19.06.2013 20:23 Uhr

Tänzer-Castingshow „Got To Dance“: Die Jury ist so herrlich unverbraucht

Am Donnerstag startet auf ProSieben die neue Tantzshoiw ‚Got to Dance‘.

Ein Mann im weißen Arbeitsdress eines Bäckers und riesiger weißer Mütze betritt die Bühne. Er arbeitet mit einem Nudelholz, das rollt plötzlich vom Tisch – und die Show beginnt.

Der Bäcker hechtet hinterher, rollt sich, dreht sich, macht Breakdance. Einer von vielen bemerkenswerten Momenten in Deutschlands erster großer Castingshow für Tänzer. ‚Got To Dance‘ läuft in den nächsten drei Wochen im Privatfernsehen – auf ProSieben jeweils donnerstags und auf Sat.1 freitags (immer 20.15 Uhr). War der Dance Act bei Castingshows bisher eher schmückendes Beiwerk für den Song, stehen die Bewegungen nunmehr im Mittelpunkt. Allerdings werden keine Promis wie in der RTL-Show ‚Let’s Danc’» in die Arena geschickt, diese Kandidaten wollen erst berühmt werden.

Angenehm unverbraucht sind die Gesichter in der Jury. Die Viva-Moderatorin Palina Rojinski ist unter anderem mit Auftritten bei der ProSieben-Show «Circus HalliGalli» bekanntgeworden: „Für mich ist Tanzen ein Teil meines Lebens, es macht mich glücklich“, sagt sie. Die ‚Bild‘-Zeitung hat errechnet, dass die 28-Jährige gemessen an den ‚Facebook‘-Likes im Netz beliebter ist als Thomas Gottschalk und Günther Jauch zusammen. Neben ihr sitzt Nikeata Thompson (32), die als Tänzerin und Choreografin mit Seeed, Jan Delay und Lena Meyer-Landrut gearbeitet hat. Dritter im Podium ist Howard Donald (45), einst Teil der weltweit gefeierten Boyband ‚Take That‘. Moderiert wird die Show von Johanna Klum (32), die mit Stefan Raab durch dessen Musikshow «Bundesvision Song Contest» geführt hat.

„‚Got to Dance‘ ist Deutschlands erste große Castingshow rein für Tanz», sagt Klum. „In Großbritannien und anderen Ländern ist das Format bereits sehr erfolgreich.“ Zum Vortanzen für die neue Show traten in Deutschland 110 Acts an. „In der größten Gruppe tanzen 38 Leute. Es gibt aber auch einige Solotänzer.“ Der Jüngste in einer der Gruppen ist erst drei Jahre alt, er kommt mit seinem neunjährigen Bruder auf die Bühne. Der älteste Teilnehmer ist 56. „Es gab kein Limit – weder beim Alter noch beim Stil.“ Die meisten Tänze sind modern. Das Spektrum reicht von Hip-Hop über Streetdance und Breakdance bis zu Modern Dance, Lyrical Dance und Flamenco.

Manche Tänzer fliegen wie in einem asiatischen Film über die Bühne. Noch spektakulärer wirkt das Ganze – wie berichtet – durch die Kameraführung, in manchen Augenblicken wird der Act eingefroren und von der Kamerafahrt umkreist. Kinogänger kennen diese Perspektive noch aus dem Science-Fiction-Film ‚Matrix‘. Johanna Klum erläutert den Trick: „Halbkreisförmig um die Bühne sind 144 Spiegelreflex-Kameras angebracht. Sie frieren das Bild ein. Dadurch entsteht der Effekt.“

An ihrem Jurypult können die drei Profis einen Stern aufflammen lassen, wenn der Auftritt sie überzeugt hat. Wer tanzt, muss alle drei Sterne zum Leuchten bringen, also eine einstimmige Jury-Entscheidung, um die Chance zu haben, ins Halbfinale weiterzukommen. Es gibt drei so genannte Auditions und zwei Halbfinal-Shows, bevor es schließlich ins Finale geht. Klum erläutert: „Die 40 besten Acts treten im Halbfinale in Battles gegeneinander an.“ Von der Live-Show an ist nur noch der Zuschauer gefragt. „Die Jury gibt natürlich ihre Meinung ab.“

In der Kritikkultur orientiert sich ‚Got to Dance‘ an dem Casting-Erfolg ‚The Voice of Germany‘. Statt Bosheiten verteilen die Juroren lieber Feedback und Komplimente. Howard Donald, der für seine im westfälischen Münster lebende Tochter Deutsch gelernt hat, radebrecht dann Komplimente: Sowas wie „Heilige Scheiße!“ oder „Du hast mich umgehauen.“ Und Palina sagt nach einem besonders starken Auftritt Sätze wie: „Ich hatte so schlimme Gänsehaut am Körper.“ Der beste Dance-Act Deutschlands gewinnt 100 000 Euro. (dpa)

Fotos: ProSieben/Willi Weber