08.08.2020 17:20 Uhr

Thomas Hermanns muss Gag-Stau abarbeiten

Schritt für Schritt, Tag für Tag - in diesen unsicheren Zeiten hat sich Thomas Herrmanns neu organisiert.

imago images / Future Image

Der Vater der deutschen Stand-Up-Comedy-Szene Thomas Hermanns (57) findet, dass man sich während der Corona-Krise anders organisieren muss. „Man darf sich wirklich nicht bekloppt machen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Keine Planungen möglich?

Man müsse in so einer Ausnahmesituation jeden Tag neu angucken. „Und immer schauen: Was kriegt man für den Tag hin?“ „Man kann ja zum Teil gar nicht weiter planen als zwei, drei Tage oder Wochen“, sagte Hermanns. Für ein Theater sei das natürlich wirklich schwierig. Sein Quatsch Comedy Club in Berlin hat seit 6. August wieder für Besucher geöffnet. Der Zuschauerraum wird nur mit einem Drittel der Platzkapazität belegt, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln werden selbstverständlich eingehalten.

Die Leute wollen lachen

„Wir haben einen Gag-Stau, der muss jetzt raus“, sagte Hermanns. Was er mitnehme aus der Zeit? Er sei sich des Werts seines Berufs nochmal bewusst geworden. „Ich glaube, lachen brauchen die Leute jetzt besonders“, sagte der Komiker, Drehbuchautor und Gründer des „Quatsch Comedy Club“.

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Produktiv im Homeoffice

Während der vergangenen Monate habe er an Shows gearbeitet, die 2022 und 2023 rauskommen sollen. „Ich durfte nicht faul sein“, sagte er. „Homeoffice, dann auch mal Draußen-Office, Terrassen-Office. Und dann wieder zurück an den Schreibtisch. Und vier Kilo zugenommen, aber da bin ich ja nicht der einzige in der Corona-Zeit.“

1992 entstand unter seiner Leitung in Hamburg die Keimzelle der deutschsprachigen Stand-up-Comedy, der Quatsch Comedy Club, der seit 1996 von ProSieben übertragen wird.

Thomas Hermanns: 10 Karriere-Highlights

1992: Gründung des Quatsch Comedy Club in Hamburg
1996: Start der Sendereihe des Quatsch Comedy Club bei ProSieben
1997-1999: Autor für Serie „Lukas“ mit Dirk Bach
2000: Drehbuch für Fernsehfilm „Meine beste Feindin“
2002: Umzug des Clubs nach Berlin in den Friedrichstadt-Palast
2006-2009: Host des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest
2009: Buch „Für immer d.i.s.c.o“
2015: Künstlerischer Leiter der „Goldenen Kamera“
2017: Musical „Boybands Forever“
2018: Teilnehmer bei „Let’s Dance“ (6. Platz)

© dpa-infocom, dpa:200808-99-89059/4, KT

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