09.05.2020 12:45 Uhr

Thomas Hermanns: Die Gags über Corona werden noch lange Thema sein

Starpress/AEDT

Witze über Corona gibt es schon, und es wird sie vermutlich noch lange geben. Comedian Thomas Hermanns hat eine gute Nachricht: Mit der Zeit könnten die Gags besser werden.

Showmaster Thomas Hermanns (57) erwartet, dass sich die Comedy-Szene lange Zeit mit den Erfahrungen aus der Virus-Krise befassen wird. „Die Erfahrung Corona hat unsere Leben so durchgerüttelt, dass lange darüber humoristisch gearbeitet werden wird“, sagte der Gründer des „Quatsch Comedy Clubs“ der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Denn so ein ungeahnter Zustand, in dem aber alle versuchten, sich sehr geplant zu verhalten, ist für Comedy immer die beste Grundlage – siehe auch die Ehe.“

Die Gags werden mit der Zeit besser

„Wahrscheinlich werden die Gags mit Abstand umso besser – die Corona-Pfunde, die merkwürdig gebastelte und bemalte Maske des Kindes, die aber notwendig war und gelobt werden musste, die Tatsache, dass anscheinend kein noch so reicher Promi in den Home-Skype-TV-Beiträgen ein schönes Regal hinter sich zu besitzen schien oder der digitale Tantra Kurs, der dann zur Scheidung führte… all das wird noch lange Thema sein.“

Hermanns will in Berlin, Hamburg und München „Alltagsheldinnen und Alltagshelden“ in die „Quatsch Comedy Clubs“ einladen, wenn es wieder solche Veranstaltungen geben kann. Es würden 4000 Tickets verschenkt. „Sobald die Clubs wieder öffnen können, dürfen diejenigen wieder lachen und feiern, die jetzt hart arbeiten für die Allgemeinheit und im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu lachen haben.“ Die Einladung richte sich etwa an Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Lebensmittel- und Kurierbranche, Sicherheitspersonal von Polizei bis Feuerwehr und andere.

Seine fünf Theater sind geschlossen

Persönlich empfindet Hermanns die Corona-Zeit als „zwangsweise Verdichtung des Lebens auf das Wesentliche“ – und gar nicht als unangenehm. „Aber fünf geschlossene Spielorte lasten natürlich auf der Seele. Nichts ist für mich trauriger als ein leeres Theater.“

Wirtschaftlich mache sein Comedy-Club wie viele mittelständische Unternehmen „die notwendigen Schritte“. Sie versuchten, die 29 Arbeitsplätze zu retten und vor allem die Auftrittsmöglichkeit für Hunderte von Comedians. Inhaltlich spüre er ganz klar, „dass wir ein wichtiges und lebensnotwendiges Gut „produzieren“ – falls wir nicht systemrelevant sind, sind wir auf jeden Fall systemverbessernd!“

Interessant wird laut Hermanns, ob die Kulturstaatshilfen auch beim Entertainment ankommen und so ein breiter Begriff von Kultur in Deutschland gerettet und bedacht werde. „Oder – um es überspitzt zu sagen – in Deutschland wieder nur die Oper wichtig ist.“ (dpa/KT)

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