„Tatort: Heile Welt“: So wird der neue Fall aus Dortmund

Sie nehmen im "Tatort: Heile Welt" die Ermittlungen auf (v.r.): Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger), Jan Pawlak (Rick Okon), Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann). (amw/spot)
Sie nehmen im "Tatort: Heile Welt" die Ermittlungen auf (v.r.): Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger), Jan Pawlak (Rick Okon), Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann). (amw/spot)

WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Menke

19.02.2021 11:30 Uhr

Im neuen "Tatort: Heile Welt" müssen Faber, Bönisch und Co. den Mord an einer jungen Frau aufklären. Zum ersten Mal dabei: die neue Kollegin Herzog. Lohnt sich das Einschalten?

Ausschreitungen, Polizeigewalt und eine Kommissarin am Rand der Verzweiflung, am Sonntagabend (21. Februar, 20:15 Uhr, das Erste) geht es im Dortmund-„Tatort“ ans Eingemachte. In „Heile Welt“ sieht sich Martina Bönisch (Anna Schudt, 46, „Aufbruch in die Freiheit“) mit einer Verleumdungskampagne konfrontiert, die vollkommen aus dem Ruder läuft. Daneben muss der Mord an einer jungen Frau aufgeklärt werden – und die neue Kollegin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger, 33) ihren Platz im Team finden. Als wäre das nicht schon genug, zeigt Peter Faber (Jörg Hartmann, 51) plötzlich auch noch Gefühle.

Darum geht’s im „Tatort: Heile Welt“

Eine verkohlte Leiche wird im Keller einer Hochhaussiedlung in Dortmund gefunden. Als erstes trifft die neue Kommissarin Rosa Herzog am Tatort ein. Offenbar wurde die junge Frau erschlagen und es gibt Hinweise für eine versuchte Vergewaltigung. Was als normale Ermittlung zusammen mit Peter Faber, Martina Bönisch und Jan Pawlak (Rick Okon, 31) beginnt, endet in einem Chaos. Ein populistischer Nachwuchspolitiker verwendet den Mord, um auf seinem Videokanal Stimmung gegen Immigranten zu machen. Als Bönisch einen muslimischen Tatverdächtigen festnimmt, sieht sie sich plötzlich Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Eine Hetzjagd beginnt …

Lohnt sich das Einschalten?

Absolut! Im neuen „Tatort“ wird eindrucksvoll gezeigt, was Fake News und falsche Beschuldigungen im Leben eines Menschen anrichten können. Die Welt gerät in kürzester Zeit aus den Fugen – wegen eines Handyvideos, das ins Netz gestellt wird. Zudem stellt der Film realistisch dar, wie zwei politische Lager sich gegenseitig hochschaukeln. Sowohl Linke als auch Rechte nutzen den Fall, um für sich Stimmung zu machen. Aktueller geht es kaum. Dazwischen steht eine verzweifelte Martina Bönisch, die allem hilflos ausgeliefert ist. Der Mord an der jungen Frau wird bei all der Aufregung zeitweise fast nebensächlich.

Auch der Einstand der neuen Kollegin Rosa Herzog alias Stefanie Reinsperger geht dabei etwas unter. Zwar kracht es zwischen Herzog und Bönisch in „Heile Welt“ ordentlich, dennoch hätte man der neuen Figur in der Auftaktfolge etwas mehr Raum geben können. Großes Lob verdient wiederum das Kamerateam. Die aufgeheizte Stimmung und die Ausschreitungen sind bildgewaltig inszeniert und sorgen für echtes Kinofeeling vor dem heimischen Fernseher.

Im thematisch vollgepackten Krimi bekommt der Zuschauer zudem eine neue Seite von Kommissar Faber serviert – tanzend und singend taumelt er durch den „Tatort“. In der zweiteiligen Jubiläumsfolge „Tatort: In der Familie“ (29.11./6.12.2020) sorgte eine innige Umarmung mit Martina Bönisch für Spekulationen. Im neuen Fall sieht die Lage schon wieder anders aus, was den sonst so abgebrühten Faber sichtlich ins Wanken bringt. Wie Darsteller Jörg Hartmann im Interview mit dem Sender passenderweise anmerkt: „Für Faber ist es vor allem eine traurige Liebesgeschichte.“

(amw/spot)