Hardware von GoogleSmartphone, Kopfhörer, Watch: So macht sich die Pixel-Serie im Alltag

Googles Pixel-Familie wächst. Der neueste Zuwachs zur Smartphone- und Earbud-Familie ist die erste Smartwatch des Konzerns. (elm/spot)
Googles Pixel-Familie wächst. Der neueste Zuwachs zur Smartphone- und Earbud-Familie ist die erste Smartwatch des Konzerns. (elm/spot)

Google

SpotOn NewsSpotOn News | 29.11.2022, 22:51 Uhr

Was mit einer eigenen Smartphone-Serie begann, hat sich inzwischen zu einer mobilen Geräte-Reihe ausgewachsen. So machen sich die Pixel-Geräte im Test.

Google hat mit seiner Pixel-Smartphone-Serie die letzten Jahre Maßstäbe bei Android-Smartphones gesetzt. Die mittelpreisigen Geräte überzeugten mit ihrer Kamera und ihre Optimierung auf das hauseigene Betriebssystem, ehe sich mit den Pixel Buds die ersten Kopfhörer dazugesellten. Mittlerweile hat Google seine Serie um KI-Prozessoren in seinen Smartphones erweitert, eine upgedatete Version der Kopfhörer veröffentlicht und seine erste eigene Smartwatch auf den Markt geworfen. So schlagen sich die Pixel-7-Geräte, die Pixel Buds Pro und die Pixel-Watch im Alltag.

Bereits für die Vorgängerserie, das Pixel 6 und 6 Pro, erhielt Google viel Lob, insbesondere dank seines Tensor-Chips, dem ersten eigens von Google designten Prozessor. Dessen KI-Fähigkeit ermöglicht "Speech to Text"-Funktionen lokal statt auf eine Cloud angewiesen zu sein und hebt Bildbearbeitungsmöglichkeiten auf ein neues Level. Im Pixel 7 und Pixel 7 Pro legt Google mit dem Tensor G2 nach. Das Ergebnis sind zwei Smartphones, die in Sachen Preis-Leistung gute Argumente auf ihrer Seite haben und es problemlos mit den teureren Flaggschiffen der Konkurrenz aufnehmen können.

Marginale Unterschiede zwischen Standard- und Pro-Variante

Für viele Userinnen und User dürfte die kleinere Pixel-7-Variante aufgrund ihres Preises und ihres äußeren Designs das interessantere Gerät sein. Dass die Standardversion technisch schwächer auf der Brust ist, fällt nämlich im Alltagsgebrauch kaum auf. Dass die charakteristische, horizontale Kameraleiste aufgrund ihrer Hochglanz-Optik beim Pixel 7 Pro schneller verkratzt und sein abgerundetes Display bei falscher Handhabung zu ungewollten Eingaben führt, hingegen schon. An Letzteres gewöhnt man sich nach einer gewissen Zeit zwar, besonders wenn man zuvor bereits Geräte mit abgerundeten Displays genutzt hat. Doch speziell für Menschen mit kleineren Händen wird das 6,7 Zoll große Display in dieser Hinsicht immer eine Herausforderung bleiben. Ihnen liegt das 6,3 Zoll große Pixel 7, das sogar minimal kleiner ausfällt als die Standardversion des Pixel 6, besser in der Hand.

Wer sich daran nicht stört, bekommt beim Pixel 7 Pro ein exzellentes 120-Hertz-OLED-Display, dessen QHD+Auflösung auch die anspruchsvollsten Videos und Spiele butterweich darstellt und selbst in starkem Sonnenlicht überzeugt. Das Pixel 7 muss sich dagegen mit Full-HD und einer Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz begnügen. In der Praxis stört das allerdings ebenso wenig wie der Unterschied zwischen 12 und 8 GB Arbeitsspeicher. Viel eher fällt der Unterschied bei der Akkuleistung auf, denn die Kapazität des Pixel-7-Akkus ist rund 650 mAh geringer als die des Pixel 7 Pro (4.926 mAh). Durch den Tag kommen Userinnen und User mit beiden Geräten in der Regel problemlos, im Ultra-Energiesparmodus verspricht Google bis zu 72 Stunden Laufzeit, allerdings ist die Funktionalität dann eingeschränkt.

Kameras und Preis

Auch hinter der Kameraleiste gibt es zwischen Pixel 7 und Pixel 7 Pro einen Unterschied, der nicht bei allen Usern gleich ins Gewicht fallen dürfte. Beide Geräte sind mit den gleichen 50-Megapixel-Weitwinkelkameras und 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkameras ausgestattet. Aber: Beim Pixel 7 Pro kommt eine 48-Megapixel-Telekamera mit fünffachem optischen Zoom hinzu. Die Frontkamera verfügt bei beiden Varianten über 10,8 Megapixel und kann Videos in 4K aufzeichnen. Insgesamt hat Google bei der Videoqualität einen spürbaren Schritt nach vorn gemacht, kann aber in dieser Disziplin mit den neuesten iPhones nicht ganz mithalten.

