Solosex am Set: So erging es Hollywood-Schauspielerinnen

Solosex vor der Kamera: So erging es Hollywood-Schauspielerinnen
Solosex vor der Kamera: So erging es Hollywood-Schauspielerinnen

IMAGO / Matrix ; UPI Photo ; ZUMA Press

08.02.2021 21:30 Uhr

Wilde Sexszenen ohne Tabus sind inzwischen auch auf der Leinwand absoluter Standard. Auch das Thema weiblicher Solosex wird in immer mehr Filmen thematisiert und gezeigt. Und es gibt einige Schauspielerinnen, die mit dieser neuen Offenheit am Set schon mehr oder weniger gute Erfahrungen gemacht haben.

Serien und Filme werden in der heutigen Zeit immer heißer. Je gewagter die Sexszene, desto größer der Erfolg. Bestes Beispiel dafür ist die brandneue und mega erfolgreiche Netflix-Serie „Bridgerton“, deren sexy Szenen so heiß waren, dass sie auf Pornoseiten veröffentlicht wurden. Allerdings sind es weniger die Sexszenen, die die Schauspielerinnen in Verlegenheit bringen, sondern eher die Szenen, in denen sie eine Solosex-Performance hinlegen müssen. Welche Schauspielerinnen das schon machen mussten und was sie davon halten, erfahrt ihr hier!

Phoebe Dynevor: „Bridgerton“

Die neuste Dame unter den Solosex-Künstlerinnen vor der Kamera ist Schauspielerin Phoebe Dynevor. Die 25-Jährige spielt die Hauptrolle im Netflix-Original „Bridgerton“. Dort hat die Britin neben heißen Sexszenen auch eine Szene, in der sie ganz allein ranmusste – und das war alles andere als leicht. „Die Regieanweisungen waren sehr genau: Du musst einen Orgasmus haben. Das ist schwer zu proben, also probt man nicht. Man macht es einfach“, beschreibt Phoebe in einem Interview mit der „New York Post“ die Aufgabe, „Wir haben die intimen Szene wie Stunts gedreht – wir haben sie ausgeblendet.“

Aimee Lou Wood: „Sex Education“

Ein weiterer Netflix-Hit mit heißen Sexszenen ist „Sex Education“. Die britische Schauspielerin Aimee Lou Wood spielt darin eine der Hauptrollen, nämlich die der Aimee Gibbs. In der Serie geht es um den Sohn einer Sexualtherapeutin, der seinen Mitschülern Nachhilfe beim Sex gibt – als Jungfrau. Klar sind dort explizite Szenen unvermeidlich. Aimee drehte eine Solosex-Szene – und fühlte sich einige Tage später verletzlich und angreifbar. „Meine Intimitätskoordinatorin hat mir gesagt, dass man nach Sexszenen manchmal richtig beschwingt ist, und dann kommt ein oder zwei Tage später ein Verletzlichkeits-‚Kater‘, und man denkt sich nur ‚Mist!'“, erklärte sie der „Sun“.

Mia Wasikowska: „Stoker“

Im Psychothriller „Stoker“ sind Sexszenen doch eher unerwartet. Schließlich geht es um die Ermordung mehrerer Menschen im Kreis von India, die von Mia Wasikowska gespielt wird. Und doch gibt der Film einen seltenen Einblick in den Zusammenhang von Gewalt und Sex aus der weiblichen Perspektive. Nach dem Mord an einem Mann, der India vergewaltigen wollte, masturbiert sie unter der Dusche in Gedanken an die Tat. Die heute 31-jährige Mia sagt über die Solosex-Szene im Film: „Die Erwartung ist schlimmer als die Aufnahme. Es ist ein geschlossenes Set, und es sind spezifische, kleine Ausschnitte, und sie rufen ‚Action!‘ und danach wirst du direkt verdeckt. Also ist man nicht so entblößt, Gott sei Dank!“

Lea DeLaria: „Orange Is the New Black“

In der Serie „Orange Is The New Black“ geht es um eine Frau, die eine 15-monatige Haft im Frauengefängnis absitzen muss. Da einige der Damen in besagtem Gefängnis lesbisch oder bisexuell sind, bleiben sexy Szenen nicht aus. Schauspielerin Lea DeLaria spielt die Rolle der Carrie „Big Boo“ Black.

In einer Szene muss Carrie kreativ werden, denn in Haft gibt es nicht viele Hilfsmittel zum Masturbieren. Kurzerhand nutzt sie den Griff eines Schraubenziehers, um sich zu befriedigen. „Bei der ersten Aufnahme musste ich lachen, weil ich den Fehler gemacht habe darüber nachzudenken, was ich gerade mache. Das ist ein großer Fehler beim Schauspielern – du darfst nicht daran denken“, plaudert Lea über die Szene, „Ich kann gar nicht sagen, wie viele Leute danach Autogramme von mir auf ihre Schraubenzieher haben wollten.“

Naomi Watts: „Mullholland Drive“

Auch Schauspielerin Naomi Watts musste vor der Kamera Hand anlegen. Im Thriller „Mullholland Drive – Straße der Finsternis“ spielt sie die Hauptrollen der Betty Elms und Diane Selwyn. In einer Szene soll sie masturbieren – und das war Naomi Watts schlimmster Albtraum: „Ich war so wütend auf [Regisseur David Lynch], dass er mich dazu gebracht hat, das zu machen! Ich weiß noch, ich habe zu ihm gesagt: ‚David, ich kann das nicht. Ich kann das nicht!‘, und ich war so wütend auf ihn… Ich war wütend, ich habe geweint, es war extrem unangenehm.“ Damit die Crew nicht zu viel mitbekam, stellte der Regisseur ein Zelt über ihr auf.

Job: Intimitätskoordinator

Damit Hollywood-Schauspielerinnen heutzutage keine Erfahrungen wie Naomi Watts machen müssen, gibt es seit einiger Zeit den Beruf „Intimitätskoordinator“. Netflix legte nach dem Harvey-Weinstein-Skandal und der #MeToo-Bewegungen den ersten Meilenstein und engagierte Ita O’Brien. Sie kam, ähnlich einem Stunt-Berater, ans Set von der Serie „Sex Education“ und klärte die Darstellerinnen auf, wie sie am besten Sex und Sexualität auf der Leinwand zeigen. Es wird ein genauer Fahrplan festgelegt, um die Schauspielerinnen zu schützen – und gegen sexuelle Ausbeutung am Set zu kämpfen.

Auch der nächste Netflix-Erfolg „Bridgerton“ hatte am Set eine Intimitätskoordinatorin, die Phoebe Dynevor unter anderem bei ihrer Solosex-Szene half. Ein Schritt, der längst überfällig war, obwohl er im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mehr nötig sein sollte. (AKo)