Dienstag, 26. Mai 2020 18:45 Uhr

„Sing meinen Song“ (4): Tränen wegen MoTrips Abtreibungs-Song

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Bei VOX gibt es heute Abend  ab 20:15 Uhr die vierte Folge von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ und dabei stehen die  Songs von Rapper MoTrip im Mittelpunkt.

Eines der persönlichsten Lieder des Rappers hat sich Michael Patrick Kelly ausgesucht. „Embryo“ handelt von der Entscheidung zu einer Abtreibung, die MoTrip und seine Frau vor Jahren getroffen haben.

„Sing meinen Song“ (4): MoTrips Abtreibungs-Song rührt alle zu Tränen

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

„Lebt wohl, in Liebe – euer Kind“

Mit seiner Neuinterpretation rührt Michael Patrick Kelly nicht nur den Rapper selbst, sondern auch Max Giesinger und Nico Santos zu Tränen.

„Es war das Mindeste, das ich tun konnte, diesen Song an das Kind zu schreiben, welches noch keinen Namen hatte, und ich weiß von Lairssa [MoTrips Ehefrau], dass es auch für sie wichtig war, um das zu verarbeiten“, erzählt der Rapper im emotionalen Gespräch vor Michael Patrick Kellys Auftritt.

„Sing meinen Song“ (4): MoTrips Abtreibungs-Song rührt alle zu Tränen

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Ausschnitt aus der 1. Strophe des Songtextes von „Embryo“:

„Hallo Mama, hallo Papa, ihr habt mich gezeugt.
Ich höre mit. Ihr sprecht arabisch und ein bisschen deutsch.
Ich war schon da, doch euer Plan drehte sich um euch.
Ihr habt es irgendwann erfahren, aber euch nicht gefreut.
Wie muss das aussehen, wenn die Sonne durch die Wolken bricht?
Ich wollte nur das Licht der Welt erblicken, doch ich sollte nicht.
Seht hoch ich fliege mit dem Wind
Lebt wohl, in Liebe – euer Kind.“

„Sing meinen Song“ (4): MoTrips Abtreibungs-Song rührt alle zu Tränen

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Diese Cover-Version sorgt für mächtig Gänsehaut und viele Nachfragen. So empfindet MoTrip die Nummer als therapeutisch:

„Ich dachte: ‚Gut, du musst dich damit auseinandersetzen. Der Weg durch Angst und durch Schmerz ist durch die Angst und durch den Schmerz.‘ Es war sehr hilfreich für mich und meine Familie, diesen Text zu haben.“ Kunst könne wehtun und „in manchen Fällen muss Kunst wehtun“, erklärt der Rapper.

„Ich gehe oft ins Gym und da zerstöre ich meine Muskeln und durch das Heilen wachsen sie dann. Muskelwachstum ist tatsächlich erst, wenn du sie kaputt machst und die Narbe, die da entsteht, ist tatsächlich das Wachsen. Und ich glaube, auf diesem Weg bin ich heute einen Schritt weitergegangen, was meine Seele angeht. Es wurde da einmal ordentlich reingerissen, um vielleicht stärker hier rauszugehen.“

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