Donnerstag, 17. Juni 2010 18:45 Uhr

So feiern die Europäer die WM: Mit Bier und Chips vor dem Fernseher

München. Zwischen Berlin und Durban liegen 9329 Kilomete zwischen Paris und Kapstadt 9352, London und Rustenburg trennt eine Distanz von 8999 Kilometer: Doch so weit weg der Schauplatz auch sein mag, während der Fußball Weltmeisterschaft rückt die Welt ein bisschen näher zusammen – sei es auf dem heimischen Sofa, beim Public Viewing oder in der Bar um die Ecke. Doch welche Mannschaft hat die meiste Unterstützung im eigenen Land, was lässt man sich während des Spiels schmecken und wo in Europa sitzen die emotionalsten Fans? Yahoo! wollte es genau wissen und hat seine Nutzer in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien nach ihrem Verhalten während der WM befragt.

Hier hat Deutschland schon mal die Nase vorn: Knapp zwei Dritteln (64 Prozent) der Befragten werden das Sporthighlight des Jahres hierzulande mitverfolgen. Das geringste Interesse scheint dagegen im Land des Europameisters Spanien und des Weltmeisters von 2002 Frankreich zu herrschen, wo sich lediglich jeder Zweite (je 51 Prozent) für die WM begeistern kann. Fußball ist seit jeher eine der schönsten Nebensachen der Welt und der WM-Titel der wichtigste im Mannschaftssport. Aber welches Team hat in den Augen der europäischenYahoo!-Nutzer die besten Chancen bzw. den meisten Rückhalt im Land? In Deutschland glauben 40 Prozent, die die WM verfolgen, an einen Sieg für Jogis Jungs – nur die Spanier sind mit 42 Prozent noch optimistischer.

Überraschend wenig Hoffnung haben die Anhänger des amtierenden Weltmeisters Italien, von denen nur 22 Prozent den erneuten Titelgewinn für realistisch halten. Weltmeisterlich sind allerdings die Unterstützer der Azzuri: Ganze 90 Prozent stehen hinter dem Team und somit knapp mehr als in Deutschland (88 Prozent).Vergleichsweise weniger Fans im eigenen Land haben Topfavorit Spanien(75 Prozent) und die Three Lions aus England (72 Prozent).

Wenn es um den perfekten Ort für den fußballerischen Showdown geht, ist sich ganz Europa einig: Die Mehrheit sitzt zu Hause vor dem Fernseher. Spitzenreiter sind dabei die französischen (82 Prozent) und deutschen Fans (79 Prozent), dicht gefolgt von den Briten (78 Prozent) und Italienern (74 Prozent). Die Franzosen schauen auch gerne gemeinsam bei Freunden oder Verwandten (32 Prozent), in Großbritannien ist das Pub bei knapp jedem dritten Fußballfan ebenfalls eine gute Adresse (32 Prozent). Public Viewing dagegen ist in Europa – außer bei den deutschen Anhängern mit 27 Prozent – eher die Ausnahme.

Kulinarisch ticken die Europäer allerdings mit vereinten Herzen: Bevorzugte Fanversorgung in allen Ländern bieten Chips und Bier, am meisten dabei in Deutschland (55 bzw. 45 Prozent), Spanien (48 bzw. 42 Prozent) und Großbritannien (45 bzw. 36 Prozent). Hierzulande spielt feste Nahrung allerdings die größte Rolle: Neben Chips kommen auch Gegrilltes und Süßigkeiten im europäischen Vergleich überdurchschnittlich oft bei deutschen WM-Fans auf den Tisch. 26 Prozent lassen sich hier neben dem Fußballspiel Würstchen oder auch ein Steak schmecken (EU-Durchschnitt: 15 Prozent) und 32 Prozent greifen auch gerne mal zu Schokolade, Gummibärchen & Co (EU-Durchschnitt: 20 Prozent).

Emotionen und Fußball sind untrennbar verbunden. Dabei gibt es den Umfrageteilnehmern, die die WM verfolgen, zwei klare Tendenzen: Entweder es wird ausgiebig gejubelt, vor allem bei der deutschen (75 Prozent) und italienischen (74 Prozent) Anhängerschar, oder lauthals das unschuldige TV-Gerät angebrüllt. In dieser Disziplin besonders enthusiastisch zeigen sich die Briten und Franzosen, von denen 60 bzw. 59 Prozent ihrem Ärger, der Anspannung oder natürlich auch der Freude freien Lauf lassen. Auffallend entspannt reagieren dagegen die Deutschen und die ansonsten so feurigen Fans aus Spanien (38 bzw. 49 Prozent). Mehr noch gaben 37 Prozent der leidenschaftlichen Iberer an, dass sie beim Jubeln den Nächstbesten umarmen und küssen, ganz gleich wer es ist. Die Briten können aber nicht nur schreien, wenn sie unzufrieden sind, sie können ihre Trauer auch am besten von allen befragten Yahoo!-Nutzern in Alkohol ertränken: Knapp ein Viertel gibt an, sich während eines Fußballspiels zu betrinken, ganz im Gegensatz zu den fast schon abstinenten Italienern (4 Prozent).

Urlaub nehmen oder krank feiern – wie Arbeitnehmer die WM planen: WM-Halbfinale und man selbst sitzt brav in der Arbeit – wer sich nicht über einen absolut flexiblen und kulanten Chef wie knapp ein Viertel der Deutschen (23 Prozent) freuen kann, muss sich alternative Maßnahmen überlegen. In Großbritannien planen fast ein Drittel der Befragten, die die Weltmeisterschaft verfolgen und einer Arbeit nachgehen, sich dafür extra Urlaub zu nehmen, in Italien und Frankreich dagegen lediglich 10 bzw. 11 Prozent. Der arbeitende Spanier trifft sich dafür gern mit Kollegen im Konferenzraum (27 Prozent) oder tut so, als würde er arbeiten, und verfolgt das Spiel heimlich auf seinem Rechner (23 Prozent). Recht einheitlich ist das Ergebnis, wenn es darum geht, spontan frei zu nehmen: Gut ein Viertel der arbeitenden Umfrageteilnehmer geben an, für ein WM-Spiel früher nach Hause zu gehen oder sich krank zu melden, allen voran die Briten und Spanier (je 27 Prozent).

Es gibt auch ein Leben ohne Fußball: Unglaublich aber wahr – nicht alle Menschen hocken während der gebannt vor dem Fernseher oder treffen sich in Kneipen, um die Spiele zu sehen. Vor allem die befragten Yahoo!-Nutzer aus Großbritannien (26 Prozent) und Spanien (23 Prozent), die nicht vorhaben, die Fußball-WM in Südafrika zu verfolgen, werden sich stattdessen lieber mit Freunden und Bekannten treffen. Die Deutschen (24 Prozent), Franzosen und Italiener freuen sich zudem, mal wieder mehr Zeit für sich zu haben (je 17 Prozent). Gewinner unter den Medien ist dabei das Internet: 41 Prozent der Spanier, 31 Prozent der Briten und 21 Prozent der Deutschen geben an, in der Zeit, wenn unter den Mitmenschen das WM-Fußballfieber kursiert, häufiger online zu gehen

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