„They Want Me Dead“: Angelina Jolie ist wieder in Action-Laune

Hannah (Angelina Jolie) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Jungen Connor (Finn Little) um jeden Preis zu beschützen. (stk/spot)
Hannah (Angelina Jolie) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Jungen Connor (Finn Little) um jeden Preis zu beschützen. (stk/spot)

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02.06.2021 10:15 Uhr

Im Thriller "They Want Me Dead" knüpft Angelina Jolie mühelos an ihre Tage als Actionheldin an. Aber auch andere Stars dürfen glänzen.

Der Name ist Programm im neuen Action-Thriller „They Want Me Dead“ mit Angelina Jolie (45). Ohne Umschweife wirft der Film von Taylor Sheridan (50, „Wind River“) seine Hauptfiguren und damit die Zuschauer in ein erfrischend kurzweiliges Katz-und-Maus-Spiel. Und das bereits ab dem 3. Juni auf dem Streamingdienst Sky Ticket oder im Paket von Sky Cinema und somit noch vor dem deutschen Kinostart.

Heldin mit Todeswunsch – darum geht es

Seit sie bei einem Einsatz während eines Waldbrands mehrere Menschen grausam sterben sah, hegt die toughe Feuerspringerin Hannah (Jolie) einer US-Feuerwehrwache einen latenten Todeswunsch. Doch ihr Dasein bekommt unvermittelt einen neuen Sinn, als sie eines Tages im Wald auf einen blutüberströmten Jungen namens Connor (Finn Little, 14) trifft. Das völlig verstörte Kind ist gerade mit viel Glück einem Anschlag durch zwei skrupellose Auftragskiller (gespielt von Nicholas Hoult und Aidan Gillen) entkommen.

Warum sie es auf den Jungen abgesehen haben? Connor hat ein Blatt Papier mit Informationen bei sich, die sehr mächtigen Menschen mächtigen Schaden zufügen können. Doch nicht nur Hannah wird in die Sache mit hineingezogen. Auch ihr Ex-Mann, der Kleinstadt-Sheriff Ethan (Jon Bernthal, 44), befindet sich schon bald in einem unerbittlichen Kampf ums Überleben. Im Gegensatz zu seiner Ex hat er mehr denn je, wofür es sich zu Leben lohnt – er und seine neue Frau erwarten ihr erstes gemeinsames Kind…

Wie „Logan“ ohne Superkräfte

Ein riskanter Fallschirmsprung, wütende Feuersbrunst, ein explodierendes Haus – schon die ersten Sekunden von „They Want Me Dead“ stimmen auf das ein, was in den kommenden rund 95 Minuten geboten sein wird. Mit simplen, aber effizienten Mitteln etabliert Regisseur Sheridan die beiden Fronten, die in der Folgezeit möglichst spannungsgeladen aufeinandertreffen werden. Dennoch schafft er es in der kurzen Exposition, seinen Helden genug Menschlichkeit zu verleihen, dass einem ihr Schicksal etwas bedeutet – das ist bei derartig rasanten Einstiegen nicht immer der Fall.

Wie schon als Drehbuchautor bei „Hell Or High Water“ und als Regisseur von „Wind River“ rückt Sheridan immer wieder die Natur selbst ins Zentrum, in der sich weite Teile der Handlung zutragen. Dann findet „They Want Me Dead“ trotz all der Action auch die Zeit, die Beziehung zwischen Jolies Figur und der des Kindes auszuarbeiten. Unweigerlich denkt man bei der Konstellation aus gebrochener Antiheldin und gejagtem Kind an Filme wie „Logan“ mit Hugh Jackman – ohne den Superhelden-Einschlag, versteht sich.

Jolie hat wieder ihre Action-Hosen an

Es gab eine Zeit, da war der Name Angelina Jolie untrennbar mit rasanter, zuweilen überkandidelter Action verbunden. Kurz nach der Jahrtausendwende startete sie als Lara Croft alias „Tomb Raider“ durch. Es folgten innerhalb von rund zehn Jahren weitere Kracher wie „Mr. & Mrs Smith“, „Wanted“ oder „Salt“, ehe sie sich diesbezüglich eine Pause gönnte. Mit „They Want Me Dead“ beweist sie nun, dass sie auch mit Mitte 40 nichts von ihrer Frauenpower verloren hat – im Gegenteil.

Zu einer übertriebenen One-Woman-Show verkommt der Film aber dankenswerterweise dennoch nicht. Sowohl Bernthal als auch Medina Senghore, die seine schwangere Frau verkörpert, dürfen sich nervenaufreibend beweisen. Heimlicher Star des Films ist aber ein ganz anderer: Nachwuchsschauspieler Finn Little. Der empfiehlt sich für eine längere Hollywood-Karriere und macht seine Sache als traumatisiertes Kind durchweg glaubhaft gut.

Killer mit Hindernissen

Was von den mitunter etwas seltsamen Vorgehensweisen der Auftragskiller nicht immer behauptet werden kann. Aidan Gillen (53) tut zwar wie schon bei seinem Part als Kleinfinger aus „Game of Thrones“ inbrünstig das, was er am besten kann – absolut hassenswert sein. Einige unbeholfene Entscheidungen der Antagonisten sind dann aber doch allzu deutlich da, um den Plot am Leben zu lassen. Trotz dieses kleinen Makels bietet „They Want Me Dead“ aber durchweg sehenswerte Thriller-Kost.

Apropos: Wer durch „They Want Me Dead“ auf den Suspense-Geschmack gekommen ist, findet unter Umständen an Ort und Stelle gleich Nachschub. Seit 22. Mai gibt es mit „Wrong Turn – The Foundation“ einen neuen Teil der Reihe auf Sky Ticket. Hier liegt der Schwerpunkt allerdings klar auf der Horror-Seite. Hoch hinaus wird es ab dem 25. Juni ebenfalls exklusiv beim Streamingservice gehen – dank des Flugzeug-Thrillers „Horizon Line“.