30.07.2020 12:49 Uhr

Tierpark Berlin: Nachwuchs bei den „schönsten Säugetieren der Erde“

Ihr Entdecker beschrieb sie als „die schönsten Säugetiere der Erde“: die Kleinen Pandas. Im Berliner Tierpark wurde jetzt erstmals nach neun Jahren wieder Nachwuchs der seltenen Schönheiten geboren.

© 2020 Tierpark Berlin

Sie tragen den Namen „Panda“, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht viel mit den berühmten Großen Pandas gemein haben. Dennoch stehen sie in Sachen Schönheit ihren schwarz-weißen Namensvettern in nichts nach. Schließlich beschrieb der Entdecker den Kleinen Panda sogar als „das schönste Säugetier der Erde“. Im Tierpark Berlin kam nun erstmals nach 9 Jahren wieder Nachwuchs der seltenen Kleinen Pandas zur Welt.

Tragzeit von rund 130 Tagen

Mit verschlafenen Knopfaugen schaut sich ein rot-brauner Fellknäuel vorsichtig um, gähnt kurz und rollt sich wieder zusammen. Am 6. Juni 2020 entdeckten die Tierpfleger erstmals, dass Panda-Weibchen Shine (6) nach einer Tragzeit von rund 130 Tagen Nachwuchs in ihrer Höhle zur Welt gebracht hat. Dabei sind Shine und ihr Partner Joel (5) noch nicht lange in der Hauptstadt. Erst im Februar kamen die beiden aus dem indischen Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park in Darjeeling an die Spree.

Tierpark Berlin: Nachwuchs bei den „schönsten Säugetieren der Erde“

Mama Shine (6) Foto: © 2020 Tierpark Berlin

Nachwuchs wichtig für die Erhaltung der Art

Umso wertvoller ist der nun geborene Nachwuchs für die Erhaltung der gesamten Art. „Joel und Shine kamen im Rahmen eines weltweiten Erhaltungszuchtprogrammes (GSMP) für Kleine Pandas zu uns und brachten damit „frische Gene“ dieser seltenen Tiere nach Europa“, erklärt Tierarzt und Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.

„Es freut mich, dass sich die beiden so gut eingelebt haben und wir mit dem putzigen Nachwuchs nun noch mehr Menschen für den Schutz dieser stark gefährdeten Tierart sensibilisieren können.“ Die größte Bedrohung für den Kleinen Panda stellt die anhaltende Lebensraumzerstörung im Himalaya-Gebirge dar.

Tierpark Berlin: Nachwuchs bei den „schönsten Säugetieren der Erde“

© 2020 Tierpark Berlin

Baby bleibt drei Monate in Wurfhöhle

Der Nachwuchs ist das zehnte Panda-Jungtier, das im Tierpark Berlin aufwächst. Es ist mittlerweile etwa so groß, wie ein Meerschweinchen. Dabei bringen Kleine Pandas anfangs nur etwa 100 Gramm auf die Waage, sind blind und hilflos. Sie öffnen mit etwa fünf Wochen erstmals die Augen.

Ausgewachsene Kleine Pandas erreichen von der Nase bis zur Schwanzspitze eine Länge von ca. 100 cm, mit einem Gewicht von 4 bis 6 kg. Die ersten drei Monate ihres Lebens verbringen Kleine Pandas in der Wurfhöhle. Voraussichtlich ab September wird der seltenen Nachwuchs erste Ausflüge auf die Außenanlage unternehmen und dann auch für die Tierpark-Besucher zu sehen sein.

Galerie

Keine direkte Verwandtschaft zu den Großen Pandas

Kleine Pandas sind nicht direkt mit den berühmten Großen Pandas verwandt. Sie gehören einer eigenen Familie, den „Katzenbären“, an. Dennoch teilen sie viele Eigenschaften mit ihren Namensvettern. So ernähren sie sich ebenfalls hauptsächlich von Bambus. Auch haben sie – wie Große Pandas – einen verlängerten Handgelenkknochen, den sie wie einen Daumen zum Festhalten von Bambusstangen nutzen.

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