11.04.2020 13:27 Uhr

Spazierengehen wird im Trend bleiben – das sagt der Forscher

Piti Tangchawalit/Shutterstock

Spazieren gehen mutiert in der Corona-Krise zum Volkssport. Gerade zu Ostern dürften auf den bekannten Wegen viele Menschen unterwegs sein. Ein Spaziergangsforscher empfiehlt daher den Weg in unbekannte Gefilde.

Der Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar (58) geht davon aus, dass der derzeitige coronabedingte Spaziergeh-Trend auch nach der Krise anhält. „In der Zukunft werden mehr Menschen spazieren gehen als in den letzten Jahren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der Leipziger Spaziergangsforscher hofft daher, dass Gehwege auch in der Kommunalpolitik einen größeren Stellenwert bekommen – und sich die Verantwortlichen stärker für größere Parks und breitere Fußwege einsetzen. Es werde derzeit offenkundig, dass die Parks und die Wege für die Fußgänger oft zu klein und ungenügend seien, so Weisshaar.

Volle Parks erwartet

Gerade an Ostern rechnet er mit vollen Spazierwegen in Parks. „Dann ist es reizvoll, mal am Stadtrand oder in unbekannten Stadtgebieten herumzustrolchen“, empfiehlt Weisshaar. „Die Schönheit darf mal zweitrangig sein. Die Neugierde kann uns zeigen, wie die Stadt und die Umgebung wirklich sind“, so der Buchautor, der geführte Wanderungen gestaltet.

Weisshaar beobachtet, dass aktuell mehr Menschen zu Fuß unterwegs seien als sonst. „Das freut mich.“ Das Phänomen hat aus seiner Sicht zwei Ursachen: „Zum einen sind viele andere Freizeitaktivitäten derzeit gar nicht möglich. Zum anderen, ein bisschen poetischer: Wir sind ja alle so ein bisschen eingesperrt, und man erlebt das Rausgehen jetzt als viel bedeutungsvoller.“ (dpa/KT)