28.08.2020 22:15 Uhr

Streiken die Hollywood-Stars jetzt?

Die Stars in Hollywood bekunden immer wieder, wie sehr ihnen die Proteste der "Black Lives Matter"-Bewegung am Herzen liegen. Aber sind sie auch bereit für ihre afro-amerikanischen Mitbürger in den Streik zu gehen?

imago images / Cavan Images

Vor sieben Jahren, im Jahr 2013, wurde die „Black Lives Matter“-Bewegung ins Leben gerufen. Diese setzt sich gegen Polizeigewalt gegen afroamerikanische Bürger*innen ein. Von Beginn an erhielt diese viel Unterstützung aus der Unterhaltungsindustrie.

Stars wie Beyoncé (38), Jay-Z (50), Trevor Noah (36), LeBron James (35) und Chrissy Teigen (34) nehmen an den Protesten seit Jahren teil. Sie besuchten Demonstrationen, nutzten ihre Plattform, um das Thema in den Mainstream zu bringen und/oder machten großzügige Spenden. Dem aufmerksamen Leser fällt vielleicht auf, dass es sich bei ihnen allen um People of Colour handelt.

„Black Lives Matter“: Jetzt machen alle mit

Seit dem Mord an George Floyd am 25. Mai 2020 erlebte die Bewegung allerdings eine interessante Entwicklung. Immer mehr weiße Menschen schlossen sich den Protesten an. Der Ruf nach Gerechtigkeit kommt inzwischen aus aller Munde. Auf weiße Stars wie Madonna (62), Sofie Turner (24) und Ariana Grande (27) nahmen an den Massendemonstrationen im Sommer teil.

In Anbetracht dieser Entwicklung rief die Patrisse Cullors, erfolgreiche TV-Drehbuchautorin und Mitgründerin der „BLM“-Bewegung, jetzt ganz Hollywood dazu auf, ein Zeichen gegen Polizeigewalt zu setzen und in den Streik zu gehen.

Streik: Erst NBA, jetzt Hollywood?

Im Interview mit dem Filmmagazin „The Hollywood Reporter“ sagte sie: „Ich denke, es ist an der Zeit, dass Talente, Drehbuchautoren, Produzenten und die SAG-Vereinigung ihre Unterstützung für BLM zeigen. Schließt euch dem Streik an. Jetzt ist die Zeit. … Ich denke, Hollywood kann und sollte jetzt Flagge bekennen.“

Die Beschäftigten in der Traumfabrik würden es mit einem Streik den Basketball-Spielern der NBA gleichtun. Das Team der Milwaukee Bucks boykottierte am Dienstagabend ihr Play-Off-Spiel. Mit dem historischen Sportstreik drücke die Athleten ihre Solidarität mit dem Amerikaner Jacob Blake aus.

Der 29-Jährige wurde am 23. August ohne ersichtlichen Grund von zwei Polizisten sieben Mal in den Rücken geschossen. Vor den Augen seiner drei kleinen Söhne. Glücklicherweise überlebte er seine Verletzungen, ist in der Folge allerdings wahrscheinlich für immer querschnittsgelähmt.

Quelle: instagram.com

Wenig Diversität in Hollywood

Seit Jahren wird von Hollywood-Insidern kritisch angemerkt, dass die Branche zwar viel von Diversität spricht, aber nur wenige Menschen, die nicht weiß sind, anstellt. Filmrollen gehen mehrheitlich an weiße Schauspieler*innen, die Figuren in den Drehbüchern bedienen sich rassistischer Stereotype und auch hinter den Kulissen findet man kaum schwarze Mitarbeiter*innen.

Die „Grey´s Anatomy“-Hauptdarstellerin Ellen Pompeo (50) spricht seit Jahren über dieses Problem. So unterbrach sie zum Beispiel 2018 ein Video-Interview mit dem „Porter“-Magazin. Sie sagte damals gerade heraus: „Dieser Tag war unglaublich. Es sind unglaublich viele Frauen anwesend. Aber ich sehe nicht genug Farbe. Ich habe nicht genug Farbe gesehen, als ich heute in den Raum kam.“

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Zieht Hollywood mit?

Es wird sich zeigen, ob die Filmbranche den Aufruf hört und in den Streik geht. Sind die Beschäftigen in Hollywood wirklich dazu bereit auf ihre Gagen zu verzichten und ihre eigenen Privilegien für mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit zu untergraben?

Der NBA-Player sind mit einem guten Beispiel vorangegangen. Auch für sie bedeutet der Boykott einen Dienstausfall. Denn die Spieler erhalten unter anderem pro gespielten Spiel eine Gage. Im großen Unterschied zu den Angestellten in Hollywood handelt es sich bei den Athleten aber größtenteils um Afroamerikaner. Dieser Umstand sollte eigentlich keine Rolle spielen. Die Realität sieht leider anders aus.

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