Stilikone der 60er: Jaguar E-Type fasziniert Promis und Fans bis heute

Als dunkelblaues Cabriolet steht der Jaguar E-Type sogar im MOMA in New York. (elm/spot)
Als dunkelblaues Cabriolet steht der Jaguar E-Type sogar im MOMA in New York. (elm/spot)

Jaguar

26.03.2021 15:56 Uhr

Mit dem Jaguar E-Type feiert dieses Jahr eine prägende Stilikone der 1960er Jahre ihren 60. Geburtstag. Seine zeitlose Schönheit fasziniert bis heute.

„Die Katze mit der langen Schnauze“, „Englands Antwort auf Porsche und Ferrari“, „das schönste Auto aller Zeiten“ – Umschreibungen für den Jaguar E-Type gibt es wohl beinahe so viele wie berühmte Besitzer des Sportwagens. Dem Zauber des erstmals 1961 verkauften Klassikers sind einige von ihnen erlegen: Von Brigitte Bardot über Elton John und George Harrison bis hin zu Frank Sinatra, sie alle besaßen einen E-Type. Bis in die Moderne setzt sich der zeitlose Charme fort, im Mai 2018 war ein strombetriebener E-Type das Hochzeitsauto von Prinz Harry und Herzogin Meghan. Über ein Auto, das auch den glamourösesten Besitzern die Show stiehlt.

Späte Gäste sind am schönsten

Auf dem Automobilsalon 1961 in Genf präsentierte Jaguar seinen E-Type das erste Mal der Weltöffentlichkeit. Der „Blitz aus Coventry“, dessen spätes Eintreffen in Genf längst zum Mythos geworden ist, war sofort der Liebling der Besucher. Sein zeitloses Design begeisterte die Menschen genauso wie die 240 km/h Höchstgeschwindigkeit und der Sechszylinder-Motor, der in sieben Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt. Enzo Ferrari höchstpersönlich pries das von Malcom Sayer gestaltete Auto noch in Genf als „das schönste Auto aller Zeiten“. All das trug zum großen Erfolg des E-Type bei, der auch vor der Popkultur nicht Halt machte.

Der E-Type ist Filmstar

So hatte der E-Type seitdem in mehr als hundert Filmen einen Auftritt. Gleich in den 1960er-Jahren ging es los, im deutschsprachigen Raum etwa mit dem Klassiker „Wenn die Musik spielt am Wörtersee“ (1962) mit Comedy-Legende Eddie Arent, oder in Frankreich, wo sich Kultschauspieler Louis de Funès hinter das Steuer klemmte. Aber auch das italienische, US-amerikanische sowie das damals im Aufstreben begriffene Kino aus Hong Kong griffen immer wieder auf den schnittigen E-Type als eleganten Statisten zurück. Es folgte kein Jahrzehnt, in dem er keinen Auftritt im Filmgeschäft gehabt hätte.

Nur einer saß interessanterweise trotz der gemeinsamen Heimat Großbritannien nie hinter dem Steuer des E-Type: Kult-Agent James Bond. Jaguar-Gründer Sir William Lyons soll sich geweigert haben, drei der Modelle ans Filmset zu liefern, weil die Warteliste vor allem aus Hollywood so lang war. Und so stieg Sean Connery damals in den Aston Martin DB 5. Eine besondere Hommage erlebte der E-Type dafür 1997, als er in „Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat“ seinen Auftritt als „Shaguar“ hatte und so doch zum Agenten-Auto wurde.

Der E-Type ist Kunst

Ebenfalls in den 90er-Jahren wurde der E-Type, seines Designs wegen, von höchster Stelle als Kunstobjekt geadelt: Das New Yorker Museum of Modern Arts nahm ein dunkelblaues E-Type-Cabriolet in seine offizielle Sammlung auf, 1996 erst das dritte Fahrzeug überhaupt, dem diese Ehre zuteilwurde. Die Begründung der wichtigsten Kunstsammlung der Welt liest sich bis heute eindrucksvoll: „Wegen der Schönheit und plastischen Qualität des E-Type, seiner Funktionalität und seinem bahnbrechenden Einfluss auf das generelle Autodesign, erfüllt er perfekt die Kriterien für ein Designobjekt, das einen Meilenstein darstellt.“

Der E-Type ist so beliebt wie eh und je

Bis heute setzt sich der seit 60 Jahren ungebrochene Mythos um den E-Type fort, wozu auch der Umstand beiträgt, dass Jaguar nicht aufhört, sich liebevoll seinem berühmtesten Auto zu widmen. 2015 etwa griff Jaguar ein Projekt wieder auf, dass das Unternehmen gut ein halbes Jahrhundert lang ruhen ließ: 1963/64 entwarf und baute der Autobauer ein Leichtgewicht-Modell aus Aluminium, 18 Stück waren geplant, allerdings stellte Jaguar nur ein Dutzend der Autos fertig. 2014 entschloss man sich dazu, das Projekt abzuschließen und die „fehlenden sechs“ zu liefern. Für rund eine Million Pfund pro Stück wurden die „missing six“ verkauft.

Weil das Projekt ein großer Erfolg war, greift Jaguar zum 60. Geburtstag des E-Type ein ähnliches Projekt auf. Für die „Reborn“-Reihe restaurierte der Autobauer in den beiden Classic-Centres in Coventry und Essen je sechs E-Type Coupés und Cabrios, die man allerdings nur als Paar erwerben konnte. Auch für den Nachfolger des E-Type, den F-TYPE, legte Jaguar eine Sonderedition auf. Passend zum runden Geburtstag wird es nur 60 Stück davon geben.