Sonntag, 24. März 2019 13:13 Uhr

Stefanie Heinzmann über Stefan Raab, Kinder und Fan-Tattoo

Foto: Benedikt Schnermann

Im Leben von Stefanie Heinzmann gibt es jede menge Neuigkeiten. So meldet sich die „My Man Is a Mean Man“-Sängerin nach einer Schaffenspause mit einem neuen Album namens „All We Need Is Love“ zurück. Im Gespräch mit Klatsch-tratsch.de sprach die „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“-Gewinnerin über das Älterwerden, ihren Entdecker Stefan Raab und den Wunsch nach einer Familie.

Stefanie Heinzmann über Stefan Raab, Kinder und Fan-Tattoos

Foto: Benedikt Schnermann

Es ist um dich ja relativ lange ruhig gewesen. Was hast du in der Zwischenzeit gemacht?
Eigentlich viel und nichts, alles gleichzeitig. Vor vier Jahren ist das letzte Album rausgekommen und wir waren auf Tour und auf vielen Festivals. Ich wollte eigentlich dann schon vor drei Jahren anfangen für das neue Album zu schreiben aber das ging nicht. Ich war voll müde, habe bemerkt das ich echt ausgebrannt bin. Ich war acht Jahre fast ohne Unterbrechung nur unterwegs – Ohne richtig Urlaub oder Auszeit. Diese Zeit habe ich mir dann genommen und mich die letzten drei Jahre mega mit mir beschäftigt. Ich habe mein Leben auseinander genommen und mir die Frage gestellt was ich eigentlich im Leben so will. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich viel zu wenig für mein Privatleben tue. Zum Glück habe ich so tolle Freunde, die das irgendwie mitmachen.

Du hattest in dieser Zeit auch über Alternativjobs nachgedacht. Bestatterin und Hebamme. Stimmt das?
Genau. Also Bestatterin, das war mit 16, das wollte ich tatsächlich werden. Jetzt in der letzten Auszeit, da habe ich mir dann wirklich Gedanken darüber gemacht ob ich immer diesen einen Job machen möchte. Dieser Job ist ja viel nach Außen und jeder hat eine Meinung von einem, man versucht immer allen zu gefallen. Und ich bin ja eigentlich ein sehr bodenständiger Mensch. Total einfach gestrickt und das ist der Job ja überhaupt nicht. Deswegen habe ich mir dann wirklich konkret überlegt ‘Okay, wenn ich morgen aufhöre zu singen, was mache ich denn dann?’ Und da bin ich auf zwei Jobs gekommen: Einmal auf eine Schreinerlehre, was ich total toll fände, und einmal Hebamme. Und dann habe ich das mal so stehen lassen und dann hatte ich nach drei Monaten mal wieder eine Probe mit meiner Band. Als die dann angefangen haben zu spielen, dachte ich ‘ach fuck! natürlich, ich liebe das! Das ist natürlich das, was ich machen will!’ Aber ich glaube, der Prozess war voll wichtig, sich mal Gedanken zu machen und mal den Horizont zu erweitern und sich auch bewusst darüber zu werden, wie abgefahren und großartig der Job ist. Was für ein riesen Privileg. Das hat aber auch Druck rausgenommen.

Du bist jetzt mit einem neuen Look am Start …
Der Stylingwechsel war eher ein langsamer Prozess. Mit 18 war ich quasi ein Emo-Junge, der nur schwarz trug. Ganz nach dem Motto: Hauptsache klein und hauptsache nicht weiblich. Damals hättest du mich echt mit Kleidern und allem, was irgendwie weiblich wäre, jagen können. Über die Zeit hat sich mein Style mit meiner Persönlichkeit entwickelt. Und das mit den Haaren jetzt war echt ein Experiment. Einer meiner besten Freunde ist Friseur und der meinte irgendwann:„Komm, wir machen die weiß.” Ich war erst nicht so von der Idee überzeugt, aber als er dann weiter meinte: „Komm, wir probieren das”, ging mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf. Wir haben es dann irgendwann gemacht und diese neue Farbe lässt einen Look komplett anders wirken.

Quelle: instagram.com

Wie wichtig ist dir dein Aussehen allgemein?
Grundsätzlich mache ich mache mir nicht so viel aus Optik. Es ist nicht so, dass ich mich jetzt wahnsinnig damit beschäftige super im Trend zu sein, aber ich will mich halt wohlfühlen. Ich trage das, worauf ich Bock habe und manchmal habe ich Glück, dann bin ich der ultimative Hipster und sehe aus, als wäre ich aus Berlin. Und manchmal sehe ich aus, wie ein mega Landei. Es ist halt so, so wie ich mich gerade fühle. Ich mag verschiedene Facetten. Genauso wie in meiner Musik. Ich kann mich nie entscheiden.

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Gibt es Momente in denen du auch mal zum Ballkleid oder zu hohen Schuhen greifst?
Also besonders oft brezele ich mich nicht auf. Das braucht dann schon wirklich einen guten Grund. Andererseits, wenn ich dann mal wirklich schick Essen gehe oder irgendwo eingeladen bin, dann macht es mir auch wieder Spaß. Aber es würde mir nicht im Traum einfallen, mich ohne Grund aufzubrezeln. Auch so Make-Up trage ich eigentlich gar keins, da muss man mir schon einen Grund liefern.

