Donnerstag, 13. Juni 2013 18:24 Uhr

„The Purge“: Karneval auf Böse – ein fieser, unangenehmer Film

Ethan Hawke hat einen das letzte Mal regelrecht vom Schlitten geworfen in Sidney Lumets „Before the devil knows you are dead“ in seiner Rolle, als er von seinem älteren Bruder zu einem skrupellosem Überfall gedrängt wird und das auf das Geschäft der betagten Eltern.

Was natürlich schief geht, siehe Filmtitel.

The-Purge

Nun also wieder ein Film mit Ethan Hawke. Unglaublich, wie er das hinbekommt, hin und wieder so leichte Filme wie die „Before Sunrise“ samt der Nachfolger-Filme zeigt nur, wie unglaublich umtriebig und wie breit sein Œuvre ist.

Um es vorweg zu sagen: „The Purge – Die Säuberung“ ist ein fieser, unangenehmer Film. Einmal im Jahr im März gibt es in den USA eine Nacht, „The Purge“, die Säuberung, genannt, in der es erlaubt ist, jeden zu töten, wie es beliebt. Ohne rechtliche Konsequenzen, aber nur in der Zeit von 19.00 bis 07.00 Uhr.

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TV-Sender zeigen, wie Menschen andere abknallen, hinrichten, ganze Familien liegen aufgereiht auf der Straße. Die meisten Opfer sind die Armen, die Obdachlosen, gern auch Farbige, alles wird per Überwachungskamera dokumentiert, um nach der Säuberungsnacht Nachrichtenstoff für ein ganzes Jahr zu haben, bis zur nächsten Freiwildnacht.

Verkauft wird die Säuberung von den „Gründervätern der USA“ unter dem Deckmantel, die Seele zu säubern, wenn der Hass und Neid und was es sonst noch so gibt an angestauter so Wut sich Freiraum schaffen müssen. Lass es raus in dieser Nacht. „The Purge“ ist Karneval auf Böse.

Die Sandens sind eine Familie aus dem Mittelstand, Papa Sandens (Ethan Hawke) verkauft Sicherheitssysteme die aus Vorstadthäusern Trutzburgen macht. Es ist der Abend vor der Säuberung, alle vier Familienmitglieder sind zum „Einschluss“ zu Hause, denn die Sandens machen nicht mit beim großen jährlichen Schlachtefest. Aber das nur nicht Mitmachen wird nicht reichen in dieses Nacht. Das Böse ist nicht irgendwo in den Armenvierteln oder einfach nur überall, nur nicht hier, im sortierten, hübsch arrangierten Leben im Vorort. Erst klopft es an, fast höflich, was das Aushalten nur noch gruseliger macht…

The-Purge-Poster

Kammerspielartig entwickelt sich in dieser Nacht eine Situation, die konsequent die Schlinge anzieht, Horror, die Erkenntnis, dass die Hölle immer die anderen sind und nichts wird so sein, wenn die Sirene mit markerschütterndem Jaulton am nächsten Morgen das Ende der Säuberung verkündet. Und eine Bitte noch: Verlasst Euch nicht auf das Happy End, nur weil es ein Streifen aus Hollywood ist. (KW)

Fotos: Universal

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