17.08.2020 13:20 Uhr

Testkonzert: Tim Bendzko kann nicht genügend Freiwillige überzeugen

Forscher wollen bei einem speziellen Konzert mit Tim Bendzko herausfinden, wie größere Events in geschlossenen Räumen coronasicherer werden - doch es finden sich weniger Freiwillige als erhofft. Und nun?

imago images / BOBO

Die Organisatoren eines Konzertexperiments zu Großveranstaltungen in Corona-Zeiten mit Popsänger Tim Bendzko (35, „Keine Maschine“) haben weniger Teilnehmer gewinnen können als angepeilt.

4.200 waren bei Tim Bendzko erwartet worden

Bis zum Ende der verlängerten Anmeldefrist registrierten sich 2210 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren, wie Christina Becker von der Universitätsklinik Halle sagte. Eigentlich wollten die Forscher für ihr Experiment am kommenden Samstag in der Leipziger Arena 4200 Teilnehmer gewinnen. Deshalb hatten sie die Anmeldefrist um eine Woche verlängert. So  kamen dann noch mehr als 300 weitere Anmeldungen dazu.

Quelle: instagram.com

Forschungsprojekt „Restart-19“

Die Forscher sind dennoch zufrieden. „Das ist eine Größenordnung, mit der wir gute Ergebnisse erwarten können“, sagte Studienleiter Stefan Moritz. „Wir müssen kleine Abstriche machen, aber das ist verschmerzbar.“

Das Konzert „Restart-19“ ist ein gemeinsames Projekt der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ziel der Forscher ist, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann.

Ergebnisse schon im Oktober

Die Auswertung soll im Oktober vorliegen. Alle Teilnehmer müssen für Samstag einen negativen Corona-Test vorweisen und während des Versuchs FFP2-Masken tragen. Entsprechende Test-Kits für einen Corona-Test zuhause würden in den nächsten Tagen verschickt und müssten vor der Veranstaltung zurückgesendet werden, hieß es. Die Organisatoren rechnen nicht damit, dass dieses Prozedere viele gewonnene Teilnehmer noch abschreckt. Es gebe schriftliche Anleitungen und auch ein Video, das erkläre, wie der Test funktioniere, sagte Uniklinik-Sprecherin Becker.

Galerie

Groß-Events bislang untersagt

Derzeit sind Großveranstaltungen untersagt, weil Infektionsherde befürchtet werden. Neben Kultur- und Konzertveranstaltungen betrifft das auch viele Profisportvereine, die monatelang gar nicht oder vor leeren Rängen spielten. Das Konzertexperiment wird daher auch vom Leipziger Handball-Bundesligisten SC DHfK unterstützt.

© dpa-infocom, dpa:200817-99-194950/3, KT

Das könnte Euch auch interessieren