Du bist jetzt 30 geworden. Willst du in diesem neuen Lebensabschnitt etwas anders machen?
Kurz vor 30 ist das alles bei mir passiert. Ich habe auf mein Leben geguckt und habe mir wirklich die Frage gestellt, was ich eigentlich will.  Da war es eher der Wunsch nach mehr Privatleben. Ich hatte dieses Gefühl ‘ich will mehr zu Hause sein‘. Ich will mehr Zeit mit meinen Eltern und Freunden verbringen. Ich will einfach viel bewusster leben und die Tage mehr genießen. Das Leben ist mehr als nur: Arbeit, Arbeit, Arbeit und unterwegs sein.“

Du hast in einem Interview gesagt, dass du auch langsam darüber nachdenkst, eine Familie zu gründen?
Bei Frauen tickt ja die Uhr ziemlich krass. Ich habe das immer für ein Gerücht gehalten, aber das stimmt tatsächlich. Je älter ich werde, desto krasser wird mir das bewusst, wie sehr ich mir das wünsche und wie sehr ich gerne Mutter wäre. Ich habe aber keine Eile und fühle mich jetzt nicht unter Druck gesetzt. Ich bin da total entspannt. Ich habe einen ganz wundervollen Freund und glaube, dass ich eine Chance habe, eine wirklich wunderschöne Familie zu gründen.

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Du hast eben dein Privatleben angesprochen. Deine Musik war ja wirklich omnipräsent, aber über dein Privatleben weiß man ja gar nicht so viel. Wie schaffst du es, diesen Spagat zu machen zwischen ‘Meine Musik ist überall, alle Leute kennen mich und meine Musik’, aber es ist jetzt nicht so, dass Paparazzi vor deinem Haus stehen?
Ich glaube, weil es einfach auch nicht viel zu fotografieren geben würde. Ich bin halt recht einfach gestrickt. Ich bin halt zu hause, ich habe da meine Familie. Was willst du da fotografieren? Dass ich mit meiner Mama einkaufen gehe? Ich lebe halt keine Exzesse, ich gehe nicht krass feiern, weshalb auch keine sturzbesoffenen Bilder von mir gibt. Ich versuche seit Jahren eine Balance zu finden, zwischen ‘ich bin sehr offen gegenüber der Öffentlichkeit und erzähle sehr viel von mir’, aber ich will die Menschen in meinem Umfeld nicht mit reinziehen.

Hast du eigentlich noch Kontakt zu Stefan Raab?
Ja, also so zwischendurch immer mal wieder. Ich durfte letztes Jahr bei seinen drei Shows mitsingen in Köln. Das war total toll und das hat echt Spaß gemacht, aber ich rufe den jetzt nicht drei mal am Tag an. Man hört sich manchmal, aber es ist halt so entspannt einfach.

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Beim diesjährigen ESC treten für Deutschland die ‘S!sters’ auf und Laura – eine Hälfte des Duos hat eine Zeit lang für dich Background gesungen …
Ja, ich freu mich so! Ich kenne ja Laura persönlich und ich finde, sie ist eine großartige Sängerin! Ich folge ihr auch auf Instagram.  Ihre Storys und was sie postet, das ist alles so herrlich. Es ist immer so eine Mischung zwischen super witzig und einfach total schönem Gesang. Sie ist echt ne tolle Sängerin. Ich freue mich mega für sie, dass sie das jetzt geschafft hat, dass sie in der Runde ist. Es ist für mich schwer ihre Chancen einzuschätzen, da ich die anderen Beiträge nicht kenne. Ich glaube der Song ist total stark, sie ist eine mega Sängerin. Die andere Lady kenne ich leider nicht. Ich drücke ihr auf jeden Fall die Daumen, weil ich ihr das das von Herzen gönnen würde.

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Was war dein bisher abgefahrenstes Fan-Erlebnis?
Meine Fans sind echt entspannt. Also sowas gruseliges habe ich noch nicht erlebt. Aber was schon krass ist, es gibt Fans, die haben sich die gleichen Tattoos stechen lassen, wie ich.  Das ist abgefahren. Man weiß nie, wie man das findet, ehrlich gesagt. Auf der einen Seite denkt man ‘krass!’, man hat einen Menschen scheinbar so inspiriert, dass der sich das so verewigt. Und auf der anderen Seite denkt man so ‘Das ist doch meins’. Also, das ist ganz merkwürdig. Aber ich will ja keine Sachen für mich beanspruchen, vor allem sowas nicht. Aber eigentlich sollen Tattoos ja etwas persönliches sein und schlussendlich ist es ein Motiv. Die Geschichte dahinter ist ja das persönliche.

Hast du auch schon Tattoos mit deinem Gesicht gesehen?
Nee und das wünsche ich keinem. Also, nee ich glaub von der Heinzmann lässt man sich nicht nicht das Gesicht stechen … (lacht)

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