Ganz anders bei den Fotos. Dank Googles Fotoalgorithmus und der Power des Tensor-G2-Chips müssen sich die Pixel-7-Geräte in puncto Fotoqualität vor keinem anderen Smartphone auf dem Markt verstecken. Besonders fällt das beim verbesserten Nachtaufnahme-Modus auf, der die gewünschte Aufnahme deutlich schneller einfängt als die Pixel-6-Geräte. Inwiefern sich die 250 Euro Aufpreis des Pixel 7 Pro (ab 899 Eur) im Vergleich zum Pixel 7 (ab 649 Euro) bei den jeweiligen Varianten mit 128 GB internem Speicher wirklich lohnen, müssen Verbraucher letztlich selbst abwägen.

Pixel Buds Pro: Die neuen Android-Airpods?

Google bietet unter dem Pixel-Dach außerdem eine upgedatete Version ihrer Pixel-Kopfhörer an. Die Pixel Buds Pro sind für 219 Euro zu bekommen und liegen damit etwa auf dem Niveau der als Goldstandard geltenden Airpods von Apple. Mit 6,2 Gramm pro Earbud fallen sie im Vergleich zu anderen Bluetooth-Buds relativ schwer aus, fügen sich im Test dank ihrer Form allerdings angenehm in die Ohrmuschel.

Dank Touch-Oberfläche lassen sich die Kopfhörer intuitiv und simpel steuern, allerdings müssen Brillenträger und Menschen mit längeren Haaren darauf achten, sie nicht aus Versehen zu betätigen. Abgesehen davon überzeugt insbesondere die Akkuleistung: Bei aktiviertem ANC (Active Noice Cancelling) liefern die Pro-Buds annähernd sieben Stunden lang Sound, mit dem in der Hülle verbauten Akku kommen weitere 20 Stunden Kapazität hinzu.

Geladen werden sowohl die Smartphones als auch die Kopfhörer-Hülle per USB-C oder Induktion. Dank der "Battery Share"-Funktion der Pixel-Smartphones (auch das Pixel 6 und 6 Pro unterstützen die Funktion) kann das Buds-Gehäuse direkt am Smartphone kabellos geladen werden. Dass Google bei den Buds beinahe gänzlich auf Pixel-exklusive Features verzichtet, verdient zusätzliches Lob und macht deutlich, wohin das Unternehmen mit den Geräten möchte: der neuer High-End-Standard für Android-Geräte.

Pixel Watch: Kommt da noch was?

Ähnliches gilt für die Pixel Watch, Googles erste eigenständige Smartwatch. Sie punktet mit schlichtem Design, das sich durch eine für die Steuerung elementare Krone auszeichnet und optisch dank austauschbarer Armbänder und den unterschiedlichsten Darstellungen des Ziffernblatts (Watch Faces) enorm wandelbar ist. Die Integration des Fitbits und der dazugehörigen Fitness- und Health-Tracking-Apps ist zwar gelungen, fällt aber derzeit schlanker aus, als auf vollwertigen Fitbit-Geräten. So ist etwa ein Sensor zur Blutsauerstoffmessung in der Uhr verbaut, bislang allerdings nicht nutzbar. Hier dürfte zwar mit einem Update zu rechnen sein, doch wann es soweit ist, stellt Google bislang nicht in Aussicht.

Wer sich die LTE-Variante (429 Euro, Standardvariante ab 379 Euro) gönnt, kann eine e-SIM in die Uhr laden und so beispielsweise während des Joggens YouTube Music oder Spotify von seiner Uhr streamen. Alternativ kann man sich auch Musikdateien direkt auf die für eine Smartwatch großzügigen 32 Gigabyte integrierten Speicher kopieren. Außerdem ist ein NFC-Chip an Bord, der kontaktloses Bezahlen ermöglicht.

Dank zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und zwei Prozessoren ist die Uhr, die auf das aktuelle Betriebssystem Wear OS 3.5 setzt, fast immer flott unterwegs – und im Verbund mit dem Smartphone äußerst praktisch. Per Kamera-App auf der Uhr lassen sich etwa die Handy-Kamera oder mit der "Google Home"-Integration die Smarthome-Geräte steuern. Abstriche muss die Pixel Watch angesichts all dieser Funktionalität bei der Akkuleistung machen. Dieser wird über eine mitgelieferte Induktionsschale geladen und hat eine Kapazität von 294 mAh und soll 24 Stunden lang reichen. In der Praxis erreicht man diesen Wert allerdings selten, insbesondere wenn GPS zum Einsatz kommt.