21.08.2020 21:00 Uhr

Stand-up-Paddling: Das müssen Einsteiger über den Trendsport wissen

Stand-up-Paddling ist der Trend des Sommers. Wie der Wassersport funktioniert und was Neueinsteiger beachten sollten, verrät Horst Frankenfeld vom Deutschen Kanu-Verband im Interview.

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Stand-up-Paddling (SUP) ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern hat sich zu einem Trendsport entwickelt. Auf fast jedem See sind die Paddler mittlerweile zu sehen. Wer sich noch nie in dem angesagten Wassersport versucht hat, sollte allerdings ein paar Punkte beachten, erklärt Horst Frankenfeld vom Deutschen Kanu-Verband im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Stand-up-Paddling liegt derzeit im Trend. Worauf ist bei der Sportart zu achten?

Horst Frankenfeld: Wie bei allen Sportarten in der Natur sind hier Regeln zu beachten, um keine negativen Auswirkungen auf unseren Lebensraum zu verursachen. Gewässer sind teilweise in Privatbesitz oder durch Naturschutzauflagen nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar. Die örtliche Beschilderung ist zusätzlich zu beachten. Besondere Vorsicht ist auf Flüssen, insbesondere mit Schifffahrt, geboten. Sogenannte Bundeswasserstraßen bergen besondere Gefahrenquellen – auch in Bezug auf Wehre und Schleusen sowie Buhnen und Bojen. Vorher Informationen dazu einzuholen, ist unabdingbar. Wetter und Wind sowie die Temperatur des Wassers sind bei der Wahl der Kleidung die Vorgabe.

Für welche Personen ist Stand-up-Paddling geeignet?

Frankenfeld: SUP-Sport können alle Menschen ohne Altersbeschränkung betreiben, die sicher in offenen Gewässern schwimmen können. Personen mit Herzkreislauferkrankungen, Asthmatiker und Menschen mit Gleichgewichtsstörungen sollten ihren Arzt vorher fragen. Schließlich kann man sich beim Wassersport nicht schnell auf den Boden setzen.

Was müssen vor allem Anfänger beachten?

Frankefeld: Der erste Schritt auf das SUP-Board erfolgt auf dem Wasser. Wichtig: Es muss tief genug sein, um bei Herunterfallen nicht auf Steine oder sonstige Dinge am Gewässergrund aufzutreffen. Daher sollte man auch Schuhe tragen, um sich nicht an Scherben oder spitzen Steinen zu verletzen. Immer auf den Knien beginnen. Dadurch kann man sich leichter an das Wasser und das wacklige Board gewöhnen.

Wie lange dauert es, bis man sicher auf dem SUP-Board steht?

Frankenfeld: Schon nach etwa zehn Minuten kann man als Neuling einen Aufstehversuch wagen und sich dann mit Hilfe des Paddels vorwärtsbewegen. Wird es wacklig, einfach wieder in die kniende Position wechseln.

Welche Muskelgruppen werden beim Stand-up-Paddling trainiert?

Frankenfeld: SUP beansprucht fast alle Muskelpartien des Körpers, wenn man die Paddelbewegung richtig ausführt. Die Beinmuskulatur hat einiges an Balancebefehlen vom Kopf umzusetzen. Der Oberkörper muss seinen Teil für die Fortbewegung mit dem Stechpaddel tun. Hierbei kommt bei korrekter Ausführung besonders die Rückenmuskulatur zum Einsatz. Da nach einigen Paddelschlägen von einer Seite auf die andere Seite gewechselt werden sollte, werden beide Körperhälften und auch beide Arme abwechselnd beansprucht.

Was muss man beim Kauf des SUP-Boards beachten?

Frankenfeld: Man sollte ein Board kaufen, das ein bestimmtes Qualitätsniveau hat, um nachhaltig zu investieren. Unbedingt ein Paddel wählen, das schwimmfähig ist – Glasfaserkunststoff- oder auch Kohlefaserpaddel sind besonders gut. Derzeit gehen bei Händlern die Vorräte zur Neige, daher sind oft nur noch Boards der Raceklasse oder Boards um die 9,5 Fuß Länge zu erhalten. Mittlerweile ist das sogenannte Hardboard vom Inflatable Board stark verdrängt worden. Hardboards werden oft nur noch bei Rennen und technisch versierten SUPlern genutzt.

Welches Zubehör müssen sich Neueinsteiger noch zulegen?

Frankenfeld: Eine Leash (Verbindungsleine) – wenn möglich als Hüftleash. Außerdem eine Schwimmweste, auch wenn man schwimmen kann.

Warum kommt der Wassersport gerade so gut an?

Frankenfeld: Der dritte heiße und trockene Sommer hintereinander sowie die Reisebeschränkungen und der Preisverfall bei SUP-Boards haben zu diesem Boom geführt. Das recht schnelle Beherrschen und die „gewisse Freiheit“ auf dem Wasser macht Stand-up-Paddling zum Renner.

Horst Frankenfeld ist Referent im Ressort Breitensport des Deutschen Kanu-Verbands e.V., der unter anderem die „7 Goldenen Regeln für SUP“ verfasst hat. Darin können Interessierte alle wichtigen Informationen zum Thema Stand-up-Paddling nachlesen. Zudem hält der Verein SUP-Begeisterte auf dem Laufenden, was in den unterschiedlichen Gewässern, wie zum Beispiel dem Bodensee, zu beachten ist.

(amw/spot)