen und feucht, können sie die Haut reizen.

Wie verträgt sich die Haut mit dem eigenen Schweiß?

Dr. med. Yael Adler: Wenn man stark schwitzt, verdunstet der Schweiß oder fließt herab, damit hilft das Schwitzen der Temperaturregulation des Körpers. Schweiß ist ein Hilfsfaktor: Die Durchfeuchtung der Haut wird verbessert und der Säureschutzmantel wird durch die Ausscheidungsprodukte im Schweiß gestärkt. Schweiß per se macht die Haut also nicht schlecht.

Was passiert aber, wenn der Schweiß nicht verdunsten kann?

Dr. med. Yael Adler: Wenn die Feuchtigkeit nicht gut verdunsten kann oder eine fettige Creme auf dem schwitzenden Gesicht getragen wird, kann es sein, dass es zu Reizungen kommt. Die gestaute Feuchtigkeit weicht die Hautbarriere auf und lässt sie aufquellen. Ähnlich wie nach langer Zeit im Schwimmbad oder in der Badewanne. Die Schutzfette werden quasi ausgewaschen. Bei simplen Mundschutzmasken aus guten Materialien kann das aber eher nicht passieren. Beim Sport sollte man sie ablegen.

(cos/spot)